Ehrenamtliche blicken zurück
Das ultimative Begegnungscafé

Greven -

Das Begegnungscafé hat sich selbst überflüssig gemacht. Die Geflüchteten haben eine Arbeit oder Ausbildung gefunden, besuchen Sprachkurse oder nehmen andere Angebote wahr.

Donnerstag, 13.06.2019, 17:54 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 18:01 Uhr
Ein gemütliches Beisammensein. Das letzte Mal Begegnungscafe im Hansaviertel. Die Anwesenden blicken in die Zeit zurück.
Ein gemütliches Beisammensein. Das letzte Mal Begegnungscafe im Hansaviertel. Die Anwesenden blicken in die Zeit zurück. Foto: Sina-Marie Hofmann

Der Geruch frisch gebrühten Kaffees, lachende Gesichter, strahlender Sonnenschein und alle sind per Du – der Beginn des letzten Begegnungscafés am Mittwoch um 16 Uhr könnte nicht einladender sein.

Günter Aßmuth , Lea Kurth, Bernhard Hülsken, Christa Kriete und Beate Tenhaken decken gemeinsam den Tisch für das Begegnungscafé, an dem sie das letzte Mal Platz nehmen werden. Von Flüchtlingen handgefertigte Sitzpolster werden auf den Stühlen zurechtgerückt. Langsam legt sich die Anspannung. „ Heinz hat Kuchen mit gebracht“, wird in den Raum gerufen und alle lachen. Heinz Kues hat Mengen an Backwaren und Schokolade mitgebracht. Allmählich kommen die restlichen Besucher des Begegnungscafés: Dorothee Baune, Naciye Yilmaz Dogan, Angelika Feldmann und Robert Pongratz. Alles Freiwillige, Mitarbeiter der Stadt Greven und der Caritas. Alle haben sich über die Jahre zusammen gefunden.

Die Anwesenden lassen die letzten Jahre noch einmal Revue passieren. 2015 wurde das Flüchtlingscafé ins Leben gerufen. Es war eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und diente dem Austausch der vielen Helfer.

Sprachliche Schwierigkeiten wurden gemeistert. Entweder mit gebrochenem Englisch oder gar mit Händen und Füßen. Auch wenn zu Beginn keine großen Strukturen da waren, gab es Menschen mit Ideen. Menschen, die innerhalb einiger Wochen ehrenamtliche Gruppen und Sprachkurse gründeten. Freiwillige, die ein Integrationsnetzwerk geschaffen haben. „Ein Schritt ergab den anderen“, bestätigte Beate Tenhaken, Fachbereichsleiterin Soziales, Jugend und Bildung bei der Stadtverwaltung.

Doch Umzüge zu organisieren, Sprachkurse zu geben und Unterlagen mit Geflüchteten auszufüllen war nicht immer nur ein reines Vergnügen. „Da kommt ehrenamtliches Engagement schon mal an seine Grenzen“, sagt Angelika Feldmann, eine der Freiwilligen der Flüchtlingshilfe.

Die Kirchengemeinde St. Martinus und die Stadt Greven unterstützen die Zusammenarbeit. Heinz Kues über die Erfahrungen mit der Stadt Greven: „Ich hatte immer das Gefühl, Unterstützung von der Stadtverwaltung zu bekommen.“

Tenhaken bedankt sich bestätigend bei den Hauptakteuren Kues, Hülsken und Aßmuth mit einem kleinen Geschenk. Insgesamt bis zu 150 Freiwillige der Martinus-Gemeinde engagierten sich allein in Greven.

Doch: Wieso schließt das Begegnungscafe? „Es gibt keine Nachfrage mehr, da alle gut versorgt sind“, erklärt Aßmuth. Die Geflüchteten hätten entweder eine Arbeits- oder Ausbildungsstelle gefunden, besuchten Sprachkurse oder nähmen an anderen Angeboten der Begegnung im Hansaviertel teil. Eine Geflüchtete berichtet selbst, erzählt vom Austausch untereinander, von Kontakten und Freundschaften mit andern Flüchtlingen. Zum Ende seien die Freiwilligen fast überflüssig gewesen, sagen Flüchtlinge und Helfer unisono. „Und das ist gut so“, so die gemeinsame Einschätzung. „Man muss feiern, wenn es gut zu Ende geht.“

Nun freuen sich alle auf den ersten Grevener Frauen Literaturtag am 10. und 11. August. Dieser ist in Kooperation mit der Stadt Greven entstanden und wird über das kommunale Integrationszentrum finanziert. Lina Atfah, Autorin des Buches „Das Buch von der fehlenden Ankunft: Gedichte Arabisch - Deutsch“, wird die Tage begleiten.

Über die Jahre ist ein großes Wissen bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern entstanden. Auch wenn sich Themen ändern, sind sich alle einig: „Integration ist eine Aufgabe auch für die Zukunft.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6687625?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Ring bleibt nach Wasserrohrbruch eine Woche lang gesperrt
Ein Wasserrohrbruch auf dem Lublinring sorgt am Montagabend für eine großes Verkehrschaos.
Nachrichten-Ticker