Münsterland e.V.: Vom Tourismus bis zur Wirtschaftsförderung
Die unterschätzte Region

Greven -

Mit rund 20 Millionen Mitteln bewegt der Verein Münsterland e.V. als Projektträger, -partner oder Koordinierungsstelle das meiste Geld direkt für Wirtschaftsprojekte. Der Sitz des Vereins ist am FMO.

Dienstag, 12.02.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 17:07 Uhr
Klaus Ehling hinter einer Pferdeskulptur in der Rotunde des Münsterland e.V. am Flughafen Münster/Osnabrück.
Klaus Ehling hinter einer Pferdeskulptur in der Rotunde des Münsterland e.V. am Flughafen Münster/Osnabrück. Foto: Günter Benning

Departure, Arrival, am Flughafen ist man ja einiges an Englisch gewöhnt. Da wundert es nicht, dass der Referent, der die Tür zum Münsterland e.V. am Hintereingang des FMO öffnet, erst mal fragt: „Wollen Sie zum Onboarding-Workshop?“

Jetzt gibt es also auch schon Workshops, die dabei helfen, an Bord zu gehen? „Ja“, sagt Klaus Ehling , der in der hellen Rotunde des Bürotraktes auf den Besucher wartet. Aber es geht nicht ums Fliegen. Onboarding übersetzt das Wörterbuch mit „Einarbeitung“, „Eingliederung“ und „Integration“. Und schon ist der Vorstand des Münsterland e.V. in seinem Element.

Die Region brauche Fachkräfte, sagt er, „aber die Unternehmen sagen, die Bewerber tun sich schwer, hierher zu ziehen.“

Zehn große Unternehmen der Region haben sich jetzt in einem Workshop zusammengetan, um das „Onboarding“ zu erleichtern. Da geht es um Fragen wie Wohnraum, Nahverkehr oder auch der Arbeitsplatz für die mitreisenden Familienangehörigen.

Wenn auf diesen Feldern nichts geschehe, sagt Ehling, sind gute Leute so schnell wieder weg wie sie gekommen sind.

Das neue Pilot-Projekt, das zu Lösungen für das gesamte Münsterland kommen will, ist ein Beispiel für das, was den Münsterland e.V. umtreibt. Die Region prosperiert, die Arbeitslosigkeit geht gegen Null. Aber ihr fehlt wirtschaftlich die Strahlkraft in der Republik. „Hier gibt es zum Beispiel“, sagt Ehling, „weniger Patente als in anderen Regionen Deutschlands.“ Patente gelten als Gradmesser für Innovation.

Doch das Münsterland wird von vielen kleinen Unternehmen getragen, in denen der Chef der Entwickler ist. Und wichtiger als die Anmeldung von Patenten ist es denen, Produkte auf den Markt zu bringen.

Ehling, früher mal Bürgermeister in Bocholt, treibt mit seinen Mitarbeitern das Image der Region voran. 15 Festangestellte arbeiten im Büro am FMO, dazu regelmäßig 20 in befristeten Projekten.

Vernetzung ist dabei das Stichwort. Vernetzung auch, indem drei Hauptstränge für die Münsterland-Entwicklung parallel beackert werden. Einerseits der Tourismus. Der Münsterland e.V. koordiniert etwa die Beschilderung der Radwege, betreibt eine Tourismusplattform und arbeitet gerade zum Beispiel am 1000-Kilometer-Reitweg durch die Region. „Das hat sonst keiner“, sagt Ehling.

Daneben steht die Kulturförderung einer Region, die 100 Museen hat und viele sehenswerte Kulturschätze. Im Wechsel mit der GWK - bei der heißt es "summerwinds" - organisiert der Verein an vielen Orten ein Münsterland-Festival. 50 Kultur-Veranstaltungen, die auch zeigen sollen: Die Region ist nicht die Heimat der Landeier.

Mit rund 20 Millionen Mitteln bewegt der Verein als Projektträger, -partner oder Koordinierungsstelle das meiste Geld direkt für Wirtschaftsprojekte. Eine Projekt konnte man jüngst direkt im Grevener Ballenlager erleben. Dort wurden Jungunternehmer für den besten Wirtschaftsplan ausgezeichnet. Ein Wettbewerb des Vereins vom FMO.

Drei Fragen an Klaus Ehling, Geschäftsführer des Münsterland e.V.

Was bedeutet Ihnen der Standort am FMO?

Klaus Ehling: Der FMO ist ein Projekt der gesamten Region Münsterland und enorm wichtig für die Region. Andere Regionen beneiden uns um einen internationalen Flughafen. Das ist für unsere regionale Entwicklungsorganisation ein idealer Standort.

Man kommt hier mit dem Flugzeug gut hin. Aber anders als mit dem Pkw ist das im Übrigen schwierig?

Ehling: Die Menschen kommen mit Bus oder Privatfahrzeugen. Aber es wäre schön, wenn der FMO noch stärker an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen wäre. Ein Traum wäre die Anbindung an die Schiene, insbesondere in Richtung Niederlande.

Wie schätzen Sie die Zukunftsaussichten für das Münsterland ein?

Ehling: Das Münsterland ist hervorragend aufgestellt, man weiß aber, dass man in Zeiten, wo es einem besonders gut geht, in der Regel die schwersten Fehler macht. Darum kommt es jetzt darauf, dass die Region erkennt: wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen über die regionale Zusammenarbeit weiter unsere Infrastruktur und die Unternehmen in der Region stärken.

...
Mehr zum Thema
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6386826?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Eiersuche mit Picknick
Insgesamt 11 000 bunte Ostereier haben Kinderherzen am Montag im Schlossgarten höhe schlagen lassen.
Nachrichten-Ticker