Nach dem Brand der Notre-Dame: Was wäre wenn?
„Der Kirchturm wäre nicht zu retten“

Greven -

Nach dem Brand der Kirche Notre-Dame in Paris ist die Frage nicht ganz unberechtigt: Was würde eigentlich passieren, wenn es in der Grevener St.-Martinus-Kirche brennen würde? Die Antwort ist ernüchternd.

Dienstag, 16.04.2019, 21:26 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 21:30 Uhr
Peter Öchsner in den Höhen der Martinus-Kirche. Das Holz, das dort verbaut ist, ist 500 Jahre alt und dementsprechend extrem trocken.
Peter Öchsner in den Höhen der Martinus-Kirche. Das Holz, das dort verbaut ist, ist 500 Jahre alt und dementsprechend extrem trocken. Foto: Günter Benning

Jeder, der die Kirche vorher gesehen hat, kann sich freuen. Denn nach dem Brand der Pariser Kirche Notre-Dame ist dort nichts mehr, wie es einmal war. Da stellt sich schnell die Frage: Was würde eigentlich passieren, wenn es in der Grevener St.-Martinus-Kirche brennen würde? „Wenn es den Turm der Kirche erwischt, kann man ihn nur brennen lassen und versuchen, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern“, sagte Peter Öchsner , Küster der Martinus-Gemeinde, auf Anfrage.

Denn: Die Höhe ist das Problem. Der Kirchturm ist 65 Meter hoch, da reicht keine Feuerwehrleiter hin. Öchsner erinnert sich an einen Vorfall vor drei Jahren. Da gab es einen Feueralarm, weil ein Passant ein vermeintliches Feuer am Turm beobachtet hatte. Die Feuerwehr wurde alarmiert und rückte aus. „Das erwies sich zum Glück als Falschmeldung, der Mann hatte die Fahnen, die zu der Zeit am Turm hingen, nach einem Blitz in Brand gesehen.“ Aber natürlich habe man damals darüber gesprochen, was wäre wenn. „Der damalige Stadtbrandmeister hat mir erklärt, dass da am Turm nichts zu retten sei“, erinnert sich Öchsner.

Der Dachstuhl der Martini-Kirche ist rund 300 Jahre jünger als der von Notre-Dame. „Aber 500 Jahre ist das Holz immer noch alt. Und es ist strohtrocken da oben“, erklärt Öchsner.

Vorteil gegenüber der Pariser Kirche: „In der Martinus-Kirche ist bei weitem nicht so viel Blei verbaut worden, wie in Notre-Dame“, erklärt Öchsner. Denn das sei bei dem Brand, bei dem angeblich Temperaturen bis 1000 Grad gemessen wurden, geschmolzen und die Wände herunter gelaufen. „Unten gingen dann das Chorgestühl und alles andere, was brennbar war, durch das glühende Blei in Flammen auf.“ Dadurch sei es dann auch zu so großen Schäden im Kirchenraum selbst gekommen. „In frühgotischen Kirchen sind die Fugen des Mauerwerks teilweise mit Blei gefüllt worden, weil es sich so gut formen lässt.“

Grundsätzlich habe die Grevener Feuerwehr natürlich einen Einsatzplan für den Fall der Fälle. „Das Dach der Kirche können sie ja auch erreichen“, sagt Öchsner. „Aber wenn der Turm brennt und zusammenbricht, stürzt vermutlich das ganze Dach mit ein.“

Und natürlich gibt jeder darauf acht, dass so ein Brand gar nicht erst entsteht. „Alle, die dort oben zu tun haben, jeder Handwerker weiß bescheid, dass dort äußerste Vorsicht geboten ist.“ Was die Handwerker, die in der Kirche Notre-Dame arbeiteten, vermutlich auch wussten. Genutzt hat es bekanntlich wenig . . .

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