„Queer-Projekttag“ am Gymnasium
„Was man kennt, bereitet keine Angst“

Greven -

Am Gymnasium fand nun in Kooperation mit dem KCM Schwulenzentrum e.V. ein „Queer-Projekttag“statt. Ziel: In den Schulklassen über die Diskriminierung Homosexueller reden und gleichzeitig aufklären.

Donnerstag, 11.07.2019, 19:07 Uhr aktualisiert: 14.07.2019, 16:26 Uhr
Die Regenbogenflagge steht für die Individualität aller Menschen.
Die Regenbogenflagge steht für die Individualität aller Menschen. Foto: dpa

„So etwas wie scheiß Transe höre ich schon oft“, erzählt Lukas Bassem . Er ist transsexuell. „Meine Mitschüler akzeptieren, dass ich homosexuell bin. Sie sind da ganz locker und total entspannt“, ergänzt Felix Froning , Schülersprecher am Gymnasium. „Aber hinter meinem Rücken reden sie bestimmt.“ Alle Mitglieder der „LGBT-Community“ (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) nicken zustimmend. Froning dachte sich: „Man sollte auch in den Schulklassen über die Diskriminierung Homosexueller reden und gleichzeitig aufklären.“

In Zusammenarbeit mit Lehrerin Julia Al-Sibai und dem KCM Schwulenzentrum e.V. organisierte er daraufhin den „Queer-Projekttag“, welcher am Mittwoch zum zweiten Mal am Gymnasium stattfand. Al-Sibai meint dazu: „Ich finde es toll, dass das Thema von Schülern angestoßen wurde.“ Am Projekttag unterstützten ihn ebenso Bassem, Lena Schupp (bisexuell) und ein Schüler, der noch in der Findungsphase ist.

Der Tag wurde im Wechselmodell gestaltet. Während eine Klasse mit den Schülern und Lehrerin Al-Sibai über verschiedene LGBT-Themen recherchierte und diese dann mit diversen Präsentationen veranschaulichte, wurde die andere Klasse von drei Teamern des KCM Schwulenzentrums sensibilisiert. Chrissi Latsch, Nele Müller und Martin Enders legten dafür zu Beginn wichtige Regeln fest. Die wichtigsten davon waren: niemand darf ausgelacht werden und jeder hat eine eigene Meinung – diese soll respektiert werden.

Zu Beginn wurden Begriffe wie Homosexuell, Heterosexuell, Bisexuell und Transsexuell geklärt. Danach schafften sie es, Vorurteile spielerisch beiseite zu legen. Denn nicht jeder Schwule ist Friseur und nicht jede Lesbe hat kurze Haare und verhalten sich männlich. Sie schafften es, den Kindern zu zeigen, wie sich ein jugendlicher Homosexueller ihres Alters fühlen muss: unsicher und ängstlich. Danach informierten die Teamer die Kinder über verschiedene Thematiken. Erst zum Schluss outeten sie sich. Warum? „Das ist ein guter Effekt.“ Denn Enders, ein muskulöser, kräftiger Mann mit Bart kann doch nicht schwul sein, oder?

Zuletzt durften die Schüler anonym auf Karten Fragen stellen – viele hatten das erste Mal die Gelegenheit dazu. Danach wurden die Gruppen gewechselt. Beide Projekte wurden in der fünften Stunde ausgewertet. Die erarbeiteten Präsentationen wurden vorgestellt und es gab eine offene Fragerunde.

Schülersprecher Froning sagte zu dem kompletten Projekt. „Wir kämpfen dafür, dass es jedes Jahr stattfindet.“ Denn: „Vor dem was man kennt, hat man keine Angst mehr“, wie Lehrerin Al-Sibai sagte.

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