Die Umwelt-Heroes sammeln wöchentlich Müll auf Grevener Spielplätzen auf
„Kleine Kinder“ – große Vorbilder

Greven -

Alles begann mit einem Albtraum: Die zehnjährige Soraya Özerim träumte davon, dass die Welt zusammenbricht. Übrig blieb nur Plastik.

Mittwoch, 10.07.2019, 06:16 Uhr aktualisiert: 10.07.2019, 06:20 Uhr
Das Gründerteam der Umwelt-Heroes mit Müllzangen und Sammeltüten.
Das Gründerteam der Umwelt-Heroes mit Müllzangen und Sammeltüten. Foto: Sina-Marie Hofmann

Zusammen mit ihrer Mutter Narinc Özerim überlegte sie, was dagegen getan werden kann.

Und da Soraya Özerim für Aktionen wie „ Fridays for Future “ noch zu jung ist, beschloss sie, Eigeninitiative zu ergreifen: „Ich kann etwas dagegen tun.“

Noch am Abend schrieb sie ihren Freunden über Whats­App: Sie wolle Müll von Spielplätzen entfernen. Diese reagierten sofort. Alle waren sich einig: „Wenn wir das zusammen machen, geht es viel schneller.“ Am nächsten Tag trafen sich die Kinder – und die „Umwelt-Heroes“ waren geboren.

Das Gründerteam besteht aus Soraya Özerim, Kilian Özerim, Johanna Bongard, Yaren Kayaci, Emma Lüttmann und Frieda Tauche. Doch auch andere Kinder schließen sich regelmäßig an.

Narnic Özerim begleitet die Kinder bei jeder Aktion. Sie unterstützt die Kleinen und hat für den Notfall immer Desinfektionsmittel und einen Erste-Hilfe-Kasten dabei. Die Acht- bis Zehnjährigen bewaffnen sich wöchentlich mit Latexhandschuhen und Müllkrallen. Doch gibt es bei den Utensilien ein Problem :„Ich würde mir wünschen“, beklagt eines der Kinder „es gäbe diese Handschuhe in Kindergrößen!“

Für das Aufräumen brauchen die großen Kleinen nicht lange: 15 bis 30 Minuten und der Spielplatz ist blitzblank.

Die Arbeit machen sie akribisch – sie sortieren nach Glas-, Plastik- und Restmüll. Später wird dieser ordnungsgemäß entsorgt.

Vor und nach jeder Aktion wird getobt. Und zum Abschluss gibt es für jedes Kind eine Kugel Eis.

Bei den „Umwelt-Heroes“ gibt es eine wichtige Regel: Zu den Aktionen darf nicht mit dem Auto gefahren werden. Die Kinder kommen entweder mit Rad oder Roller.

Erkennen kann man die kleinen Helden an den recycelbaren Turnbeuteln mit eigens entworfenem Logo – sie wurden ihnen gespendet.

Im Juni besuchte Bürgermeister Peter Vennemeyer die Kinder bei einer Aktion. Das war für die kleinen Helden ein großes Event. Er spendierte ihnen nicht nur einen Kinobesuch und versprach neue Müllkrallen – er gab ihnen seine private Handynummer. So können sich die „Umwelt-Heroes“ direkt bei ihm melden, falls sie neue Utensilien oder Hilfe brauchen.

Die Kids haben eindeutig einen Eindruck hinterlassen. „Wenn Ihr älter seid“, sagte ihnen Vennemeyer „versteht ihr erst, was ihr Großes geleistet habt.“

Das Müllsammeln reicht den Kindern nicht aus: Sie pflanzten Sonnenblumen für Bienen und schauten sich im Einkaufsladen „natürlich unverpackt“ an, wie man verpackungsfrei einkaufen kann.

Weitere Aktionen sind in Arbeit. In ihrer „Freizeit“ schauen die Kinder darauf, umweltfreundlich zu leben. Yaren Kayaci erzählt: „Wenn wir spazieren gehen, haben wir immer Handschuhe und einen Müllbeutel dabei.“

Bei Familie Özerim findet man die Utensilien zur „Müllvernichtung“ sogar im Familienwagen – auch wenn dieser eher selten gefahren wird.

Die Gründerin Soraya Özerim hat immer wieder neue Ideen. Erst vor kurzem startete die Aktion „Hebe 3 Stück Müll auf, sonst geht die Erde drauf!“

Damit meint die Umweltschützerin, dass es niemanden Zeit und Kraft rauben wird, nur drei Stück Müll täglich aufzuheben und ordnungsgemäß zu entsorgen. Gleichzeitig kann man der Umwelt etwas Gutes tun.

Mutter Narinc Özerim ist der Meinung, dass alle Kinder schon früh aufgeklärt werden sollten. Sie fordert: „Das muss ein Schulfach werden.“

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