MCH: 20-jähriges Bestehen des Arbeitskreises „Lebens- und Sterbebegleitung“
Würdevolle Erinnerungskultur

Reckenfeld -

Wie gehe ich mit sterbenden und verstorbenen Bewohnern um? Diese Frage brannte vor 20 Jahren engagierten Mitarbeitern des Matthias-Claudius-Hauses auf den Nägeln. Damals wurde der Arbeitskreis „Lebens- und Sterbebegleitung“ gegründet.

Montag, 13.05.2019, 07:12 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 07:30 Uhr
Die „Veehharfengruppe“ aus Emsdetten präsentierte irische Volksmusik, alte Schlager und Volkslieder.
Die „Veehharfengruppe“ aus Emsdetten präsentierte irische Volksmusik, alte Schlager und Volkslieder. Foto: ros

Anlässlich dieses Jubiläums fand jetzt eine Festwoche mit vielen Aktivitäten statt. Das MCH ist stolz auf das bunte Mosaik seiner haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter und auch auf die wertvolle Kooperation mit dem Ambulanten Hospiz-dienst der Malteser Greven. Wer jemals Sterbende begleitet hat, kann nachvollziehen, welch emotional fordernde Aufgabe diese Menschen leisten.

Karin Stuff vom sozialen Dienst hat die Festwoche mit vorbereitet und berichtet von der würdevollen Erinnerungskultur, die nach und nach entstand ist, wie die Gedenkecke im Eingangsbereich, wo in sehr persönlichen Nachrufen der Verstorbenen gedacht wird. Auch werden die verstorbenen Bewohner nicht „durch eine Hintertür abgeholt“, sondern sie verlassen nach einer würdevollen Abschieds-und Aussegnungsfeier, zu der alle Mitarbeiter und Begleiter eingeladen sind, das Haus mit dem Bestatter durch den Haupteingang.

Die Jubiläumswoche begann mit einem Gedenkgottesdienst für alle verstorbenen Bewohner des letzten Jahres.

Auch Freunde und Leichtigkeit soll in so einer Jubiläumswoche vermittelt werden. Die Märchenerzählerinnen Bärbel Bösenberg und Ute Habrock entführten Bewohner, Mitarbeiter und Gäste in die Welt der Märchen, erzählten vom Leben der Gebrüder Grimm und begeisterten mit ihren Ge-schichten.

Diakoniepfarrer Lothar Sander aus Münster gestaltete den Gottesdienst zur Jubiläumswoche, bevor Gäste, Bewohner und Mitarbeiter zu einer festlichen Kaffeetafel „an de Miälkwellen“ in Ladbergen starteten.

Sehr interessant war das Tagesseminar „Was die Mimik in schwierigen Lebenslagen verrät“. Die Expertin für Mikromimik, Marlies Lamers, konnte den Haupt-und ehrenamtlichen Mitarbeitern wertvolle Informationen und Hinweise geben. „Hier haben wir sehr viel für unseren Alltag im Umgang mit Dementen und Sterbenden gelernt“, zeigt sich Karin Stuff begeistert. Ein Thema das man gerne vertiefen würde.

Das große Spargelbuffet für alle war ebenfalls ein Dankeschön an die Engagierten. „Die Küche hat das wirklich toll organisiert“, schwärmt Karin Stuff. Sie war es auch, die die Veranstaltungen maßgeblich begleitete, so wie am Freitag als die Veehharfengruppe aus Emsdetten zu Gast war. Im Wechsel mit musikalischen Beiträgen aus irischer Volksmusik, alten Schlager und Volksliedern zeigte Stuff eindrucksvolle große Schwarz-Weiß-Bilder von alten Menschen. Zu jedem Bild gab es einen kurzen eindrucksvollen Beitrag mit Lebensweisheiten.

Den Abschluss bildete der „Tag der Pflege“ mit einem Überraschungsdankeschön an alle Mitarbeiter.

So eine Woche erfordert einiges an Mehraufwand, und so freute sich Karin Stuff über die drei Mädchen von der Gesamtschule, die in dieser Woche ihr Praktikum im MCH leisteten und sehr gut mitgeholfen haben.

„Es war eine wunderbare Woche, die uns allen viel gebracht hat und die letzten Jahre Revue passieren ließ“, so die engagierte Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes.

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