Heimatverein plant Erweiterung für den Sachsenhof
Mehr Hygiene für Mittelalter-Hof

Greven -

Der Heimatverein lädt derzeit mögliche Unterstützer für ein Zukunftsprojekt ein. Am Sachsenhof soll ein multifunktionales Gebäude entstehen. Vor allem auch, um ein Besucherproblem zu lösen.

Mittwoch, 20.02.2019, 17:03 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 17:30 Uhr
Mitglieder des Heimatvereins mit einem Modell des neuen Gebäudes für den Sachsenhof (v.l.): Angelika Lang, Werner Peters, Ferdi Mehl und Herbert Runde.
Mitglieder des Heimatvereins mit einem Modell des neuen Gebäudes für den Sachsenhof (v.l.): Angelika Lang, Werner Peters, Ferdi Mehl und Herbert Runde. Foto: Günter Benning

Neulich die CDU-Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking . Gestern der Regionalbotschafter der Westfalenstiftung, Wilfried Rehfeld: Grevens Heimatverein lädt derzeit mögliche Unterstützer für ein Zukunftsprojekt ein. Am Sachsenhof soll ein multifunktionales Gebäude entstehen. Vor allem auch, um ein pikantes Besucherproblem zu lösen: „Toilette im Wald – das geht heutzutage nicht mehr“, sagt Vorsitzender Herbert Runde .

Im vergangenen Jahr feierte der Heimatverein den 30. Geburtstag des Freiluftmuseums in Pentrup. Hier hatten Mitglieder des Vereins mit Hilfe des Westfälischen Museums für Archäologie Münster einen frühmittelalterlichen Sächsischen Hofplatz aus dem 6. bis 8. Jahrhundert rekonstruiert. Mit Haupt- und Nebengebäuden – und wohl so, wie die Sachsen einst lebten: Anspruchslos, mit großem Garten und dem Sanitär im Busch.

„Im letzten Jahr hatten wir 28 Schulklassen zu Gast“, sagt Runde. Denen könne man heutzutage die Hygiene der Sachsen nicht mehr zumuten. Und Angelika Lang, die oft auf dem Hof aktiv ist, weiß, dass im Sommer scharenweise Radtouristen auf dem Emsweg am Hof Halt machen: „Da steppt der Bär, an jedem Tag in der Woche.“ Aber es könne mehr geboten werden.

Einen Entwurf für das Multifunktionsgebäude hat Heimatvereins-Mitglied Prof. Dr. Jan Cejka als Modell modelliert. Es gibt auch schon Vorstellungen, wo das Haus mit etwa 120 bis 140 Quadratmeter Grundfläche stehen könnte. Direkt an der Straße, von den musealen Häusern durch den historischen Garten getrennt. Vereinsmitglied Werner Peters: „Das alles dürfte soviel kosten wie ein Einfamilienhaus.“

Dafür hätte der Verein am Freiluftmuseum ausreichende sanitäre Anlagen, Unterstellmöglichkeiten für Gerätschaften und vor allem einen Veranstaltungsraum, den man für Ausstellungen, Schulbesuche oder Vorträge nutzen könnte. Der Hof, so wünscht sich das der Heimatverein, sollte ein außerschulischer Lernort werden, der noch mehr Schülern Einblicke in die regionale Geschichte vermittelt.

Für Herbert Runde ist ein Aspekt wichtig: „Wir könnten es so weiterlaufen lassen wie bisher. Aber wir müssen den Hof für die Zukunft attraktiver machen.“ Auch um mehr jüngere Mitglieder zu gewinnen, die bei der Besucherbetreuung und der Gartenpflege helfen könnten.

Eigentümer des Geländes ist die Stadt Greven. Für den Heimatverein kommt es jetzt darauf an, Geldgeber für das ambitionierte Projekt zu finden. Eines ist für den Heimatvereinsvorsitzenden klar: „Der Sachsenhof ist ein Kleinod, damit hat Greven ein Alleinstellungsmerkmal.“

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