Freilichtbühne Reckenfeld
„Ein Käfig voller Narren“ feiert Premiere

Reckenfeld -

Premiere auf der Reckenfelder Freilichtbühne. Mit ihrem Käfig voller Narren erten die Stars des Laientheaters großen Applaus. Ein wunderbares Verwirrspiel rund um die gängige Moral.

Dienstag, 11.06.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 09:23 Uhr
Die Cagelles begrüßen das Publikum mit allerlei schlüpfrigem Wirrwarr.
Die Cagelles begrüßen das Publikum mit allerlei schlüpfrigem Wirrwarr. Foto: Stefan Bamberg

Wenn der Vorhang aufgeht, gibt’s nur noch Champagner. So ist das im französischen Nachtleben, das es am Samstagabend wie auch immer nach Reckenfeld geschafft hat. „Ein Käfig voller Narren“ (La cage aux folles, so das Original von 1973) feiert Freilichtbühnen-Premiere – und zwar eine, von der mehr übrig bleibt als eine abgerissene Eintrittskarte. Aber dazu später mehr.

Erst mal: Bonsoir, bonsoir, machen wir den Käfig doch mal vorsichtig auf: „Wir! Sind! Was! Wir! Sind!“ – die Cagelles begrüßen das Publikum im aufreizenden Staccato, mit Bisous, Peitschenhieben, und ganz viel schlüpfrigem Wirrwarr. Manfred Hagemann spielt Georges, den Chef dieses grellen Ladens. Und Thomas Wieschebrock die etwas gealterte Verwandlungskünstlerin Zaza, die eigentlich Albin heißt – und mit Georges seit Ewigkeiten zusammenlebt. Georges allerdings hatte mal ein heterosexuelles Abenteuer. Das Abenteuer ist jetzt 24, heißt Jean-Michel ( Niklas Bieling ) und bandelt nicht nur mit der schönen Anne Dindon (Jule Hopkins) an – sondern will sie gleich heiraten: „Hochzeit – was haben wir bloß falsch gemacht?“, fragt Georges.

Witz, Musik und Botschaft: „Ein Käfig voller Narren“ feiert Freilichtbühnen-Premiere

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Aber noch schlimmer: Papa Dindon alias Stefan Erdmann ist Chef der TFM (Partei für Tradition, Familie und Moral) – trockene Bemerkung der bunten Runde: „Tja, da ist doch von allem was dabei.“ Nur halt nix von dem, was sie hier bieten könnten – auf dem ersten Blick zumindest. Und deshalb muss alles Auffällige weg, bevor der Schwiegervater in spe zu Besuch kommt: Okay, die sich räkelnde dralle Madame an der Wand mal schnell durch ein Kruzifix ersetzen – pas de problème! Doch die eigentliche dralle „Madame“ sitzt ja auf der Couch – deshalb bleibt ihnen scheinbar keine Wahl: Albin soll raus.

„Nur für eine Nacht“, fleht Jean-Michel. Doch Moment mal: Wer hat denn immer geduldig zugehört, die Wäsche gemacht und sich fernab des Glamours stundenlang um Jean-Michels Hausaufgaben gekümmert? Und wer wandelt sich für den Besuch der Dindons sogar – obschon mit eher unterdurchschnittlichem Erfolg – zum breitbeinigen Proll-Onkel Albert? Genau der – respektive die! Ja, und wo ist Jean-Michels leibliche Mutter denn eigentlich all die Jahre lang gewesen? „Sieh mal dorthin – einer der liebt Dich mehr“, Georges musikalische Mahnung an seinen Sohn, der Scheinwerfer dabei auf Albin, dem vor lauter Kränkung über seine geplante Ausquartierung die Schminkreste zerlaufen – einer der Aha-Momente der Inszenierung.

Hier tritt sie eindrücklich hervor: Die Botschaft, dass Äußeres nichts über innere Werte aussagt, dass man in der Familie zusammenhält und dass elterliche Liebe, ja Liebe generell nicht vom Geschlecht abhängt – Punkt.

Doch wer den erhobenen Zeigefinger fürchtet oder gar die moralische Brille – keine Panik: Denn so ein bisschen Humor für angeschickerte Damen-Kegelclubs mit mitgebrachten Käsehäppchen, so ein paar „Huuuuch!“-Momente und Griffe in die Klischee-Kiste – na klar, das gibt es auch zu erleben.

Ein Festival der billigen Gags allerdings zu keinem Zeitpunkt. Müssen wir nur noch klären, wann endlich Hape Kerkeling aus einem der schrillen Zaza-Kostüme springt. Und wie nach dem maximal chaotischen Rendezvous der Hochzeitsfamilien wohl die Sterne für ein Happy End stehen?

