Infoabend der Lebenshilfe sehr gut besucht
Jede Menge Infos zum selbstbestimmten Wohnen

Greven -

Der Informationsabend der Lebenshilfe zum Thema selbstbestimmtes Wohnen wurde sehr gut angenommen. Die Kulturschmiede war voll besetzt.

Mittwoch, 10.04.2019, 19:19 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 19:30 Uhr
Den Einstieg in den Abend machten die Tandem-Berater, die vorstellten, wie sie selbst mit Unterstützung der Lebenshilfe wohnen.
Den Einstieg in den Abend machten die Tandem-Berater, die vorstellten, wie sie selbst mit Unterstützung der Lebenshilfe wohnen. Foto: Lebenshilfe

Voll ist es in der Kulturschmiede. Etwa 100 Interessierte sind zum Infoabend der Lebenshilfe gekommen. „Viele von Ihnen werden besonderes Interesse an dem neuen Haus an der Nordwalder Straße haben“, eröffnet Marita Dirks-Kortemeyer direkt zu Beginn. „Es wird heute Abend aber nicht nur darum gehen.“

Den Einstieg in den Abend machten die Tandem-Berater, die vorstellten, wie sie selbst mit Unterstützung der Lebenshilfe wohnen. Allein, in einer eigenen Wohnung im Haus der Eltern, in einer WG, in einer Hausgemeinschaft – jede Wohnform hat ihre Vor- und Nachteile.

Anschließend folgte eine Präsentation, die zu den Themen Wohnmöglichkeiten, Finanzierung, Pflege und der Zusammenarbeit mit Angehörigen informierte.

Nach dem ersten allgemeinen Teil lichteten sich die Reihen in der Kulturschmiede, denn während die Angehörigen sich an Thementischen weiter zu den oben angerissenen Themen informieren und austauschen konnten, näherten sich die Menschen mit Behinderung ganz praktisch dem Thema „Auszug“. In der Karderie hatten die Mitarbeiter des Ambulant Unterstützten Wohnens verschiedene Dinge ausgelegt, die mit dem selbstbestimmten Wohnen zu tun haben und brachten den Teilnehmern auf diese Weise die Thematik näher. „Natürlich sind da auch einige Sachen dabei, die man überhaupt nicht braucht“, erklärte Brigitte Marker. „Einen Schwimmring zum Beispiel.“ „Naja,“ flachste einer der Teilnehmer „wenn ich wische und der Eimer fällt mir um? Dann brauch ich den vielleicht.“

In beiden Runden wurde natürlich auch das neue Haus an der Nordwalder Straße besprochen und Pläne gezeigt. Während die möglichen zukünftigen Mieter an ganz praktischen Dingen interessiertet waren – Kann man da Haustiere halten? Wer ist denn mein Vermieter? – ging es bei den Angehörigen gemeinsam mit Architekt Bernard Hillebrand um Schallschutz, Sichtschutz und Bewegungsflächen für Rollstühle.

Nachdem die Gruppe der Menschen mit Behinderung von einer Ortsbegehung an der Nordwalder Straße zurückgekehrt waren, fand der Abend einen gemeinsamen Ausklang in der Kulturschmiede. Viele der Teilnehmer blieben noch für Gespräche mit den Mitarbeitern der Lebenshilfe vor Ort. „Lassen Sie uns im Gespräch bleiben“, war der große Wunsch Vieler.

Wer in das Gebäude an der Nordwalder Straße tatsächlich einziehen wird, steht noch längst nicht fest. „Niemand geht heute mit einem Mietvertrag nach Hause“, erklärte Klaus Gellenbeck, Aufsichtsratsmitglied der Lebenshilfe. „Es geht jetzt darum zu schauen, wer Interesse hat, wie die konkreten Wünsche sind und wie eine gute Hausgemeinschaft entstehen kann. Lassen Sie uns die kommenden eineinhalb Jahre nutzen.“

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