Ahaus: „Verzögerungen machen alles teurer“
Alexianer stornieren Seniorenangebot

Greven -

Geplant waren an der Saerbecker Straße Tagespflege, eine Demenz-Wohngemeinschaft, und Büroräume für einen Pflegedienst. Doch daraus wird nichts mehr: Die Alexianer haben sich aus dem gemeinsamen Projekt mit dem Bauunternehmen Ahaus zurück gezogen. Gebaut wird trotzdem.

Donnerstag, 23.05.2019, 10:20 Uhr
Still ruht der See: Nach den ursprünglichen Planungen müsste das Grundstück an der Saerbecker Straße längst bebaut sein. Im Juni sollten dort Tagespflege, eine Demenz-Wohngemeinschaft, Senioren-Service-Wohnungen und Büroräume für einen Pflegedienst eröffnet werden. Daraus wird nichts mehr.
Still ruht der See: Nach den ursprünglichen Planungen müsste das Grundstück an der Saerbecker Straße längst bebaut sein. Im Juni sollten dort Tagespflege, eine Demenz-Wohngemeinschaft, Senioren-Service-Wohnungen und Büroräume für einen Pflegedienst eröffnet werden. Daraus wird nichts mehr. Foto: Peter Beckmann

Tagespflegeplätze für Senioren? Die sind in Greven Mangelware und werden dringend benötigt. Eine Demenz-WG? Die Plätze würden vermutlich mit Kusshand in Anspruch genommen. Beides wollte die Alexianer GmbH – einer der fünf größten katholischen Unternehmensverbünde im Gesundheits- und Sozialwesen Deutschlands – an der Saerbecker Straße im Neubau Ahaus anbieten. Aber: Gestern kam die Absage.

„Wir bedauern sehr, dass dieses gute und gewollte Projekt nun nicht zustande kommt. Die Ahaus & Ahaus Liegenschafts GbR hat uns unlängst mitgeteilt, dass unter den heutigen Rahmenbedingungen der damals geschlossene Kooperationsvertrag nicht gehalten werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung der Alexianer. Was ist passiert? Krach zwischen Ahaus und Alexianer?

Nein, so die einstimmige Aussage von beiden Seiten. Aber: Warum ist das Projekt dann abgesagt? „Wir haben drei Jahre auf die Baugenehmigung gewartet, dadurch allein sind die Baukosten deutlich gestiegen“, erklärt Felix Ahaus und rechnet vor: „Bei einem Projekt, dass vier Millionen Euro kostet, sind Preissteigerungen der Baukosten von fünf bis acht Prozent pro Jahr sehr viel Geld.“ Das habe dazu geführt, dass die Konditionen, die man mit den Alexianern ursprünglich ausgehandelt habe, nicht gehalten werden könnten. Sprich: Die Miete musste angehoben werden.

Das wiederum beschert den Alexianern Probleme. „„Für uns sind die Angebote nur wie im Vorfeld abgestimmt, geplant und vertraglich fixiert realisierbar“, so der Geschäftsführer der Alexianer St. Antonius GmbH, Günter Engels , in der Pressemitteilung. Die gemeinsame Suche mit der Firma Ahaus nach Alternativlösungen sei letztlich ergebnislos geblieben. Konsequenz: „Nach langer, reiflicher Überlegung sind wir zu dem Schluss gekommen, dieses Projekt am Standort in Greven nicht realisieren zu können“. Auf Anfrage unserer Zeitung betonte Engels, dass er inhaltlich weiterhin von dem Projekt überzeugt sei.

Gebaut werde jetzt trotzdem, bestätigte Thomas Ahaus. „Wir haben die Baugenehmigung am 1. April erhalten und werden in vier Wochen mit den Bauarbeiten beginnen.“ Voraussichtliche Bauzeit: zwei Jahre. Ursprünglich geplant war, dass im Juni diesen Jahres das Gebäude zur Nutzung durch die Alexianer fertig gestellt sein sollte.

Die drei Gebäudekomplexe werden von Nord nach Süd verwirklicht. „Die Wohnungen im nördlichen Haus C sind bereits fast alle verkauft“, so Felix Ahaus. Das mittlere Haus mit seinen acht Wohnungen wird auch weiterhin öffentlich gefördert. Die Wohnungen im südlichen Gebäude sollen auf dem freien Markt verkauft werden.

Letztendlich spart Felix Ahaus nicht mit Kritik an der Stadtverwaltung. „Wir hatten bei der Baugenehmigung exorbitante Probleme mit der Stadt.“ Und er zitiert FDP-Chef Christian Lindner. „Wenn die Baugenehmigung länger dauert als das Bauen selbst, läuft etwas mächtig falsch.“

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