Nun, zum Finale sprühen die Flammen um den „La Cage“-Eingang und alle Lebenden und Liebenden: „Ergreif‘ den Augenblick / Die schönste Zeit ist heut‘“ – so, mehr wird aber nicht gespoilert! Die Zuschauer erheben sich, Rosen fliegen auf die Bühne – und beim Regie-Team Yvonne Grüner/Fiet Krause/Patric Sohrt kullern offenbar ein paar Tränen. Nach diesem Feuerwerk ist das noch erlaubter als sonst.

Überblick: Freilichtbühnen in der Region

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  • Billerbeck:

    Für Aufführungen der Freilichtbühne in Billerbeck können Karten online bestellt werden oder per Telefon (' 0 25 43/10 20). Wenn die Reservierung telefonisch erfolgt, muss eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Die Bestellung wird dann automatisch aufgenommen. Die Theaterkasse im Bühnenheim, Weihgarten 17, ist zudem immer samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt für das Abendstück „Wagners Ring des Nibelungen“ beträgt im Vorverkauf 12 und an der Abendkasse 14 Euro. Karten für das Familienstück „Das kleine Gespenst“ kosten für Kinder 6 und für Erwachsene 8 Euro.

    | www.freilichtbuehne-billerbeck.de

    Foto: Freilichtbühne Billerbeck, Carsten Kott
  • Tecklenburg:

    Karten für die Freilichtspiele Tecklenburg können online bestellt werden. Die Theaterkasse (' 0 54 82/2 20) ist montags bis sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet, außerdem donnerstags bis sonntags ab 17 Uhr bis Vorstellungsbeginn. Tickets für die Musicals „Don Camillo und Peppone“ und „Doktor Schiwago“ gibt es für jeweils 35 bis 45 Euro. Der Eintritt für das Familienmusical „Das Dschungelbuch“ kostet 8 Euro (freie Platzwahl).

    | www.freilichtspiele-tecklenburg.de

    Foto: Holger Bulk
  • Greven-Reckenfeld:

    Karten für die Stücke der Freilichtbühne Greven-Reckenfeld können montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr entweder vor Ort gekauft oder telefonisch (' 0 25 75/ 15 66) reserviert werden. Die Geschäftsstelle öffnet montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, freitags auch von 14.30 bis 17.30 Uhr. Zudem können Sitzplätze über das Internet reserviert werden. Eintrittskarten für das Stück „Ein Käfig voller Narren“ sind für 15 Euro, ermäßigt für 12 Euro zu haben. Der Eintritt für „Pension Schöller“ kostet 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. Das Familienstück „Die kleine Hexe“ kostet für Kinder 5,50 und für Erwachsene 8/6 Euro.

    | www.reckenfeld-freilichtbuehne.de

    Foto: pd
  • Coesfeld:

    Karten für die Stücke der Freilichtbühne Coesfeld können online oder telefonisch (' 0 25 41/33 55) vorbestellt werden. Die Theaterkasse ist dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr geöffnet sowie an den Spieltagen zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn. Tickets für das Abendstück „Natürlich Blond“ gibt es für 17,50 und 15 Euro, ermäßigt für 15,50 und 13 Euro. Karten für die „Musical Night“ kosten 34 und 39 Euro. Für das Familienstück „Robin Hood und die Kinder vom Sherwood Forest“ zahlen Kinder bis 14 Jahre 6 Euro, Jugendliche und Erwachsene 8 Euro.

    | www.freilichtbuehne-coesfeld.de

    Foto: pd
  • Bad Bentheim:

    „Peter Pan“: 9/6,50 Euro; „Kaninchen können‘s besser!“: 14/11 Euro. '  0 59 22/ 99 46 56

    | www.freilichtspiele-badbentheim.de

    Foto: Jonas Schönrock
  • Oelde-Stromberg:

    „Igraine Ohnefurcht“: 7/5 Euro; „Sherlock Holmes – Das Zeichen der Vier“: Kinder/Studierende 8 Euro, Erwachsene 10 Euro. ' 0 25 29/94 84 84

    | www.burgbuehne.de

    Foto: Alexander Schneider
  • Werne:

    „Die Konferenz der Tiere“, „Die Schatzinsel“ und „Der kleine Horrorladen“: Eintritt für Kinder je 6 Euro, Erwachsene je 8 Euro. ' 0 23 89/53 26 96

    | www.freilichtbuehne-werne.de

    Foto: Saskia Ibrahim
  • Hamm-Heessen:

    „Madagascar“, „Sindbad“: Eintritt je 9 bis 15 Euro; „Romeo und Julia“: 10 bis 16 Euro. ' 0 23 81/30 90 90

    | www.waldbuehne-heessen.de

    Foto: Thorsten Hübner
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