Jessica Gall mit Band in der Kulturschmiede
Einfühlsam-sinnlicher Lauschangriff

Greven -

Der Name Jessica Gall steht für jazzige Balladen, fern des musikalischen Mainstreams. In Trio-Besetzung mit Ehemann Robert Matt (Piano) und Enrico Anitico (Gitarren) startete sie am Samstagabend in der Kulturschmiede einen einfühlsam-sinnlichen musikalischen Lauschangriff.

Montag, 25.02.2019, 06:28 Uhr aktualisiert: 26.02.2019, 16:58 Uhr
Jessica Gall mit Robert Matt (Klavier) und Enrico Antico (Gitarre) in der Kulturschmiede.
Jessica Gall mit Robert Matt (Klavier) und Enrico Antico (Gitarre) in der Kulturschmiede. Foto: Ulrich Coppel

Von der erste Sekunde des Konzertes, bis knappe zwei Stunden später der letze Ton verklang, ließ Gall keine Zweifel aufkommen: Beste Unterhaltung – niveauvoll und hochcharmant.

KI-Vorstand Egon Koling freute sich, gerade auch angesichts einer ganzen Reihe paralleler Veranstaltungen, über das rege Publikumsinteresse. Galls Programm: Eine „Best-Of“-Mischung aus ihren eigenen farbig-schimmernd geschliffenen Lied-Diamanten. Ihr Konzept: Perfektes Arrangement und mitreißende Bühnenpräsenz. In wunderschöner Robe gekleidet, kommt sie nach guten fünf Minuten Liedtext in „Real life girl“, einem Song über alltägliche Widrigkeiten des Lebens, zum Punkt: „I´m not a princess“. Nach der folgenden „Corona“, einer dehnend lang geratenen Generalpause, kracht sie los: „Im a Queen!“

Oft lieferte Gall kleine Anekdoten zur Entstehung ihrer Stücke, oder auch kleine Erlebnisse am Rande von Aufführungen. Einmal entlud sich, bei ansonsten strahlenden Sonnenschein, während eines Open-Air Konzertes, eine verwaiste kleine Wolke – pünktlich bis zum letzten Ton des folgenden Liedes „Rain“: Schon hatte jeder Zuhörer genau dieses Bild vor seinem inneren Auge. Und genau das wollte Gall auch.

Pianist Matt und Gitarrist Antico faszinierten mit brillanten Soli, und lieferten in manchem Chorus angenehme Backround Stimmen. Matts Arrangements bescherten dafür die besten Grundlagen. Anticos Walking Basses groovten in „Don´t Wake the Baby“, und an anderer Stelle schüttelte er stupende Tappings aus dem Ärmel: Der Mann hat definitiv keine gitarrentechnischen Probleme!

Die Zugaben waren die Sahnehäubchen: Zunächst erklang ein perfektes dreistimmiges á-cappella Lied-Arrangement. Die Musiker sangen es stehend vor der Bühne, ganz ohne Verstärkung.

Und ganz zum Abschluss folgte Reinhard Meys größter Hit „Über den Wolken“ als verträumt-melancholische, zarte Jazzballade. Hinreißend!

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