Diskussion über Kunstrasen in der Emsaue
Augen zu und durch

Greven -

„Echte Männer mähen nicht.“ Mit aufmunternden Sprüchen werben Onlineportale für 40 Sorten Kunstrasen. Grüne Männer wollen aber keinen Kunstrasen, jedenfalls nicht den gängigen mit Gummigranulat. Fraktionschef Dr. Michael Kösters-Kraft plädierte am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss dafür, im Emsauen-Stadion Alternativen zu prüfen. Dort wartet gerade ein Kunstrasenplatz auf den finalen Belag.

Donnerstag, 30.05.2019, 09:10 Uhr aktualisiert: 30.05.2019, 09:30 Uhr
Schon im April richtete der Bagger die Fläche für den neuen Kunstrasen an der Emsaue zu.
Schon im April richtete der Bagger die Fläche für den neuen Kunstrasen an der Emsaue zu. Foto: th

Hintergrund: Die EU bereitet ein Verbot von Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen vor. Das Material wird, wenn es abgerieben ist, zu Mikroplastik und landet in den Wasserkreisläufen.

Dagegen, verteidigte TBG-Chef Aloys Wilpsbäumer , „haben wir in Zukunft die vierte Stufe unserer Abwasserreinigung.“ Im Klärwerk soll Mikroplastik ausgefiltert werden.

Die Debatte führte mitten hinein ins umweltpolitische Debakel. „Wir sind an einem Point of no return“, sagte Wilpsbäumer. Der Punkt ohne Rückkehr, das heißt: Die Stadt hat das Material schon bestellt. Die elastische Tragschicht wird in der kommenden Woche eingebaut.

Alternativen – etwa Sand oder Kork – erfordern andere technische Vorrichtungen. „Eine Beregnungsanlage für einen Sandplatz läge bei 50 000 Euro“, sagt Wilpsbäumer.

Und Kork, der ja nachwachse, sei nicht in ausreichendem Maße vorhanden.

Außerdem dräue eine Strafe von „mindestens 125 000 Euro“, wenn die Stadt ihre Bestellung nicht abnehme, denn das Material sei bereits produziert.

Kösters-Kraft blieb unzufrieden: „Wenn wir die Robbenbabies im Plastikmüll sehen, müssen wir konsequent sein.“ Unterstützt wurde er von Ernst Reiling von Reckenfeld Direkt.

Jürgen Diesfeld von der CDU sah zwar die Risiken, aber auch den finanziellen Nachteil: „Wir sollten es in der ausgeschrieben Bauweise machen.“ Dr. Christian Kriegeskotte (SPD) hätte sich auch einen Platz mit Sand vorstellen können, musste aber einräumen, dass das technisch nicht machbar ist. Fazit: Der Ausschuss stimmte – mit grünen Gegenstimmen – für das Gummigranulat.

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