Wenn aus 17 250 Hexagons eine Decke wird
Ein gigantisches Stoffteilchenpuzzle

Reckenfeld -

Man muss schon leidenschaftlich dabei sein und viel Geduld aufbringen um aus 17 250 Stoffteilchen einen Quilt in einer Größe von etwa 2,50 mal 2,60 Metern zu nähen. Als Handarbeit versteht sich. Diese Geduld und vor allem Freude an so einer Arbeit hat Roswitha Sebastian.

Samstag, 20.04.2019, 09:09 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 22:10 Uhr
Uiiii, ist der groß. Das, was Roswitha und Bernd Sebastian da hoch halten, nennt sich Quilt. Die Decke besteht aus 17 250 kleinen, sechseckigen Stoffteilchen.
Uiiii, ist der groß. Das, was Roswitha und Bernd Sebastian da hoch halten, nennt sich Quilt. Die Decke besteht aus 17 250 kleinen, sechseckigen Stoffteilchen. Foto: Rosemarie Bechtel

Insgesamt arbeiten in einer Gruppe seit 2014 rund 1500 Teilnehmer jeweils an einem Quilt. So nennt man diese Decken aus kleinen sechseckigen Stoffteilchen (Hexagon). Doch wie kommt man auf die Idee so ein „Mammutwerk“ anzugehen?

„Nun, ich patchworke schon sehr lange und haben kleine und auch größere Decken, oder auch andere Dinge in dieser Technik genäht. Es macht einfach Spaß“, sagt Roswitha Sebastian . Als sie im Internet auf einen Blog von Grit Kovac aus Celle stieß, die das Muster für diese Decke mit dem Namen „Le Passion“ entworfen hat, war für sie klar: „Einen Quilt mit diesem Muster möchte ich auch anfertigen“. Die Anleitung dazu war auf 13 Arbeitsschritte aufgeteilt und wurde von Grit Kovac alle sechs bis acht Wochen auf ihrem Blog veröffentlich.

Das Muster ist bei allen Teilnehmern gleich, die Farben konnte jeder selbst wählen. Roswitha Sebastian hat sich für Blautöne entschieden. Rund 25 Meter Stoff wurden bislang verarbeitet. Jedes Hexagon hat, wenn es sauber umnäht ist, eine Größe von einem halben Inch. Dann werden die einzelnen Hexagons per Hand zusammengefügt, ganz nach der Vorgabe des Musters. Diesen Arbeitsschritt nennt man Patchworken.

„Beim Entfernen des Papiers, das erst einmal dazwischen liegt, hat mein Mann geholfen“. Bernd Sebastian zeigt sich begeistert davon, was seine Frau, aber auch die anderen Teilnehmer, aus so kleinen Stoffteilchen nähen. „Das Grandiose ist, da stürzen sich weltweit so viele Leute drauf“.

Über Facebook sind fast alle miteinander in Kontakt. Es treffen sich immer mal wieder kleine Gruppen. Größere Treffen gab es auch in Celle, Wuppertal, Hannover und in Norwegen. „Da haben mein Mann und ich natürlich teilgenommen.“ Im Mai fand das dritte offizielle „La Passion Treffen“ in Ulsteinvik/Norwegen statt. „Es war einfach toll.“

Und Ihr Mann erzählt: „Selbst am Flughafen und auch in jeder freien Minute holten die Frauen ihr kleines Nähpäckchen raus und arbeiteten weiter.“ Roswitha Sebastian freut sich, dass demnächst eine Quilterin, die gebürtig aus Afrika kommt aber schon eine Zeit in Deutschland wohnt, nach Riesenbeck zieht. Da werden die Damen wohl noch mehr Kontakt miteinander pflegen.

Zurück zur Decke: Es sind mehre Schritte ehe man so eine Decke fertig hat. Den letzten Schritt nennt man Quilten. Das ist die Zusammenführung von Oberweite, Futter und Unterseite.

Der Quilt von Roswitha Sebastian ist fast fertig. Aber der letzte Arbeitsschritt bei dieser großen Decke liegt noch vor ihr und ist anstrengend. Die Menge an Stoff ist schwer und auf die Rückseite muss erst einmal Fließ genäht werden. Darauf kommt dann der dunkelblaue stabile Stoff – natürlich auch in sauber gesteppter Handarbeit. „Am besten sitzt man dabei am Tisch, eben anders als mit den kleinen Teilchen die man überall nähen kann.“

Vom dritten bis fünften Mai werden Quilts auf der Nadelwelt in Karlsruhe ausgestellt. „Bis dahin schaffe ich es nicht, meinen Quilt komplett fertig zu bekommen. Deshalb kann ich da nicht teilnehmen. Aber ich freue mich auf ein Wiedersehen mit einigen Quilterinnen und die Arbeiten die dort gezeigt werden“, sagt Roswitha Sebastian.

Und was geschieht dann mit diesem wunderbaren Teil? „Als Zudecke ist die zu groß. Aber wir haben uns überlegt, sie an die Wand zu hängen“, so die Pläne der beiden Sebastians.

Und das wird mit Sicherheit ein echter Hingucker.

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