Diskussion im Ausschuss für die Bauerschaften
Birken-Alleen sollen stehen bleiben

Greven -

Erstmal klang der Antrag des Landwirtschaftlichen Ortsvereins (LOV) radikal. Birkenalleen an Wirtschaftswegen sollte man grundsätzlich schlagen. Die Bäume mit den weißen Stämmen seien nämlich als Straßenbäume nur bedingt geeignet.

Dienstag, 21.05.2019, 18:19 Uhr
Birkenallee im Herbst – wenn es nach Grevens Landwirten ginge, müssten die Bäume geschlagen und ausgetauscht werden.
Birkenallee im Herbst – wenn es nach Grevens Landwirten ginge, müssten die Bäume geschlagen und ausgetauscht werden. Foto: Günter Benning

Im Ausschuss für Bauerschaften wurde der Antrag allerdings nicht weiter verfolgt. Unter ökologischen Gesichtspunkten, meinte André Kintrup , im Rathaus für die Verkehrsplanung zuständig, seien Alleen an Wirtschaftswegen nämlich geschützt.

Diejenigen, die etwas mehr zum Thema zu sagen hätten, saßen am Dienstagabend im Zuschauerraum und konnten nicht mitreden. LOV-Vorsitzender Matthias Langkamp : „Man müsste natürlich für die gefällten Bäume Ausgleichspflanzungen vornehmen.“ Oder, wo das machbar ist, andere Baumarten oder Hecken pflanzen.

Aus Sicht der Landwirte hat die Birke, wie sie beispielsweise in der Kiebitzheide oder in Pentrup steht, zwei Nachteile: Als Flachwurzler zerstöre sie den Straßenbelag der Wirtschaftswege. Außerdem stehen die Bäume an einigen Stellen so dicht, dass landwirtschaftliche Großfahrzeuge nicht mehr durchkommen.

Wilhelm Bolte, sachkundiger Bürger der CDU, wies daraufhin, dass Birken nicht besonders alt werden. Ab 50 Jahren tendieren sie dazu, hohl zu werden: „Dann müssen sie sowieso gefällt werden.“

Worauf André Kintrup meinte, die Stadt reagiere schon, wenn Gefahr in Verzug sei, aber präventiv werde man sicher keine Bäume schlagen. Nachpflanzungen direkt an Wirtschaftswegen werden vermieden, heißt es dazu in der Vorlage der Verwaltung. Stattdessen werden neue Bäume in geeigneten Abständen vom Fahrbahnrand gepflanzt. Allerdings ließen sich an den Grevener Birkenalleen auch keine Schäden feststellen, „die über das Normalmaß“ hinausgingen.

SPD-Ratsherr Theo Groß-Wöstmann fühlte sich an eine Debatte vor zehn Jahren erinnert. Heute sei man froh, damals eine Birkenallee erhalten zu haben. Fazit der Diskussion: Die Birken bleiben, der LOV-Antrag wird nicht weiter verfolgt.

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