Grüne lehnen Rathausstraßen-Gestaltung ab
Radikalkur für den Innenstadtverkehr

greven -

Rathaus- und Kardinal-von-Galen-Straße als Einbahnstraße. Und mehr Platz für Radler und Fußgänger. Das fordern die Grünen.

Samstag, 11.05.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 11.05.2019, 15:20 Uhr
Grüne Fahrradfahrer (v.l.): Lore Hauschild, Peter Borggreve und Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft
Grüne Fahrradfahrer (v.l.): Lore Hauschild, Peter Borggreve und Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft Foto: Günter Benning

Die Grünen lehnen die bisher geplante Umgestaltung der Rathausstraße ab. „Die ist immer noch vor allem auf den Autoverkehr ausgerichtet“, sagte am Freitag Fraktionsvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft in einem Pressegespräch, „wir müssen zu neuen Mobilitätskonzepten kommen.“

Die Umgestaltung der Rathausstraße ist in einem aufwendigen Diskussionsprozess mit Bürgern vorbereitet worden. Unter anderem war dabei in einem Teilbereich von der Planungs-Agentur Greenbox ein Shared-Place vorgesehen gewesen. Pkw, Radler, Fußgänger wären gleichberechtigt gewesen.

Dies, hatte jüngst André Kintrup, Straßenplaner der Stadt erklärt, sei nicht förderfähig. Und bei täglich 11 000 durchfahrenden Pkw auch nicht denkbar.

Die Grünen sehen das anders. Für sie muss die Umgestaltung der Rathausstraße gleich mit einer Radikalkur verbunden sein. Kösters-Kraft: „Wir fordern eine Straße, wo die Hälfte der Fläche für Fußgänger und Radfahrer reserviert sein sollte.“

Und da das nicht anders passe, müsste dafür die Rathausstraße zur Einbahnstraße werden. Der Verkehr würde dann vom Hallenbadkreisel bis zum Völkerballkreisel nur in eine Richtung gehen.

Gleichzeitig müsste dafür der Verkehr auf der Kardinal-von-Galen-Straße ebenfalls einspurig laufen. Hier ist es vor allem im Kreuzungsbereich Martinistraße, Friedrich-Ebert-Straße für Radfahrer gefährlich. Die Einbahnstraßenregelung sollte nach den Vorstellungen der Grünen erst ab der Martinistraße gelten, damit Aldi und Hagebau weiterhin aus allen Richtungen erreichbar bleiben.

Aus Sicht der Stadt drängt die Zeit. Der Umbau der Rathausstraße ist verbunden mit der Rathaussanierung und dem Erdwärmeprojekt in der Emsaue. „Da der Bund dagegen klagt“, sagt Kösters-Kraft, „wird das erst mal nichts.“ Und Ratsfrau Lore Hauschild geht angesichts verkehrspolitischer Neuorientierung davon aus, dass es in Zukunft weitere Fördermittel für die Verbesserung des Innenstadtverkehrs geben werde.

Verbunden mit der Initiative für eine andere Straßengestaltung schlagen die Grünen im Rat für den Rathausparkplatz vor, dort eine autofreie Siedlung zu errichten Man werde sich deshalb in Kürze die autofreie Siedlung Weißenburg in Münster ansehen. „Die Flächen sind verkehrsmäßig gut angebunden“, sagt Michael Kösters-Kraft. Der Bahnhof sei nah, die Busse halten vor der Tür und am Rathaus endet die Velorouten Richtung Münster.

Klar sei, dass dort öffentlich geförderte Wohnungen entstehen müssten. Die Grünen hatten dazu bereits die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft vorgeschlagen. „Es muss möglich sein“, so Lore Hauschild, „dass auch junge Leute, die bei den Eltern ausziehen, in Greven eine bezahlbare Wohnung finden.“

Für das Gelände gibt es bereits verschiedene Ideen. So hofft etwa ein Wifo-Arbeitskreis, einen Ableger der Fachhochschule hier installieren zu können.

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