Lothar Bergmann verstorben
Der große Blonde mit dem Kater

Greven -

Am Sonntag starb der Lokaljournalist Lothar Bergmann im Alter von 85 Jahren. 37 Jahre arbeitete er an der Grevener Lokalfront, zunächst als Alleinredakteur, später als Chef einer wachsenden Redaktion.

Montag, 15.04.2019, 20:41 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 20:50 Uhr
Lothar Bergmann war jahrelang Redaktionsleiter der Münsterschen Zeitung in Greven.
Lothar Bergmann war jahrelang Redaktionsleiter der Münsterschen Zeitung in Greven. Foto: WN Archiv

Der große Blonde mit dem Kater. . . Wer abendlich durchs Grevener Kaffeemühlenviertel zwischen Königs- und Barkenstraße, Hansaring und Blücherstraße schlenderte, traf manchmal auf diesen langen Schlacks. Oft dabei am ledernen Schlepptau die Siamkatze Boris. „Gestatten Bergmann , ich bin sehr angenehm“, so stellte er sich gerne vor. Dann lächelten die Augen, blinzelte der Schalk. Am Sonntag starb der Lokaljournalist Lothar Bergmann im Alter von 85 Jahren.

„Schriftleiter für Greven“ lautete die Berufsbezeichnung, als der gebürtige Soester 1961 seinen Redaktionsdienst in Greven aufnahm. 37 Jahre arbeitete er an der Grevener Lokalfront, zunächst als Alleinredakteur, später als Chef einer wachsenden Redaktion. Journalistische Neulinge nordete er rasch auf das Wesentliche in seiner Stadt ein. „Beten, Züchten, Schießen“, drei Dinge, die aus seiner Sicht in der Emsstadt an Wichtigkeit kaum zu überbieten waren.

Als Lokalredakteur war er ein echter Allrounder. Von Kirche bis Kommerz, vom Handball bis Fußball, von Kunst bis Kriminalität. Der dienstälteste Redakteur der Münsterschen Zeitung brachte alles ins Blatt. Mindestens so wichtig wie der Draht in die Kommunalpolitik war für den Journalisten Bergmann die Verbindung zu den Menschen der Stadt.

Ob Kaninchenzüchter oder der Bastelkreis – Lothar Bergmann nahm eben auch die Belange des kleinen Mannes ernst und sich selbst nicht so wichtig. „Der Friedhof liegt voll mit den Menschen, die sich für unersetzbar hielten“, lautete sein drastisches Credo zur persönlichen Bescheidenheit.

Diese Eigenschaft, aber auch seine große Hilfsbereitschaft brachten ihm den Respekt von Kollegen, Mitbewerbern, Freunden und Lesern ein. „bn“, sein Autorenkürzel war zugleich aber auch das Markenzeichen für Journalismus fern aller Fake-News. So treu er seiner Wahlheimat Greven auch über Jahrzehnte verbunden war, die Reisen durch viele Teile dieser Welt erweiterten seine Horizonte. Mit besonderen Schnappschüssen ließ er Freunde und Kollegen gern daran teilnehmen.

Auch nach seinem Ruhestand im Oktober 1998 blieb er mit Kater und Lebensgefährtin an der Blücherstraße wohnen. Seine geistigen Muskeln ließ er weiter spielen. Das belegen selbst verfasste Aphorismen, aber auch sein Ruf als ungekrönter Rätselkönig von Greven.

Keine noch so um die Ecke gedachte Begriffssuche blieb dem Mann verborgen, dem das lange blonde Haar, ein leicht hängendes Augenlid und der feine Humor oft den Vergleich zu Urkomiker Karl Dall einbrachte. Er enträtselte alle intellektuellen Aufgaben aus Zeit und SZ im Verbund mit seinen langjährigen Rätselfreunden.

Sein Weg, der ihn fast täglich zum Kanal bei Schmedehausen führte, ist nun zu Ende. Die Erinnerung an einen liebenswerten Menschen und guten Kollegen aber bleibt.

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