Stadt beschäftigt sich mit eventuellen Schul-Neugründungen
Wohin mit all den Schülern?

Greven -

Die Schülerzahlen steigen weiter, der Platz in den Schulen wird knapp. Wie reagieren? Darüber sollen Workshops Klarheit bringen, an denen neben Vertretern der Politik und der Verwaltung auch Schulleitungen und Eltern teilnehmen sollen.

Samstag, 25.05.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 25.05.2019, 19:00 Uhr
Die Zahl der Grundschüler in Greven wird bis zum Jahr 2025 voraussichtlich von derzeit 1600 auf bis zu 1900 steigen. Das macht sich zeitversetzt natürlich auch in den weiterführenden Schulen bemerkbar.
Die Zahl der Grundschüler in Greven wird bis zum Jahr 2025 voraussichtlich von derzeit 1600 auf bis zu 1900 steigen. Das macht sich zeitversetzt natürlich auch in den weiterführenden Schulen bemerkbar. Foto: dpa

Je nach Bevölkerungsentwicklung könnte sich Bedarf für eine weitere Grundschule und mittelfristig für eine weiterführende Schule in Greven ergeben. Das geht aus ersten Zahlen hervor, die die Stadtverwaltung nun mit Hilfe des eigens angeschafften Demografie-Tools „Hildesheimer Modell“ errechnet hat. „Auf diese Zahlen haben wir sehr, sehr lange warten müssen. Nun liegen sie vor, wenn auch noch nicht in der Tiefe, wie wir uns das erwartet hatten“, sagte Schulausschussvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne). „Der Prozess beginnt leider erst fünf nach zwölf“, bedauerte Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) in der Ausschusssitzung am Mittwoch. „Es gibt viele, die schon verloren haben.“

Die errechneten Zahlen basieren auf der Annahme, dass Greven weiter attraktives Ziel für Grevener, aber auch für Auswärtige, die in die Stadt streben und hier bauen, bleibt.

Wie dynamisch diese Entwicklung ausfallen wird – das ist die große Frage. Die Stadt hat verschiedene Szenarien durchgerechnet. In einem wächst die Grundschülerzahl rasant an, reduziert sich nach einigen Jahren aber wieder spürbar.

In einer anderen Rechen-Variante bliebt die Grundschülerzahl auch langfristig auf hohem Niveau. Der Trend würde sich in diesem Fall auch deutlich in den weiterführenden Schulen bemerkbar machen. Für Frank Hänel, in der Stadt für Schulfragen zuständig, ist die so genannte „ausklingende Wanderung“ die wahrscheinlichste Variante. Diese geht davon aus, dass der Zuzug nach Greven sich mittelfristig abschwächt.

Demnach würden die Grundschülerzahlen von derzeit rund 1600 auf etwa 1800 bis 1900 im Jahr 2025 steigen, um danach wieder auf etwa 1700 im Jahr 2033 zurückzugehen. Vor allem im Einzugsbereich der vierzügigen Mariengrundschule macht sich das bemerkbar. Dort rechnet die Stadt mit einer Nachfrage von 130 bis 160 Plätzen. Sprich: Zwei- bis zweieinhalb Züge fehlen.

Im Bereich der weiterführenden Schulen geht die Prognose davon aus, dass die AFR vierzügig bleibt, an der Gesamtschule und am Gymnasium ergäbe sich demnach der Bedarf einer Fünf- bis Sechszügigkeit. Und das gilt für den Fall, dass Klassen mit bis zu 29 Schülern gebildet werden. Geht man von kleineren 25er-Klassen aus (was üblich, weil pädagogisch sinnvoll ist) fehlen gar drei bis vier Klassen.

Kann man diesen Bedarf innerhalb der bestehenden Schulen und mit den vorhandenen Gebäuden abdecken? Oder muss man über Erweiterungen, gar Schulneugründungen nachdenken? Diese wichtigen Fragen kann man nicht mal eben in einer Ausschusssitzung klären, weshalb folgendes Verfahren vereinbart wurde: Es wird zeitnah (bis September) drei jeweils vierstündige Workshops / Sondersitzungen des Schulausschusses geben, in der diese Fragen besprochen werden.

Die Stadt nimmt dafür die externe Unterstützung der Firma Gebit in Anspruch. „Zahlen liefern uns noch keine Lösungen“, sagte Beate Tenhaken, die im Rathaus den Bereich Bildung verantwortet.

Moritz Hauschild (Linke) regte im Ausschuss an, auch schon mit der Suche nach geeigneten Schulstandorten zu beginnen. Dafür fand er jedoch keine Mehrheit. „Ich gehe selbstverständlich auch davon aus, dass wir eine weitere Schule brauchen“, sagte Ausschussvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne). Er warnte aber vor „Schnellschüssen“. Auch für Jürgen Diesfeld (CDU) ist die Workshop-Reihe daher die richtige Antwort: „Die Problematik in Greven ist sehr vielschichtig.“

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