Die Stadtbibliothek bietet jetzt einen neuen Druckservice
In die dritte Dimension

Greven -

Im Dachgeschoss der Stadtbibliothek steht Karl-Heinz Sawatzki und tüftelt an einem Gerät herum. Ein begeisterter Bibliotheksbesucher stellt sich fragend daneben: „Was ist das denn?“ Der gelernte Maschinenbauer und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bücherei erklärt ihm: „Das ist ein 3D-Drucker.“

Donnerstag, 11.07.2019, 10:18 Uhr
Leiterin der Stadtbibliothek Sigrid Högemann und Ehrenamtlicher Mitarbeiter Karl-Heinz Sawatzki mit ihrer neuesten Errungenschaft: dem 3D-Drucker.
Leiterin der Stadtbibliothek Sigrid Högemann und Ehrenamtlicher Mitarbeiter Karl-Heinz Sawatzki mit ihrer neuesten Errungenschaft: dem 3D-Drucker. Foto: Sina-Marie Hofmann

Die Leiterin der Stadtbibliothek, Sigrid Högemann , ist an Informatik interessiert. Roboter, Computer – alles gibt es hier schon. Und jetzt auch noch der 3D-Drucker: „Der steht hier öffentlich – da finden die Leute schnell Interesse.“

Die Bibliothek geht mit der Zeit. „Wenn wir nur bei den Büchern bleiben würden, dann sähe es schlecht für die Bibliothek aus“, sagt Sigrid Högemann.

Ihre neueste Errungenschaft heißt „ultimaker2+“. Der 3D-Drucker eines holländischen Herstellers: Er wurde von der Stadt Greven mit Unterstützung durch die Volksbank finanziert. Und ist der erste öffentlich verfügbare 3D-Drucker Grevens.

Was genau ist eigentlich ein 3D-Drucker? Mit einem 3D-Drucker ist es möglich dreidimensionale Objekte auszudrucken.

Somit kann man kleinere Figuren, Modelle oder Ersatzteile erstellen. Viele der notwendigen Dateien kann man schon im Internet finden – oder sogar selbst erstellen.

Diese Dateien werden dann auf einer SD-Karte gespeichert und daraufhin auf den Drucker übertragen.

Vergleichen kann man die Art der Herstellung mit einer Heißklebepistole: Zunächst wird das verflüssigte Material (im Fall der Bibliothek recycelbares, weißes Plastik) erhitzt.

Danach wird Schicht für Schicht auf den Träger aufgespritzt. Das Endprodukt kann dann mit nach Hause genommen werden.

Sigrid Högemann hätte da schon eine Idee für den nächsten Valentinstag: „Wir könnten dreidimensionale Herzen drucken.“

Sie ist der Meinung, dass auch 3D-Druck mit der Zeit für jedermann interessant sein wird. Und sieht den Drucker als eventuellen ersten Baustein für ein „makerspace“. Die Bibliothek gibt sich selbst die Aufgabe, Menschen aus- und fortzubilden. Ebenso möchte Leiterin Högemann den Drucker zum Ausprobieren und Erfahrungen sammeln bereitstellen. Denn: „Die Benutzung eines 3D-Druckers bedarf eines guten räumlichen Vorstellungsvermögens.“

Um mit dem Drucker richtig umgehen zu können, bietet Karl-Heinz Sawatzki ab 16. Juli jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr einen Workshop an.

Dort wird unter Anleitung gelernt, Drucke zu planen und auszuführen.

In Planung ist, dass es ausgebildete „Experten“ geben wird. Diese können, ab einem bestimmten Alter, selbstständig drucken. Ebenso kann man der Bibliothek die Datei des gewünschten Objektes zur Verfügung stellen – diese wird innerhalb von ein bis vier Tagen gedruckt. Der Druckprozess sollte jedoch nicht länger als zwei Stunden dauern.

Es werden nur nichtkommerzielle Produkte gedruckt. Der Druck ist kostenfrei. Ein kleiner Roboter kostet mit Filament und Strom gerade mal 30 Cent.

Manchmal gibt es noch kleine Schwierigkeiten und der Drucker will nicht so, wie die Mitarbeiter. Aber: „Es sind noch ein paar ‚Kinderkrankheiten‘ da“, sagt Sawatzki, „die justieren wir noch aus.“

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