Aktionstag am Sachsenhof
Gyros nach Art des Mittelalters

Greven -

Wenn die Sachsen im Mittelalter Hunger hatten konnten sie nicht in den Supermarkt gehen. Essen zuzubereiten war Arbeit, das wurde beim Aktionstag am Sachsenhof deutlich. Besucher probierten es aus: Vor dem Backen musste zum Beispiel Getreide gemahlen werden.

Montag, 08.07.2019, 06:56 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 07:01 Uhr
Frisch gedünstete Forellen mit Brennnessel-Aroma gab es an diesem Stand zu probieren. Sie wurden so zubereitet, wie es die Sachsen einst auch taten.
Frisch gedünstete Forellen mit Brennnessel-Aroma gab es an diesem Stand zu probieren. Sie wurden so zubereitet, wie es die Sachsen einst auch taten. Foto: Vera Gaidies

„Es ist wichtig, dass wir das Erbe unserer Vorfahren weitergeben“, begrüßt Carmelo Virga Gäste an seinem Drechsel-Stand. Er stellt seinen Fuß auf eine Art Wippe und drückt diese hoch und runter. Dadurch wird ein Stück Walnussholz in Form gebracht mit dem Ziel, ein Tischbein zu erstellen. Etwa drei bis vier Stunden benötigt er für ein Tischbein. Maschinen, die diese in Massenproduktion innerhalb weniger Stunden herstellen, gab es im sechsten bis achten Jahrhundert nicht. Hier war etwas Geduld gefragt.

Ein Einblick in das Leben der Grevener Vorfahren

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Geduld, die brauchte es auch, um etwas zu essen zuzubereiten. Liesel Drechsler erklärt zahlreichen neugierigen Kinder die Herstellung eines Fladenbrotes. Dafür müssen Getreidekörner gerieben werden, das machten die Sachsen schon vor 1000 Jahren so. Vier Hände voll Getreidekörner kommen dafür auf den runden Mahlstein, danach kommt ein Steindeckel oben drauf und es wird gedreht. Um den Teig für die Fladenbrote zu erstellen, kommen Wasser und Salz zu den zermahlenen Körnern. „Die Kinder nehmen sich etwas Teig und formen kleine flache Brote“, sagt Drechsler. Sie legt die runden Brote auf eine Steinplatte direkt auf das Feuer und der Backprozess beginnt. Um die Mahlzeit abzurunden, gibt es Hirsebrei mit frischem Apfelmus und leckeren Kirschen und Melissentee. Die Kinder probieren gerne und sind begeistert, ihre eigenen Fladenbrote zu testen.

Wer etwas Tierisches essen möchte, der probiert gedünstete Forellen oder Backschinken. Die Forellen kommen frisch aus dem Lehmofen, dort wurden sie etwa 20 bis 30 Minuten gedünstet. „Das besondere Aroma bringen wir durch frische Brennnesseln an die Fische“, erklärt Peter Grund. Die Brennnesseln kommen zusammen mit dem Holz in das Feuer. Dadurch erhält der Rauch sein Kräuteraroma. Die Forellen sind begehrt, selbst die Jüngsten sind ganz wild auf den Fisch und probieren mutig Bäckchen und Rückenflosse.

Backschinken gibt es bei Andreas Siebert. Der hängt auf einem Spieß über einem Einflammen-Herd. Durch das ständige Einölen und Drehen über dem Feuer erhält der Schinken seinen Geschmack. „Wenn der Schinken gut ist, schneide ich ihn stückweise ab. So wie beim Gyros“, berichtet Siebert. Passend zum Schinken und zur Forelle gibt es frisch hergestelltes Salz aus echter Sole aus Bad Laer – das frischeste Salz der Welt. Einen ganzen Tag braucht der Archäologe Dr. Hermann Mesch, um etwa vier bis fünf Kilo Salz herzustellen.

Für den süßen Abschluss sorgt Mechtild Besseling. Sie ist seit rund 20 Jahren die Expertin für Honig. Rund um Greven und Emsdetten imkert sie mit ihrem Mann und stellt frischen Honig her. Die Sachsen hielten ihren Bienen in alten Baumstumpfen, in Klotzbeuten. Heute gibt es Magazinbeuten. Neben drei unterschiedlichen Sorten Honig gibt es auch Wachskerzen, die eine schöne gelbe Flamme erzeugen. „Die Biene hat die Sonne in die Kerze eingearbeitet. So erkläre ich es gerne den Kindern“, sagt Besseling.

Die Besucher, die nach all den leckeren Köstlichkeiten noch ein wenig in Shoppinglaune waren, konnten am Stand von Angelika Bussmann Accessoires kaufen. Die selbst gemachten Perlen sind Unikate. Jede sieht anders aus, das kommt zum einen durch die Brennart und zum anderen trägt der Rohstoff Ton dazu bei. „Das sind wahre Zufallsprodukte“, sagt sie.

Zu den weiteren Highlights des Aktionstages des Heimatvereins am Sachsenhof zählen die Bearbeitung von Knochen als Schmuckstück, der Rennofen, der die Eisengewinnung demonstriert und das Schießen mit Pfeil und Bogen. Der Heimatverein schafft es mit seinem Aktionstag, das Leben der Sachsen lebendig und spürbar werden zu lassen.

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