Auslegung von Planfeststellungsunterlagen
Neuer Wald statt Kilovolt

Greven -

Da hat die angekündigte Offenlegung von Planfeststellungsunterlagen für eine 380kv-Höchstspannungsleitung im Grevener Rathaus für mächtig Aufregung gesorgt. Aber: Die Aufregung ist umsonst. Die Leitung wird nicht über Grevener Gebiet gebaut, es geht hierbei nur um Kompensationsflächen.

Freitag, 26.04.2019, 08:00 Uhr
Die richtigen Hammer-Stromleitungen machen einen Bogen um Greven. Und auch die Planung, um die es geht (siehe Skizze), umkurvt das Stadtgebiet mit großem Abstand.
Die richtigen Hammer-Stromleitungen machen einen Bogen um Greven. Und auch die Planung, um die es geht (siehe Skizze), umkurvt das Stadtgebiet mit großem Abstand.

Es ist doch immer schön, wenn man in seiner Ansicht bestätigt wird. „Das wundert mich jetzt“, antwortet nämlich Jonas Knoop auf die Frage, warum im Grevener Rathaus Planfeststellungsunterlagen für den Neubau der 380kv-Höchstspannungsleitung von Wesel nach Meppen ausgelegt werden. Und mit dieser Aussage geht er, seines Zeichens Projektsprecher des Netzbetreibers Amprion, mit vielen anderen d‘accord. Also noch einmal: Was soll das?

Da muss Knoop selbst erst einmal nachfragen. „Diese Unterlagen werden ja eigentlich nur da ausgelegt, wo eine Betroffenheit besteht“, erklärt er. Und die sei beim Blick auf den Verlauf der Strecke nicht wirklich ersichtlich. Denn das Grevener Stadtgebiet wird auch nicht im Entferntesten angekratzt.

Dann die wundersame Auflösung des Rätsels. „Greven ist tatsächlich nur indirekt betroffen“, hat Knoop in Erfahrung gebracht. Es gehe nicht um die Stromleitung, es gehe um die Kompensationsmaßnahme dafür. „Für jede Maßnahme müssen wir Kompensationsflächen nachweisen, die haben wir in Greven gefunden.“

Aber warum ausgerechnet in Greven? Das weiß auch Knoop nicht. „In unserem Unternehmen gibt es eine zentrale Stelle, die sich mit den Kompensationsmaßnahmen befasst.“ Und diese Stelle bekomme ständig Flächen angeboten, die für eine Kompensationsmaßnahme geeignet seien. „Diese Flächen müssen nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe zum Projekt sein.“

Bedingung sei nur, dass die Kompensationsfläche sich in einem naturnahen Raum befinde. Und das sei dann wohl in Greven der Fall. „In den Unterlagen, die ab dem kommenden Montag auch in Greven ausliegen, wird deutlich, warum eben diese Fläche in Greven geeignet ist.“

Die Fläche befinde sich in Bockholt in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals. Diese Fläche solle aufgeforstet werden. Wie groß diese Fläche ist, konnte Knoop nicht sagen. „So etwa zwei Fußballfelder werden das sein.“

Wie gesagt: Wer es genau wissen will, kann ab Montag im Rathaus einen Blick in die Unterlagen für die Planfeststellung werfen. Denn darin ist auch die Kompensation in Greven verzeichnet.

Übrigens gibt es im gesamten Grevener Gebiet keine 380kv-Hochspannungsleitung. Die Hauptversorgungsleitung, die von Emsdetten am Stockkamp vorbei zum Umspannwerk an der Mühlenstraße und weiter nach Münster verläuft und ganz Greven mit Strom versorgt, hat nur schlappe 110 Kilovolt zu bieten.

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