Diskussion: Gelber Sack oder Gelbe Tonne
Doppeltes duales System im Fokus

Greven -

Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Geht es nach der Mehrheit der Politiker, gäbe es in Greven beides. Geht aber nicht, sagt Aloys Wilpsbäumer vom TBG. Der setzt auf Zeit. „Vielleicht funktioniert das in ein paar Jahren.“ Und so bleibt es zunächst einmal beim Gelben Sack in Greven.

Freitag, 15.02.2019, 17:09 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 16:38 Uhr
In Greven werden, wie in den meisten Kommunen, die Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt per Gelbem Sack entsorgt. Geht es nach dem Willen der Politiker, kann der Bürger zwischen Sack und Tonne wählen.
In Greven werden, wie in den meisten Kommunen, die Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt per Gelbem Sack entsorgt. Geht es nach dem Willen der Politiker, kann der Bürger zwischen Sack und Tonne wählen. Foto: Dietmar Jeschke

So richtig etwas zu melden hat die Stadt in der Sache nicht. Denn: Für das Thema Duales System ist im Kreis Steinfurt die EGST, also die Entsorgungsgesellschaft des Kreises, zuständig. Und die rät den Kommunen dazu, bis Mitte 2019 einen politischen Beschluss zu fassen, wenn ab 2021 eine Umstellung auf die Gelbe Tonne gewünscht ist. Die EGST prüfe dann die juristische Umsetzbarkeit.

Wenn es doch so einfach wäre. Wie zum Beispiel in Wettringen. Da sprachen sich alle Politiker eben für die Gelbe Tonne aus. In Greven möchte man aber das Duale System dual abwickeln. Das heißt: Jeder Bürger soll entscheiden, ob er die Tonne oder den Sack nutzen möchte. „Geht nicht“, sagt Aloys Wilpsbäumer , Leiter der Technischen Betriebe Greven (TBG). „Geht doch“, sagt Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) und nennt einige Kommunen, wo eben genau dies praktiziert wird.

Klar ist: Der Verbraucher bezahlt über den Preis der erworbenen Produkte für Sammlung und Recycling der Verkaufsverpackungen. Und dafür sind dann die insgesamt zehn Dualen Systeme zuständig. Mit Inkrafttreten des neuen Verpackungsgesetzes am 1. Januar diesen Jahres ist es jetzt auch möglich, die Gelbe Tonne an Stelle des gelben Sackes als Entsorgungsmöglichkeit zu fordern. Bislang wehrten sich die Dualen Systeme dagegen.

Aber: Sowohl das eine, als auch das andere Entsorgungssystem hat seine Vor- und Nachteile. „Wir haben festgestellt, dass die Bürger je zur Hälfte den Gelben Sack und die Gelbe Tonne nutzen möchten“, machte Wilpsbäumer deutlich. Ein Vorgehen, das zum Beispiel in Ratingen seit Jahren funktioniert. „Dem Entsorger Awista ist es völlig egal, ob man den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne nutzt“, bestätigt die Pressesprecherin der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung.

Eine Tatsache, die dagegen spricht, ist, dass eine Entsorgung von Sack und Tonne mit einem Fahrzeug technisch gar nicht möglich ist, wie Wilpsbäumer sagte. Und Ernst Reiling fühlt sich bestätigt. „Dass wir jetzt drei Jahre warten wollen, wenn es woanders doch funktioniert, ist nicht der richtige Weg.“ Eine moderne Stadt müsse da das Optimum für den Bürger herausholen.

Die Argumente gingen hin und her. Auch die leichte Reißbarkeit des Gelben Sackes wurde dabei thematisiert. „Selbst da können wir nur Wünsche äußern, die den Hersteller in China wohl nie erreichen. Und auch wenn wir sagen, wir wollen Sack und Tonne haben, bekommen wir es mit Sicherheit nicht“, verdeutlichte Wilpsbäumer.

Dem wiederum widersprach Ernst Reiling – bis dann Monika Erben (SPD) dazwischen funkte. „Mir platzt jetzt der Kragen, es geht nicht, das hat Wilpsbäumer doch schon mehrfach gesagt. Wir sollten jetzt abstimmen.“ Und das passierte dann auch. Die Politiker einigten sich darauf, den Gelben Sack weiter zu behalten mit der Vorgabe, dass darauf hingewirkt wird, schnellstmöglich beide Systeme anbieten zu können.

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