Klassik-Open-Air mit Klassik-, Pop- und Filmmusik-Hits zwischen Finnland und Hollywood
Schmeichelnde Ohrwürmer

Greven -

Diesmal war es ein bisschen anders. Nicht nur, dass beim Klassik-Open-Air am Beach gleich drei Bühnen benötigt wurden, nein auch musikalisch hat sich etwas verändert. Cross-Over ist das Stichwort.

Montag, 01.07.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 11:37 Uhr
Imposante Kulisse: Auf drei Bühnen sorgten die Musiker für einen einheitlichen musikalischen Eindruck.
Imposante Kulisse: Auf drei Bühnen sorgten die Musiker für einen einheitlichen musikalischen Eindruck. Foto: Jens Keblat

Beim ersten Blick ins Programm denkt man schnell mal an die gute alte Persil-Werbung zurück: „Da weiß man, was man hat“, sagte damals der sympathische Großmutter-Schwarm und wünschte in die Fernsehkameras noch eine guten Abend. Den hatten ganz gewiss auch die 1700 Zuhörer des 13. Klassik Open Air-Konzerts am Beach mit den einschmeichelndsten, ohrwurmigsten, aber immer wieder gern gehörten Klassik-, Pop- und Filmmusik-Hits zwischen Finnland und Hollywood.

Drei große Bühnen hatte die KI an der Ems aufgebaut, und die brauchten die 250 Musiker auch: links ein aus Reckenfelder und Gimbter Bläsern zusammengepuzzeltes Orchester, rechts die Big Band der Musikschule Greven-Emsdetten-Saerbeck und in der Mitte die Alte Philharmonie Münster, die gesanglich von den Scales unter Leitung von Uta Rodenberg und dem Sinfonischen Chor unter Harald Meyersick verstärkt wurden. Noch was für die Einleitung? Ja, das Programm, das um zwei blitzsaubere Nummern ergänzt wurde. (Nur, um im Persil-Jargon zu bleiben.)

Klassik Open-Air am Beach

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Mit der patriotisch-emotionalen Finlandia-Hymne des Spätromantikers Jean Sibelius begann ein wohlig-warmer, leicht briesiger Sommerabend, der diesmal nicht nur Klassik bot, sondern auch beschwingten Big Band Sound, Star-Wars-Klänge, Henry Maskes Einmarschmusik, Glenn Miller, James Bond, Adele und Ennio Morricone, Gershwins „Porgy and Bess“ und – beinahe unverzichtbar – Guiseppes Verdis „Gefangenenchor“ aus der biblisch anmutenden Oper „Nabucco“, in der das jüdische Volk mit spirituellen Kräften gegen die babylonische Schickeria aufbegehrt.

So viele musikalische Highlights von vorgestern bis heute (Crossover sagt man zu so einer musikalischen Überkreuzung, die sich immerhin an Verkehrsregeln hält). Für den Höhepunkt des Abends sorgte dann aber das älteste Werk des Programms, fast schon von vorvorgestern: ein Kanon, der gar keiner ist, Johann Pachelbels One-Hit-Wonder „Kanon D-Dur“, ein Stück, das heute noch in jeder Fußgängerzone zu hören ist und dessen Akkordfolge kaum eine Popgruppe ausgelassen hat.

Und das feierten alle Mitwirkenden parallel auf allen drei Bühnen, indem sie die von den Alten Philharmonikern angestimmte Originalversion von 1694 (war wohl für die Hochzeit von Johann Sebastian Bachs älterem Bruder Johann Christoph geschrieben) mit einigen Pop-Varianten des barocken Allzeithits verquickten: „Streets of London“ passen darauf, „Let it be“ und „Go West“, der „Magic Dragon“ (und keiner sangs, aber auch „Steh auf, wenn du ein Schalker bist“ und „Olé, jetzt kommt der BVB“ stehen musikalisch ebenfalls auf den fünf Akkorden Johann Pachelbels). Riesen Applaus, was sonst?

Neben den vier Orchestern und den beiden Chören verdienen drei Solisten einen Sonderapplaus: Claudia Spandau-Schilke mit einer umwerfenden Adaption von Adeles „Skyfall“ (die leider an einigen Stellen von der zu lauten Big Bad beinahe plattgemacht wurde), Lothar Zanders in grammophon-coolem, Fred-Astair-stylischem Stil gesungenem „Let´s face the music“ von 1936; und Stefan Erdmanns Interpretation der Nebukadnezar-Arie.

Er ist kein Pavarotti, kein José Carreras und auch kein Jonas Kaufmann, aber wenn er nur halb so gut bohrt wie er singt, dann dürften Zahnarzttermine bei ihm ein ziemliches Vergnügen sein.

Wie überhaupt dieser wunderbare Abend am Beach: ohne die sauerstoffarme Parfüm-Luft der Konzertsäle, ohne Samtsessel zum Eindösen, ohne blasierte Klassik-Alles-Kenner; dafür mit großen Gesten und Kompositionen für Musikfreunde, die sich gerne mal ein bisschen mitreißen lassen, ohne im drögen Kosmos der E-Kultur zergehen zu müssen. Wieder mal eine gerne genutzte, ehrliche Gelegenheit, große Werke der Musikgeschichte bodenständig zu erleben. „ Klassik Open Air – da weiß man, was man hat.“

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