Plagemann Naturstein
Brunnen, Bäder und Basalt

Greven -

Fast hundert Jahre existiert dieses Unternehmen schon in Greven. Und das Wirken des alteingesessenen Handwerksbetriebes lässt sich noch an vielen Stellen der Stadtgeschichte nachspüren

Dienstag, 19.02.2019, 23:54 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 00:00 Uhr
Der Grevener Männer-Taufe-Brunnen, den die Plagemanns 1992 auf dem Marktplatz gefertigt und errichtet sowie 2017 in die Platzmitte verlegt haben.
Der Grevener Männer-Taufe-Brunnen, den die Plagemanns 1992 auf dem Marktplatz gefertigt und errichtet sowie 2017 in die Platzmitte verlegt haben. Foto: Pia Weinekötter

Gegründet wurde „Plagemann Naturstein“ 1923 an der Altenberger Straße von Theodor Plagemann, dem Opa der heutigen Inhaber. Ende der 50er Jahre übernahm dessen Sohn Werner den Steinmetz-Betrieb, mit dem er 1980 an den heutigen Standort an der Gutenbergstraße zog. 1997 übergab er die Geschäftsführung an seine beiden Söhne Christof und Roland . Viele Grevener erinnern sich gerade mit Blick auf den bevorstehenden Abriss der Josefskirche an den vor einem Jahr verstorbenen Vater. „Von ihm stammt das Taufbecken“, erläutert Christof Plagemann mit einem Anflug von Wehmut. „Und Mitte der 80er Jahre haben wir dann gemeinsam den Altar, den Ambo, das Tabernakel sowie auch das große Kreuz im Altarraum restauriert und fehlende Teile des Korpus ergänzt“, berichtet Roland Plagemann.

Beide Inhaber haben das Handwerk des Steinmetzes von der Pike auf gelernt und kennen sich sowohl mit Hammer und Meißel als auch mit dem modernen Maschinenpark wie Kantenschleifautomat oder Säulenschwenkkran bestens aus. Sowohl Christof als auch Roland haben die Ausbildung in anderen Betrieben absolviert und nach ihren Gesellenjahren jeweils ihre Meisterprüfung abgelegt.

Und zur Meisterprüfung gehört natürlich auch ein Meisterstück – und das ist so vielseitig wie der Beruf selbst. Christof Plagemann entwarf für seine Prüfung 1989 in Kaiserslautern eine extravagante Sonnenuhr aus Ibbenbürener Sandstein und sein jüngerer Bruder Roland 1999 einen beeindruckenden Brunnen aus Eifel-Sandstein. Beide Meisterstücke sind auf dem Plagemannschen Firmengelände zu bewundern.

Die Vielfältigkeit der Aufträge wie auch die Arbeit mit dem vielseitigen Naturprodukt Stein motiviert die beiden Plagemann-Brüder im fünfköpfigen Werkstatt-Team bei ihrer Arbeit. So hat auch die Vielfalt der Materialien im Laufe der Jahre immer weiter zugenommen: „Konzentrierte man sich in den 70er Jahren fast ausschließlich auf weißen Marmor und schwarzen Granit, so können wir heute dank weltweit immer neu erschlossenen Steinbrüchen beispielsweise auch mit skandinavischen, südafrikanischen oder indischen Granite oder Basalte arbeiten, die ein abwechslungsreiches Spektrum im Bereich von Farbe und Maserung bieten“, erklärt Christof Plagemann.

Und so vielfältig wie das Material, so vielseitig sind auch die Einsatzbereiche. „Klassisch ist für uns natürlich der Friedhofsbereich mit der Neuerrichtung oder auch Renovierung von Grabmalen“, erläutert Roland Plagemann, „hier geht der Trend mittlerweile oft zu heimischen Steinen, um die Verbundenheit mit der Region zu zeigen.“

Das zweite Standbein ist der Baubereich und da „machen wir prinzipiell alles außer Restaurierungen“, umreißt der 56-jährige Christof Plagemann die Einsatzmöglichkeiten. Ob nun im Haus als individuell angefertigte Arbeitsplatte für die Küche, Ablagen oder Duschwände im Bad, maßgenaue Fensterbänke, großformatige Bodenbeläge mit eindrucksvoller Maserung oder im Außenbereich als Terrassenbeläge, Treppen und Beeteinfassungen – die Ideen sind sehr vielfältig und immer individuell angefertigt. Die Bearbeitung reicht dabei von Hochglanz-poliert über geschliffen, geflammt, scharriert, satiniert bis gebürstet. „Küchenarbeitsflächen werden nicht nur poliert, sondern als weitere Oberflächenvariante auch satiniert oder gebürstet“, erläutert der 50-jährige Roland Plagemann. „Im Außenbereich wird in der Regel geflammt, poliert wäre hier aus Sicherheitsgründen wegen der Rutschgefahr gar nicht erlaubt“, ergänzt Christof Plagemann.

Scharriert ist beispielsweise auch der Männer-Taufe-Brunnen, den die Plagemanns 1992 auf dem Marktplatz gefertigt und errichtet sowie 2017 verlegt haben.

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