Wachwechsel bei der regional Selbsthilfegruppe: Rudolf Hege löst Walter Boss ab
„Es gibt nicht Stabiles bei Parkinson“

Greven -

Am Mittwoch übernahm Rudolf Hege den Vorsitz der Parkinson-Regionalgruppe von Walter Boss beim monatlichen Treffen in der Gaststätte Wauligmann. Boss hatte die Gruppe jahrelang geleitet.

Freitag, 01.02.2019, 07:25 Uhr
Neuer Vorsitzender der Parkinson-Regionalgruppe: Rudolf Hege (vorne 2. v.l.) löst Walter Boss (vorne 4. v.l.) ab.
Neuer Vorsitzender der Parkinson-Regionalgruppe: Rudolf Hege (vorne 2. v.l.) löst Walter Boss (vorne 4. v.l.) ab. Foto: Günter Benning

Rudolf Hege kann sich gut daran erinnern, wie er die ersten Symptome seiner Krankheit erlebte: „Ich hatte mir eine Kettensäge gekauft. Und dann konnte ich das Startseil nicht durchziehen.“

Der ehemalige Leiter der beruflichen Schulen in Lüdinghausen, der in Greven lebt, hat Parkinson. Eine Krankheit, die mit dem Verlust von Nervenzellen einhergeht. Sie ist bisher nicht heilbar. „Stillstand“, sagt Hege, „ist in der Parkinson-Therapie schon ein Riesenerfolg.“

Am Mittwoch übernahm Hege (70) den Vorsitz der Parkinson-Regionalgruppe von Walter Boss beim monatlichen Treffen in der Gaststätte Wauligmann. Boss hatte die Gruppe jahrelang geleitet, jetzt erlaubt ihm die Krankheit nicht, weiterzumachen.

Rudolf Hege will nun nach neuen Mitgliedern suchen. 20 Erkrankte gibt es derzeit in der Gruppe, der Altersdurchschnitt ist hoch. „Aber wir gehen davon aus“, sagt er, „dass es viel mehr Kranke in der Region gibt, die von der Gruppe profitieren können.“

Wobei er an sich selbst erlebt hat, wie schwer der erste Schritt ist. Man wolle die Krankheit nicht akzeptieren, mache sich Hoffnungen, sagt er, „als ich zum ersten Mal in die Gruppe kam, wollte ich an der Tür wieder umdrehen.“

Die Mitglieder leiden unter Parkinson in verschiedenen Stadien und Verläufen. Klassisch heißt sie auch „Schüttelkrankheit“, aber sie kann sowohl zu ruckhaften Bewegungen führen wie zu „völliger Erstarrung“. Dann schalte der Körper auf Langsamkeit.

In der Gruppe gibt man sich therapeutische Tipps, Experten werden zu Vorträgen eingeladen, jeder Treff fängt mit einer Runde therapeutischem Sport an. „Hier erfährt man Trost, Stärkung, Leidensgleichheit“, sagt Hege, „und man bekommt mal Rat, ohne drei Stunden beim Arzt im Wartezimmer zu sitzen.“  

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