Emsdettener Landstraße: Geschäftsinhaber drohen mit rechtlichen Schritten
Mit der Baustelle in die Pleite?

Reckenfeld -

Für die Brüder Matthias und Michael Grohe, Pächter der Shell-Tankstelle, und Peter Arnke, Betreiber des Grill-Restaurants Pomm-Fit, ist die Baustelle auf der Emsdettener Landstraße eine Katastrophe. Umsatzverluste von 30 Prozent (Imbiss) bis zu 50 Prozent (Tankstelle) machen den drei Männern erhebliche Kopfschmerzen

Mittwoch, 17.04.2019, 10:27 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 10:30 Uhr
Matthias und Michael Grohe, Pächter der Shell-Tankstelle, und Peter Arnke, Betreiber des Grill-Restaurants Pomm-Fit, machen sich große Sorgen um ihre wirtschaftliche Existenz.
Matthias und Michael Grohe, Pächter der Shell-Tankstelle, und Peter Arnke, Betreiber des Grill-Restaurants Pomm-Fit, machen sich große Sorgen um ihre wirtschaftliche Existenz. Foto: Peter Beckmann

Autoverkehr? Der ist eigentlich nur auf der parallel verlaufenden Schillerstraße zu sehen. Auf der Emsdettener Landstraße herrscht dagegen tote Hose. Kein Wunder. Denn ab dem Kreisel Dorfmitte ist die Straße wegen der Bauarbeiten gesperrt. Für die Brüder Matthias und Michael Grohe , Pächter der Shell-Tankstelle, und Peter Arnke , Betreiber des Grill-Restaurants Pomm-Fit, eine Katastrophe. Umsatzverluste von 30 Prozent (Imbiss) bis zu 50 Prozent (Tankstelle) machen den drei Männern erhebliche Kopfschmerzen. „Das ist existenzgefährdend“, sind sich die Männer einig und fordern eine einspurige Verkehrsführung mit Baustellenampel.

  Foto: Peter Beckmann

Die drei Männer wollen nicht unnötig jammern. Aber: Sie befürchten das Schlimmste. „Das Ganze hier soll 15 Monate dauern, zwischenzeitlich wird die Straße sogar vor unseren Geschäften gesperrt, dann geht gar nichts mehr“, sagen sie. Auch die Lebensmittelmärkte K&K und Aldi bekämen das zu spüren. „Bei denen ist es genau wie bei mir, einen Großteil der frischen Lebensmittel können wir nur wegschmeißen“, sagt Pommesbuden-Betreiber Peter Arnke.

  Foto: Peter Beckmann

Aber: Sie wussten doch vorher Bescheid, oder? „Man hat die Eigentümer zu einer Infoveranstaltung eingeladen, ich bin aber nur Pächter und wusste von nichts“, bemängelt Arnke. Man habe nach der Sperrung Mitarbeiter der Stadt angesprochen, die hätten nur gesagt, dass es anders nicht zu machen sei.

Das bestätigt die Stadtverwaltung. „Im Vorfeld ist auch die Möglichkeit einer halbseitigen Sperrung geprüft worden. Der Bau unter Vollsperrung spart jedoch insgesamt rund drei Monate Bauzeit sowie einen etwa sechsstelligen Betrag im Aufwand“, antwortet Andrea Rauße-Rüther von der Pressestelle der Stadtverwaltung. Eine halbseitige Sperrung würde bei den Kanalbauarbeiten zudem eine Umlaufzeit (eine Rotphase) von über 120 Sekunden bedeuten. „Auf die Dauer würden Autofahrer dies nicht akzeptieren und sich Wege durch die Wohngebiete suchen, da dann bei einer halbseitigen Sperrung keine Umleitungsstrecke zur Verfügung stünde.“

Für die Querungen mit den Hausanschlüssen für Ver- und Entsorgungsleitungen müsste der Verkehr zudem jeweils von der einen Seite auf die andere geleitet werden. „Dies würde einen enormen Aufwand in Logistik und Provisorien nach sich ziehen, die die oben genannten Kosten und Verzögerungen nach sich zögen.“

Damit können sich die Geschäftsleute nicht abfinden. „Wenn das hier so weiter geht, können wir in ein paar Monaten dicht machen“, erzählen sie unisono. Ihre Aushilfen hätten sie schon nach Hause geschickt – „ist ja kaum etwas zu tun.“ „Ob wir die nach Ende der Bauarbeiten – wenn wir das denn überstehen – zurück bekommen, ist eine andere Frage.“

So wie derzeit können es jedenfalls nicht weiter gehen. „Die Vollsperrung ist für uns existenzgefährdend. Wenn die Stadt nicht reagiert, und aus der Vollsperrung eine halbseitige Sperrung macht, werden wir juristische Schritte einleiten und Regress-Forderungen stellen“, verdeutlichen die Geschäftsleute.

Der Hinweis, dass vor den entscheidenden Knotenpunkten Hinweistafeln mit der Angabe, dass Einzelhandel und Tankstellen erreichbar sind, aufgestellt seien, bringe auch nicht viel. Dass die Geschäftsleute bei all dem nicht übertreiben, wird während des Gesprächs deutlich. Nicht ein Autofahrer machte während der 45 Minuten an der Tankstelle Halt . . .

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