Europawahl: Parteien diskutieren im Augustinianum
„Den Klimawandel ernst nehmen“

Greven -

„Selbstverständlich müssen wir den Klimawandel ernst nehmen“, so die Europakandidatin für die SPD im Münsterland, Sarah Weiser. „Wir wollen den Emissionshandel durch eine CO2-Steuer ergänzen.“

Freitag, 10.05.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 12.05.2019, 15:14 Uhr
Sie diskutierten über Europa (v.l.): Daniel Kerekes, Paavo Czwikla, Anna Blundell, Sarah Weiser. Daneben die Moderatoren Felix Frohning und Johanna Elshoff.
Sie diskutierten über Europa (v.l.): Daniel Kerekes, Paavo Czwikla, Anna Blundell, Sarah Weiser. Daneben die Moderatoren Felix Frohning und Johanna Elshoff. Foto: Hannah Schrand

„Wenn die EU anfangen würde, Steuern einzufordern, würde das Reibungen erzeugen, die wir uns nicht leisten können“, meint Paavo Czwikla , Vertreter der FDP. Trotzdem reiche auch für die Liberalen die Regelungen des Emissionszertifikatshandels nicht aus.

„Wir fordern einen radikalen Abschaltungsplan für Braunkohle“, so Linke-Vertreter Daniel Kerekes . Erneuerbare Energie müsse ausgebaut werden, genau wie der öffentliche Nahverkehr.

In vielen Dingen sind sich die Vertreter der Parteien einig. Aber eben nicht in allen, das wurde bei einer Diskussion im Augustinianum deutlich.

„Wir wollen die Politik greifbarer machen“, sagt Schulleiter Dr. Volker Krobisch. „Die Parteienvertreter sollten nicht nur auf den Wahlplakaten zu sehen sein. Wir wollen aktiv ins Gespräch kommen, damit sich jeder Einzelne seine Meinung bilden kann.“

Das Sowi-Forum am Gymnasium am Donnerstagmittag stößt auf großen Zuspruch: Die Aula der Schule ist voll. Vertreter der SPD , Bündnis 90/ Grüne, FDP und der Linken sind gekommen, um ihr Wahlprogramm bei einer Debatte den Schülern vorzustellen. Entgegen der Einladung, die auch der CDU und der AfD zukam, fehlen die beiden Parteien. Aus Zeitgründen, wie es heißt.

„Ich muss zugeben, dass ich mich freue, heute niemanden aus dem nationalistischen Flügel begrüßen zu müssen“, sagt Krobisch. Europa sei schon genug von dergleichen Gedankengut attackiert worden. Ein solcher Wandel sei besorgniserregend, man müsse dafür kämpfen, dass jeder Euro, der in Europa investiert werde, weiterhin den Frieden sichere.

Das Forum wurde von dem Sozialwissenschaften-Leistungskurs vorbereitet. Es gibt Moderatoren, Zeitwächter und zwei Schüler, die das Mikrofon an Fragenstellende weitergeben.

Die Moderatoren Felix Frohning und Johanna Elshoff aus dem Leistungskurs leiten das Forum ein: Es werden zu den Themen Nachhaltigkeit, Migration, politische Bildung und Partizipation Fragen gestellt, für deren Antwort jeder Vertreter eine Minute Redezeit hat. Ansonsten meckert der Zeitwächter. Danach können Fragen aus dem Plenum beantwortet werden.

Nachhaltigkeit ist das erste Thema. Die Moderatoren leiten die erste Frage mit Hilfe einer Umfrage des Eurobarometers ein: 52 Prozent der Befragten stimmten zu, dass der Klimaschutz das höchste Ziel Europas sein sollte. Wie sehen das die einzelnen Parteien und wie wollen sie ihre Anforderungen auf EU-Ebene umsetzen?

Gespannt hören die Schüler verschiedener Klassen den Antworten der Parteimitglieder zu. Es gibt Lacher, wenn Kerekes zum wiederholten Male den Kapitalismus als Verursacher aller schlechten Dinge bezeichnet und die Grünen-Vertreterin Anna Blundell erst zehn Minuten zu spät die Bühne betritt und sich ärgert, dass sie das Thema Nachhaltigkeit verpasst hat. Diskussionen zwischen den Parteien werden geführt, die Demonstrationen der „Fridays for Future“ Bewegung thematisiert und viel Mut gemacht: Trotz Gegenwind sollen die Schüler nicht aufhören, zu protestieren, sie sollen den Schwung nutzen und sich in Parteien und Jugendorganisationen beteiligen. „Europa“, sagt der Liberale Paavo Czwikla, „ist viel zu wichtig, um nicht zur Wahl zu gehen!“

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