Jahreshauptversammlung der Landwirte
Kampagne für den guten Ruf

Greven -

Am vergangenen Mittwoch fand die Jahreshauptversammlung des landwirtschaftlichen Ortsvereins Ortsverbandes Greven in der Gaststätte Am Vosskotten statt. Der Veranstaltungsraum war mit 90 Teilnehmern gut gefüllt, heißt es in der Presseinfo der Landwirte.

Freitag, 15.02.2019, 15:12 Uhr
Die Jahreshauptversammlung des landwirtschaftlichen Ortsvereins Ortsverband Greven in der Gaststätte „Zum Vosskotten“ war gut besucht. Rund 90 Landwirte waren dabei.
Die Jahreshauptversammlung des landwirtschaftlichen Ortsvereins Ortsverband Greven in der Gaststätte „Zum Vosskotten“ war gut besucht. Rund 90 Landwirte waren dabei. Foto: LOV

Nachdem der Vorsitzende Matthias Langkamp über die aktuelle Verbandsarbeit informierte hatte Bürgermeister Peter Vennemeyer das Wort. Als er darüber berichtete, dass es wohl noch einige Sommer dauern würde, bis alle im Außenbereich ansässigen Landwirte mit schnellem Internet versorgt seien, gab es zunächst lange Gesichter. Es machte sich allerdings nach seinen Ausführungen schnell Verständnis für die Situation breit. So scheint es durch die zu akquirierenden Fördergelder aus Bundes- und Ländermitteln zu komplizierten Ausschreibungsverfahren zu kommen und diese bräuchten nun mal ihre Zeit. Außerdem werden sich die Landwirte wohl gedulden müssen, weil bei der aktuellen Konjunktur der Tiefbau nicht nur teuer ist, sondern es auch schwer sein wird, unter diesen Umständen überhaupt ein Unternehmen zu finden.

Anschließend referierte Hans-Heinrich Berghorn von der Gesellschaft „Landwirtschaft schafft Leben“ über das Thema gesellschaftliche Entwicklung und Marketing. Berghorn schilderte, dass sich die Gesellschaft in den vergangenen zehn Jahren so stark verändert habe wie noch nie. Der technische Wandel sorge demnach dafür, dass Meinungsbildung verstärkt über digitale Wege erfolge. Die Gesellschaft habe sich auf diesem Weg stark ausdifferenziert und es gebe kaum mehr gemeinsame Themen und Mehrheiten.

Ähnlich verhalte sich dieses laut Berghorn beim Thema Umwelt und Landwirtschaft. So falle es Organisationen wie Greenpeace, Foodwatch und vielen Tierrechtsorganisationen zunehmend leicht, „über zwar unsachliche, oft sogar unwahre, aber dafür überaus emotionale Kampagnen eine Stimmung zu erzeugen, die sich vor allem über die digitalen Medien wie ein Lauffeuer verbreiten“. Darunter zu leiden hätten vor allem die Landwirte und Familienbetriebe.

Für die Landwirte heiße das, laut Berghorn, dass es höchste Zeit sei, „diesen falschen und häufig der Gier nach Spendengeldern geschuldeten Kampagnen gegen die moderne Landwirtschaft etwas entgegen zu setzen“. Da Marketing viel Geld koste, hofft Berghorn möglichst viele Landwirte in Westfalen-Lippe mit der Gesellschaft „Landwirt schafft Leben“ von der Idee zu überzeugen, auf freiwilliger Basis Geld zu zahlen.

Wie soll das funktionieren? Ganz einfach sagt Berghorn: Jeder tierhaltende Landwirt werde in den nächsten Wochen angeschrieben. Er erhalte eine Einverständniserklärung, die er seinem Futtermittellieferanten zukommen lasse und ab diesem Tag in die Marktetingarbeit der Gesellschaft „Landwirt schafft Leben“ einzahle. „Die Landwirte haben es also selbst in der Hand, sich ihren guten Ruf etwas kosten zu lassen.“

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