Ostergottesdienste in Grevens Kirchen
„Mitgefühl statt Menschenhass“

Greven -

Für die Kirchen war Ostern ein festlicher Anlass, um auf Mitgefühl zu pochen.

Montag, 22.04.2019, 22:10 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 16:38 Uhr
Pfarrer Klaus Lunemann und Diakon Werner Gerling bei Entzündung der Osterkerze vor der Martinuskirche.
Pfarrer Klaus Lunemann und Diakon Werner Gerling bei Entzündung der Osterkerze vor der Martinuskirche. Foto: Jannis Beckermann

Es ist ein Moment, dem dank seiner Stimmung sogar mancher Nicht-Kirchen-Anhänger etwas abgewinnt. Selbst wenn sie sich stets etwas ziert, die Osterkerze, die der Diakon in der Feuerschale vor dem Südportal der Martinuskirche entzündet. Ein paar Anläufe braucht‘s. Dann leuchtet das Flämmchen am Kerzendocht.

„Das Osterlicht als Symbol der Auferstehung und Hoffnung“, spricht Pfarrer Klaus Lunemann ins Mikro, „haben wir damit sicher eingefangen.“ Und die Osternacht, die Traditionsmesse bei Kerzenschein, kann über die Bühne gehen.

Besondere Themen

Die Szene am Abend des Karsamstag markiert am Wochenende den klassischen Auftakt zu den Osterfeiern in der Emsstadt. Es ist eine alljährliche Übung. Und dennoch: Traditionelles und Modernes zu verbinden – das haben sich die Kirchengemeinden 2019 wieder einmal besonders auf die Fahnen geschrieben.

Festmesse hier, H2O-Jugendgottesdienst dort: Das Spektrum an Kirchenfeiern war selten so vielfältig wie an diesen Feiertagen, zu denen insgesamt Hunderte in die Gotteshäuser strömten.

So füllte sich etwa auch die evangelische Christuskirche am Ostersonntag zahlreich mit Gläubigen. Sie hören eine Botschaft von Pfarrer Jörn Witthinrich, die überrascht. Denn er stellt Jesu Verräter Judas ins Zentrum seiner Predigt. Judas sei mit seiner Schuld und Reue alleine gelassen worden, obwohl doch jeder dieses Gefühl, einen Fehler begangen zu haben, kenne. „Dabei braucht doch jeder Mensch Erbarmen, jeder Mensch braucht Gnade in dieser Welt“, sagt Witthinrich.

Hilfe für Flüchtlinge

Und wie viele seiner Amtskollegen ruft er zu mehr Barmherzigkeit insbesondere gegenüber Flüchtlingen und anderen Minderheiten auf. „Es braucht Mitgefühl mit der Welt statt Hass auf Mitmenschen – das ist Ostern “, findet der Kirchenmann klare Worte.

Eine Kanzel weiter klingt es ähnlich. Ostern bedeute Hoffnung für Ausweglose. „Jesus will eintauchen in unsere Lebenswirklichkeit“, predigt Klaus Lunemann in St. Martinus. Er nimmt zudem Bezug zum Notre-Dame-Brand, für dessen immense Gebäudeschäden kurzerhand Millionen an Spenden gesammelt werden konnten. „Warum geht das nicht auch bei humanitären Katastrophen?“, fragt er klagend, und fordert das, was die Pariser mit ihren Gebetsketten um die Kirche vorgelebt hätten: Eine Kirche aus lebendigen Steinen zu sein, die die Mitmenschen in den Mittelpunkt stelle.

Und dann gibt es natürlich noch die Oster-Taufen. Erwachsene, Jugendliche, Kinder: Sie alle treten zum Hochfest in den Gottesdiensten der Kirche bei. Es ist ein besonderer Akt, der Grevens Gemeinden in diesem Jahr wieder mal mehrfach Zuwachs beschert.

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