Theaterprojekt der Gesamtschule zu Gewalterfahrungen
Achterbahn der Gefühle

Greven -

Die Neuntklässler der Nelson-Mandela-Gesamtschule blicken halb erschrocken, halb erstaunt auf die Bühne, als die Akteure der Agentur „Mensch aber wie“ aus der Fassung geraten, sich anschreien und beleidigen. Die unter der Überschrift „Berichte über Gewalt“ angekündigte Veranstaltung droht außer Kontrolle zu geraten.

Donnerstag, 04.07.2019, 19:01 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 19:30 Uhr
„Lützek“, der mit Nazi-Parolen provoziert, muss sich den Fragen der Schüler stellen, die erst später erfahren, dass alles gespielt ist.
„Lützek“, der mit Nazi-Parolen provoziert, muss sich den Fragen der Schüler stellen, die erst später erfahren, dass alles gespielt ist.

Die Personen auf der Bühne erzählen von eigenen Gewalterfahrungen. Es sind keine erfundenen Geschichten, sondern reale Begebenheiten mitten aus der Gesellschaft. Sie lassen diese Erlebnisse so lebendig werden, dass bei den Zuhörern ebenso reale Gefühle hochkommen: Wut, Ärger, Schadenfreude, Mitleid, Glücksgefühle.

Der sympathische „Ümit“ bringt die Jugendlichen mit lockeren Sprüchen und Jugendslang zum Lachen. Ganz nebenbei redet er davon, dass er lieber der Erste ist, der anderen „was auf die Fresse schlägt“, bevor es ihn trifft. Ganz ohne Gewalt ginge es eben nicht, meint er. Auf der anderen Seite der Bühne sitzt „Lützek“, der mit Nazi- Parolen und populistischen Floskeln seine Gewalttat rechtfertigt. Er erntet beim Publikum Unverständnis und Abneigung. Außerdem berichtet eine Frau, die versucht hat eine Vergewaltigung zu verhindern und dabei selber niedergeschlagen wurde. Ein Lehrer, älteren Semesters, der nach vielen langen Berufsjahren die Respektlosigkeit der Schüler nicht mehr erträgt, erzählt wie ihm eines Tages die Hand ausrutscht. Und eine junge Frau, die eine Mitschülerin auf dem Gewissen hat, versucht sich mit flapsigen Bemerkungen über das Körpergewicht des Opfers lustig zu machen. Im Publikum lachen einige mit, einigen bleibt aber auch das Lachen im Halse stecken.

Zum Ende hin gibt es eine große Überraschung: die Personen auf der Bühne sind Schauspieler des Theater Ensembles Theatertill aus Meerbusch. Die Jugendlichen geben halb erleichtert, halb ungläubig staunend Applaus. Sie müssen sich erstmal noch von der Gefühlsachterbahn erholen, die sie erlebt haben. Die Schauspieler beantworten Fragen der Schüler.

Hans Thellmann, Schulsozialarbeiter der Gesamtschule, hatte diese Veranstaltung für die knapp 150 Schüler organisiert. Durch die Kooperation mit Claudia Termöllen Gausling, Mitarbeiterin der Stadt Greven, konnten die beiden Aufführungen in den Räumen der Mobilen Jugendarbeit Hansaviertel stattfinden.

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