Bevölkerungsentwicklung, Schul- und Kindergartenplanung
Daten-Tool für Blick in die Zukunft

Greven -

Ein Blick in die Zukunft zu werfen war immer schon ein Traum der Menschheit. Aber manchmal ist so ein Ausblick, der dann auch halbwegs seriöse Ergebnisse liefert, von sehr großer Bedeutung. Die Stadtverwaltung hat mit der Anschaffung des Tool des Hildesheimer Bevölkerungsmodells den Versuch unternommen, Vermutungen durch seriöse Daten zu ersetzen.

Dienstag, 02.04.2019, 11:06 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 11:10 Uhr
Erste Ergebnisse aus der Auswertung des neuen Tools: So könnte sich die Einwohnerzahl Grevens in der Zukunft entwickeln. Die grüne Kurve zeigt die Entwicklung, wenn ab sofort niemand mehr nach Greven ziehen oder die Stadt verlassen würde.
Erste Ergebnisse aus der Auswertung des neuen Tools: So könnte sich die Einwohnerzahl Grevens in der Zukunft entwickeln. Die grüne Kurve zeigt die Entwicklung, wenn ab sofort niemand mehr nach Greven ziehen oder die Stadt verlassen würde. Foto: Stadt Greven

Erste Ergebnisse des Demografie-Monitorings der Stadt wurden jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt präsentiert.

Matthias Herding , Fachdienstleiter Stadtentwicklung, machte direkt zu Beginn der Präsentation deutlich, dass diese Software kein Lösung liefert, sondern ein Tool zur Beobachtung künftiger Entwicklung und zur Bereitstellung von Daten sei. „Wir versuchen, basierend auf gewissen Annahmen, eine Bevölkerungsvorausberechnung aufzustellen.“ Und er warnte gleich, dass dieses Tool natürlich sehr empfindlich gegenüber Schwankungen wie im Jahr 2015 – die hohe Einwanderung von Flüchtlingen – sei.

Und: Es wurden erste Ergebnisse präsentiert. Allerdings gleich in drei Versionen: Bei einer natürlichen Bevölkerungsentwicklung, einer Entwicklung mit ausklingender Wanderung und einer Entwicklung mit konstanter Wanderung. „Denn letztendlich sind nicht Geburten und Sterbefälle entscheidend, sondern die Zu- und Abwanderung von Bürgern.“

Demnach hat Greven bei einer ausklingenden Wanderung im Jahr 2033 eine Bevölkerung von rund 41 000 Menschen, bei einer konstant ansteigenden Wanderung rund 42 900 Einwohner. Eine wichtige Erkenntnis, die wohl niemanden überraschte: „Die Alterung der Gesellschaft wird ein deutliches Problem“, sagte Herding.

Wichtig seien konkrete Zahlen bei der Diskussion über Schul- und Kindergarten-Entwicklungsplanung. „Wir werden dazu im Schulausschuss im Mai Zahlen vorstellen“, sagte der Erste Beigeordnete Cosimo Palomba. Aber: Das Thema sei so komplex, dass die Verwaltung Arbeitsgruppen unter Beteiligung der Parteien plane. „In einem Ausschuss können wir einfach nicht alle Informationen transportieren, die notwendig sind.“ Außerdem stehe man erheblich unter Zeitdruck.

Was Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) nur bestätigen wollte. „Wir sind bei der Schulentwicklung erheblich im Rückstand, da werden uns in der Zukunft erhebliche Probleme erwarten“, sagte er. „Wir müssen unter Zeitdruck Entscheidungen treffen, weil wir die Probleme verschlafen haben.“

Das sah auch Jürgen Diesfeld (CDU) so. „Wer die Zahlen kennt, weiß, dass da ein großes Defizit besteht“, sagte er und wies auf grundsätzliche Überlegungen hin. „Wir müssen uns sicherlich erst einmal klar werden, wohin wir wollen.“ Da gehe es um das Thema Entwicklung von Baugebieten. „Wollen wir Baugrund zur Verfügung stellen oder nicht?“, brachte Michael Kösters-Kraft (Grüne) das Thema auf den Punkt. Denn diese Entscheidung sei wesentlich für die Prognosen zu Schulen und Kitas.

Christian Kriegeskotte verdeutlichte, dass bei dieser Diskussion das zusätzliche Angebot an Arbeitsplätzen im Airportpark und die damit einhergehende Einwanderung von EU-Bürgern Berücksichtigung finden müsse. „Das waren in den vergangenen zehn Jahren immerhin 1300 Menschen. Diese Menschen müssen ja auch irgendwo wohnen“, sagte er.

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