Wifo-Arbeitskreis führt Gespräche / SPD unterstützt die Idee
Fachhochschule am Überwurf

Greven -

Erst mal sind es nur Gedankenspiele. Könnte man in Greven nicht einen Standort für eine Fachhochschule einrichten? Bei nur 11 Minuten Bahn-Fahrzeit bis Münster Hauptbahnhof? „Wir diskutieren darüber“, sagt Heinz Gräber.

Sonntag, 24.03.2019, 16:03 Uhr aktualisiert: 24.03.2019, 17:00 Uhr
Parkplatz, Bushaltestelle – aber insgesamt suboptimal genutzt: Hier könnte sich Uwe Habben einen Überlieger bis zur Ems vorstellen.
Parkplatz, Bushaltestelle – aber insgesamt suboptimal genutzt: Hier könnte sich Uwe Habben einen Überlieger bis zur Ems vorstellen. Foto: Günter Benning

Das ehemalige Fiege-Vorstandsmitglied ist Mitglied im Arbeitskreis Innenstadtentwicklung des Grevener Wirtschaftsforums (Wifo).

Und in dieser Funktion hat Gräber bereits konkret mit einem Vertreter der Fachhochschule Münster ausgelotet, wie eine Stadt wie Greven zu einem FH-Standort werden könnte.

„Das wird aber nur gehen, wenn wir ein geschlossenes Konzept vorlegen“, sagt Gräber.

Das Fachhochschulthema hat Ansteckungscharakter. Bei der Jahresversammlung des Wifo sprach dessen Vorsitzender Frederik Vennschott gleich von einem FH-Hub. Und davon, dass „Greven dadurch junge Leute in die Stadt bekommen kann.“

„Das wollen alle Städte“, relativiert Bürgermeister Peter Vennemeyer, für den die FH derzeit kein Thema ist. Seine Verwaltung ist gut ausgelastet mit dem Riesenprojekten Rathaus-Sanierung und Rathausstraßenumbau.

Aber gerade deshalb ist der Arbeitskreis um Heinz Gräber aktiv geworden. Er verknüpft nämlich die Idee von einem Stützpunkt der Hochschule mit einer anderen Idee, die eine große Brache an der Rathausstraße betrifft.

Für den gesamten Bereich zwischen Rathaus und Ems haben schon vor Jahren der ehemalige Provinzial-Immobilien-Entwickler Uwe Habben und der Grevener Architekt Bernhard Schulze Gronover einen Plan entworfen. Er sieht einen aufsteigenden Überwurf über die ehemalige Bundesstraße in Richtung Ems vor. Da, wo heute nur Auto parken, sollen Mietswohnungen und Geschäfte entstehen. Für Heinz Gräber wäre das eine Idee, die sich mit einem FH-Standort gut vereinbaren ließe.

Uwe Habbens groß gedachtes Bauprojekt ist in der Vergangenheit weder von der Politik aufgegriffen, noch von der Verwaltung weiterentwickelt worden. Dafür, ließ unlängst Planungsbereichsleiter Matthias Herding hören, habe man derzeit keine Kapazitäten.

Die Grevener SPD sieht hier allerdings Chancen. Ihr stellte Habben unlängst sein Projekt vor. „Wir werden uns intensiv für dieses Thema einsetzen“, erklärte Fraktionsvorsitzender Dr. Christian Kriegeskotte auf Anfrage, „hier muss mehr passieren, attraktive Aufenthaltsbereiche, Wohnen, Gastronomie und Dienstleistung. Wir arbeiten daran.“

Tatsächlich, findet Habben, dass diese Bebauung die unvollendete Neubauplanung der 70er Jahre vollenden würde. Besser als Neubaugebiete am Stadtrand. Als unlängst die Pläne für den Rathausstraßen-Planung mit einem Kreisverkehr an der Kreuzung Hinter der Lake/Lindenstraße vorgestellt wurde, schlug er gleich Alarm. Auch Heinz Gräber meinte bei der Wifo-Jahresversammlung am Vosskotten: „Ein Kreisverkehr für über 1000 Schüler, die dort täglich hergehen, funktioniert nicht.“ Vor allem nicht, wenn man sich im Hintergrund gegenüber dem Rathaus ein komplettes Wohngebiet vorstellt.

Beispiele für ausgelagerte Fachhochschulen sind die Städte Emden und Lingen. „Bei uns kämen“, so Gräber, „die Bereiche Logistik oder Immobilienmanagement in Frage. Andere Städte kriegen das auch auf die Reihe.“

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