Systemwechsel bei der Volksbank
Ab 12 Uhr ist der Geldhahn dicht

Greven -

High Noon. Um 12 Uhr mittags wird heute in der Volksbank der Hebel umgestellt. „Dann fahren wir die Systeme runter“, sagt Orgaleiter Lars Lütke Jochmaring. Für die Kundschaft versiegt dann der Geldfluss. Grund ist die Umstellung der Banking-Software

Freitag, 08.03.2019, 12:00 Uhr
Blaue T-Shirts für (fast) alle: Für den Systemwechsel rücken die Mitarbeiter der Volksbank auch optisch zusammen. Orga-Leiter Lars Lütke Jochmaring (stehend links) ist ebenso zuversichtlich, dass alles klappt wie die Vorstände Dietmar Dertwinkel und Andreas Hartmann (mit den hellblauen Polohemden).
Blaue T-Shirts für (fast) alle: Für den Systemwechsel rücken die Mitarbeiter der Volksbank auch optisch zusammen. Orga-Leiter Lars Lütke Jochmaring (stehend links) ist ebenso zuversichtlich, dass alles klappt wie die Vorstände Dietmar Dertwinkel und Andreas Hartmann (mit den hellblauen Polohemden). Foto: Günter Benning

Am Automaten gibt es kein Bares. Und auch das Online-Banking funktioniert nicht mehr. 24 Stunden heißt es Ebbe in der Kasse, weil die Bank komplett auf ein neues Computersystem wechselt.

Und jetzt gleich eine Entwarnung: Wer Geld braucht, kann es an den Automaten der Kreissparkasse abheben. Volksbank-Vorstand Dietmar Dertwinkel : „Das geht bis zu 500 Euro pro Tag. Und es kostet keine Gebühr.“

Wenn alles so funktioniert wie es die Organisatoren der Bank geplant haben, dann sollten am Samstag ab 11 Uhr die Geldautomaten wieder laufen. Lütke Jochmaring: „In Münster hat die Umstellung vor zwei Wochen stattgefunden, das hat geklappt.“

Notwendig ist die Umstellung, weil in der Volksbank-Welt zwei Rechenzentren verschmolzen sind. Die Fiducia aus Karlsruhe und die GAD aus Münster heißen jetzt Fiducia GAD, aber nur das EDV-System der Fiducia hat die Fusion überlebt. Alle Banken im Münsterland müssen umsteigen, neben der Grevener Bank sind in diesen Tagen auch die anderen Volksbanken im Kreis Steinfurt an der Reihe.

„Wir bereiten uns seit einem Jahr darauf vor“, erklärt Lars Lütke Jochmaring, der wie seine Mitstreiter im blauen Projekt-T-Shirt zur Arbeit kommt. Nach außen hin soll das Zuversicht verbreiten, doch die Umstellung hat die Bank ordentlich beschäftigt. Alleine 800 Schulungstage wurden verbucht. Jeder Prozess im Programm musste angepasst werden. Am Wochenende müssen alle Mitarbeiter in der Bank erscheinen, um sich einzuloggen. Erst dann kann man sehen, ob die Umstellung funktioniert. „Natürlich haben wir Schnittchen und Obst bestellt“, sagt Dietmar Dertwinkel, „und wenn alles klappt, werden wir mit Sekt anstoßen.“

Obst steht bei den EDV-Mitarbeitern der Bank während des ganzen Projekts auf dem Tisch. Sie arbeiten am Wochenende mit Mitarbeitern des Rechenzentrums aus Münster zusammen.

Vorher wurden bereits große Kunden besucht, die ihre Bankgeschäfte per Programm erledigen. Teilweise müssen die Schnittstellen neu konfiguriert werden. Wer am Freitagnachmittag noch etwas überweisen will, wird keine Verbindung zum Volksbanknetz bekommen. Terminüberweisungen sollte man vor heute Mittag auf die Reise schicken.

Wer bisher seine Bankgeschäfte mit der Volksbank-App auf dem Handy erledigte, muss sich eine neue App laden. Einige positive Veränderungen werden Kunden demnächst erleben. Vorstand Andreas Hartmann: „Wir werden digitale Karten bekommen.“ Zahlen mit Handy ist damit möglich. Auch Instant Payment, also Überweisungen in zehn Sekunden, wird bis Mai möglich sein. Mit diesem Verfahren könnten sich Bezahlvorgänge in Firmen radikal ändern. Hartmann: „Man kann dann ganze Lieferketten anders gestalten.“

Für Fragen hat die Volksbank ihre Telefonzentrale aufgerüstet. Dietmar Dertwinkel: „Wir wollen die Wartezeiten so kurz wie möglich halten.“

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