Fleisch einkaufen ohne Verpackungsmüll
„Das System wird gut angenommen“

Greven -

Der Edeka-Markt Schneider an der Grimmstraße bietet seit Anfang des Jahres Möglichkeiten, Plastik-Abfall zu vermeiden. Und: Das wird sehr sehr gut angenommen. Wie das geht? Siehe unten.

Samstag, 16.03.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 16.03.2019, 15:21 Uhr
Beatrix Miethe ist Fleischfachverkäuferin im Edeka-Markt an der Grimmstraße. Sie zeigt, wie das System funktioniert. Die Dose wird aufs Tablett gestellt und befüllt. Nichts hinter der Fleischtheke kommt mit dem Behältnis in Berührung.
Beatrix Miethe ist Fleischfachverkäuferin im Edeka-Markt an der Grimmstraße. Sie zeigt, wie das System funktioniert. Die Dose wird aufs Tablett gestellt und befüllt. Nichts hinter der Fleischtheke kommt mit dem Behältnis in Berührung. Foto: Peter Beckmann

Jeder Deutsche verbraucht im Jahr rund 25 Kilo Verpackungsmüll aus Plastik. Nicht einmal die Hälfte davon wird recycelt. Und der Rest? Der wird verbrannt – oder noch schlimmer – landet in der Umwelt und sogar im Meer. Kann man übel finden, muss man übel finden. Aber: Was kann man dagegen machen? Der Edeka-Markt Schneider an der Grimmstraße bietet seit Anfang des Jahres Möglichkeiten, Plastik-Abfall zu vermeiden. Und: Das wird sehr sehr gut angenommen.

Beatrix Miethe ist Fleischfachverkäuferin in dem Supermarkt. „Rund 25 Prozent unserer Kunden bringen beim Einkauf von Fleisch, Aufschnitt und Käse inzwischen eigene Behältnisse mit“, erzählt sie und ist begeistert, wie gut dieses Angebot angenommen wird.

Dabei ist die Art und Weise, wie so etwas im täglichen Arbeitsalltag funktionieren kann, nicht ganz so einfach zu realisieren. Denn die Hygienevorschriften beim Verkauf loser Frischwaren sind streng. Mitgebrachte Behältnisse der Kunden dürfen nicht mit Messer, Zangen oder irgendwelchen Einrichtungen hinter der Fleischtheke in Berührung kommen. Auch die Verkäuferin darf damit nicht in Kontakt kommen. Und da gibt es verschiedene System. Der Edeka-Markt hat sich für die Tablett-Variante entschieden.

„Die Behältnisse sind alle sauber“

„Der Kunde stellt sein Behältnis auf ein Tablett, wir befüllen das Behältnis nach dem Abwiegen mit der Frischware, der Bon wird auf den Boden geklebt“, erklärt Miethe. Und das funktioniere hervorragend. „Die Behältnisse, die die Kunden mitbringen, sind alle sauber, sogar die Bons vom vorherigen Einkauf haben die meisten abgekibbelt“, berichtet die Fleischfachverkäuferin von ihren Erfahrungen.

Andere Supermärkte bieten ein Plastikdosen-Mietsystem an. Der Kunde gibt seine beim letzten Einkauf benutzte Dose ab, die wird dann in einem speziellen Automat gereinigt. Für den aktuellen Einkauf bekommt der Kunde eine gesäuberte Dose.

Wie auch immer: Diese Angebote werden, so ist den vielen Berichten zu entnehmen, immer gut angenommen. „Die Kunden bemühen sich wirklich Abfall zu vermeiden“, sagt Miethe.

Alternativen auch für Obst und Gemüse

Auch in der Obst- und Gemüseabteilung des Marktes gibt es Alternativen zu den dünnen Plastikbeuteln. „Wir bieten Netze an, die immer wieder verwendet und sogar in der Waschmaschine gereinigt werden können.“ Und nicht zuletzt gibt es im Markt ein Regal mit diversen Bambus-Produkten, die an Stelle von Plastik-Varianten angeboten werden. Strohhalme, Kaffee-Behälter oder waschbare Tücher aus Bambus bilden eine Alternative zum Plastik.

Schaut man allerdings nach rechts neben das Bambus-Regal wird schnell klar, wo das noch größere Problem liegt. Das Kühlregal quillt förmlich über von Plastikbehältern für Joghurt, Quark, Aufschnitt und Co. „Da haben wir derzeit noch keine Möglichkeiten, das zu ändern“, bedauert Miethe.

Aber ein Anfang ist im Markt ja schon mal gemacht . . .

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