Robert Kreis begeistert in der Kulturschmiede
Ein Großstädter in der Emsstadt

Greven -

Aller guten Dinge sind drei: Der in den Niederlanden aufgewachsene Kabarettist, Pianist und Entertainer Robert Kreis trat am Freitagabend in der Kulturschmiede auf. Zum bereits dritten Mal war es der Kulturinitiative damit gelungen, diesen Urvater der 20er-Jahre-Retrowelle in die Emsstadt zu holen.

Sonntag, 31.03.2019, 15:35 Uhr aktualisiert: 31.03.2019, 16:00 Uhr
Robert Kreis trat am Freitag zum dritten Mal in Greven auf und wusste auch diesmal zu begeistern.
Robert Kreis trat am Freitag zum dritten Mal in Greven auf und wusste auch diesmal zu begeistern. Foto: Jens Keblat

„Herrlich, in dieser Weltmetropole Greven zu sein“, freute sich Kreis , als er die überschaubare Bühne in der Kulturschmiede betrat. Erst kurz zuvor war er noch in Hamburg aufgetreten und war eigens im Auftrag der Kulturinitiative an die Ems gekommen. Kaum auf der Bühne gab der in Indonesien geborene, in den Niederlanden aufgewachsene und mittlerweile in Berlin lebende Inbegriff der in den 1980er Jahren geprägten 20er-Jahre-Retrowelle ganz dezent Vollgas und nutzte zum Einstieg in sein aktuelles Bühnenprogramm „Großstadtfieber“ die Gelegenheit, sich und seine Biografie ganz ausführlich und vor allem anekdotenreich vorzustellen.

Schätzungsweise 7500 Vorstellungen habe er in den vergangenen 45 Jahren gegeben, so Kreis, „am 10. Mai werde ich 35 – in Euro.“ Dabei seien die fast 70 Jahre seines bisherigen mehr als bewegten Lebens wie im Flug vergangen. „Man rennt zu seinem Grab“, habe schon seine Mutter immer gesagt.

Kreis berichtete seinen Zuhörern von seinen ersten Auftritt 1974 im Theater Bellevue in Amsterdam. „850 Plätze im Theater – 19 waren da. Ich sah nur Stühle.“ Dabei habe alleine das Orchester hinter ihm 18 Mann gehabt. Kurzerhand habe er seine wenigen Zuhörer auf die Bühne geholt und nah bei sich unterhalten. Diese Aktion habe seine Karriere prompt in Fahrt gebracht, eine Tournee durch die Niederlande, Belgien und später auch Deutschland habe sich daran angeschlossen.

Doch so schön wie das im Jugendstil gestaltete Theater in Amsterdam seien seitdem nur wenige Säle gewesen, in denen er aufgetreten sei. Sehr zum Bedauern des bekannten Künstlers: „Stadthallen – wer hat die Dinger erfunden? Lieblos und kalt. Kein Leben drin, diese weißen Wände. Da bin ich lieber hier, in einem kleinen intimen Raum. Auch Jugendstil?“, zeigte sich Kreis mit Blick auf das keinesfalls geweißelte Ambiente in der Kulturschmiede gewohnt humoristisch.

In seinem gut zweieinhalbstündigen Programm ging Kreis darauf ein, was das Großstadtleben für ihn ausmache und warum er darauf nicht verzichten kann. Das alles nicht ohne auch über die politische Lage zu sinnieren. Dabei stieß der Mann mit Menjou-Bart und feuerroten Lippen auf ein begeistertes und gut zuhörendes Publikum. Zudem konnte die KI um Egon Koling am Freitagabend ein volles Haus und damit einen guten Erfolg für sich verbuchen.

Was am Ende bleibt, ist das Fazit des Künstlers: „Ich bin ein Großstadtmensch. Aber ich bin auch gerne in Greven.“

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