Bezirksbeamter Martinus Benning geht in den Ruhestand
„Habe die Jahre intensiv genossen“

Reckenfeld -

Seit 2010 war Martin Benning Dorf-Sheriff in Reckenfeld. Am Mittwoch nun sagte Martinus Benning, der offiziell natürlich kein Dorfsheriff, sondern Bezirksbeamter ist, im Bezirksausschuss leise Servus. Benning geht in den Ruhestand.

Samstag, 16.03.2019, 21:57 Uhr aktualisiert: 16.03.2019, 22:00 Uhr
Martinus Benning war seit 2010 Bezirksbeamter in Reckenfeld und damit Ansprechpartner in vielen Lebenslagen. Am Mittwoch verabschiedete er sich im Bezirksausschuss. Von Bürgermeister Peter Vennemeyer gab es ein Präsent,
Martinus Benning war seit 2010 Bezirksbeamter in Reckenfeld und damit Ansprechpartner in vielen Lebenslagen. Am Mittwoch verabschiedete er sich im Bezirksausschuss. Von Bürgermeister Peter Vennemeyer gab es ein Präsent, Foto: Oliver Hengst

Als er zu Beginn seiner Dienstzeitin Reckenfeld (März 2010) in der Zeitung vorgestellt wurde, wurde er danach prompt in Greven angesprochen. „Was tust Du dir da nur an?“ Reckenfelds Image war – und ist – ein besonderes. Ein Grevener, der als „Dorfsheriff“ nach Reckenfeld geht – das war erklärungsbedürftig. Am Mittwoch nun sagte Martinus Benning , der offiziell natürlich kein Dorfsheriff, sondern Bezirksbeamter ist, im Bezirksausschuss leise Servus. Benning geht in den Ruhestand.

Der Polizist sei im Ort bekannt und geschätzt. Er habe „immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen gehabt“, sagte Ausschussvorsitzender Klaus-Dieter Niepel.

Der Dorfsheriff, der die Verwendung dieses Titels auch am Mittwoch milde lächelnd registrierte, revanchierte sich mit wertschätzenden Worten: Die Vorurteile über Reckenfeld könne er „nicht bestätigen. Ich habe niemals ein böses Wort von irgendjemanden gehört – vielleicht hinter meinem Rücken. Ich musste sicherlich auch mal dem einen oder anderen auf die Füße treten, aber das hat man mir offenbar nicht krumm genommen. Es war eine sehr intensive Zeit – ich habe das sehr genossen. Auch die ganzen Dorffeste: Das ist eine sehr gut funktionierende Dorfgemeinschaft hier. Ich bin stolz auf diesen Ort. In diesem Sinne: Vielen Dank und bis dann!“

Wer so spricht – und es vor allem auch so meint – dem ist ein kräftiger Applaus sicher. Die versammelten Politiker und Bürger ließen sich nicht zweimal bitten.

Streng genommen stand Bennings Verabschiedung gar nicht auf der Tagesordnung, weshalb sie kurzerhand vor dem Einstieg in die offizielle Sitzung stattfand. „Ich habe am Montag in der Zeitung gelesen, dass heute diese Sitzung stattfindet. Da habe ich dedacht, ich packe die Gelegenheit beim Schopfe und verabschiede mich. Hier sitzt ja die Creme de la Creme von Reckenfeld“, erklärte der Rentner in spe schmunzelnd.

„Ich habe die letzten neun Jahre sehr intensiv genossen, es war eine wunderbare Zeit.“ Ob Dorffest, Ententeich, Kirchplatz oder schummerige Ecke – Benning zeigte Präsenz, wo es nötig war.

Dafür gab es von Bürgermeister Peter Vennemeyer eine kleines Präsent zum Abschluss. „Ich habe die Zusammenarbeit mit Ihnen in den letzten Jahren genossen, es hat immer alles geklappt. Vielen, vielen Dank. Genießen Sie ihren Ruhestand.“

Zum 1. April soll der Posten des Bezirksbeamten wieder besetzt werden. Der Stelleinhaber soll schon feststehen. Die offizielle Bekanntgabe der Personalie steht indes noch aus.

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