Täglich-Betreiber Saleh Es-Sinawi über einen herausfordernden Start an einem Top-Standort
„Wir lernen jeden Tag hinzu“

Greven -

Schon kurz nach der Eröffnung Anfang Mai hat sich das Täglich zum Hot-Spot im Niederort entwickelt, dem Platz, auf dem die Grevener seit seiner Umgestaltung besonders gerne verweilen. Weshalb sein Café so gut zum Niederort passt, warum in der Anfangsphase noch nicht alles rund gelaufen ist und wie die Gäste auf das neue Angebot reagieren, verrät Saleh Es-Sinawi im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Sven Thiele. Der 32-Jährige Es-Sinawi betreibt neben dem Täglich auch noch das Spontan.

Freitag, 12.07.2019, 18:30 Uhr
Mittlerweile hat sich der Anfangstrubel für Saleh Es-Sinawi und seine Mannschaft vom „Täglich“ etwas gelegt. Doch der erfahrene Gastronom bekennt: Wir lernen jeden Tag hinzu.
Mittlerweile hat sich der Anfangstrubel für Saleh Es-Sinawi und seine Mannschaft vom „Täglich“ etwas gelegt. Doch der erfahrene Gastronom bekennt: Wir lernen jeden Tag hinzu. Foto: th

Ein Restaurant, das „Täglich“ heißt, aber nicht täglich geöffnet ist. Wie oft werden Sie darauf angesprochen?

Es-Sanewi: Jetzt nicht mehr ganz so häufig. Ganz am Anfang bestimmt jeden Tag zehnmal.

Und was antworten Sie dann?

Es-Sanewi: Ich sage dann immer, es ist das „Täglich“, und darunter steht ja „aber nicht alltäglich“.

Wird das „Täglich“ irgendwann auch jeden Tag in der Woche geöffnet sein?

Es-Sanewi: Der Grundgedanke ist schon, dass wir künftig auch dienstags öffnen. Hintergrund für den Ruhetag ist, dass ich das Personal, mit dem wir hier angefangen sind, nicht verheizen will. Spätestens im September wollen wir an sieben Tagen geöffnet sein.

Unabhängig davon sind die Öffnungszeiten bemerkenswert. Sie haben von neun bis 23 Uhr geöffnet. Zu essen gibt es auch durchgehend. Bedienen Sie damit eine Nachfrage, die bisher nicht bedient wurde?

Es-Sanewi: Ich glaube schon. Vor allem im Mittagsgeschäft. Wir bieten hier die Möglichkeit, in gemütlichem Rahmen und in einer anderen Atmosphäre als in anderen Lokalitäten oder in einer Bäckerei etwas zu essen und zu trinken. Bei uns kann man in der Mittagspause wirklich abschalten.

Ihre Öffnungszeiten verlangen einen hohen Personaleinsatz. Inwieweit ist das ein Problem?

Es-Sanewi: Das größte Problem in der Gastronomie ist es nicht, Personal zu finden. Die Schwierigkeit ist, gutes Personal zu finden. Damit meine ich Personal, das sich mit der Aufgabe identifiziert. Dieses Personal zu finden, ist nicht ganz leicht. Dadurch, dass die Nachfrage sehr, sehr groß ist, muss ich weiter aufstocken. Und ich bin relativ viel selbst involviert.

Gibt es etwas, dass Sie in der Anfangsphase überrascht hat?

Es-Sanewi: Ja, der Andrang. Die ersten Wochen waren schon sehr, sehr heftig.

Der Start war erfolgreicher als erwartet?

Es-Sanewi: Ja, aber auch entsprechend herausfordernd. Ich habe es mir nicht ganz so schwer vorgestellt, wie es ist. Wir sind neu in dem Geschäft. Ob das Frühstücksgeschäft oder das Mittagsgeschäft, wir lernen jeden Tag hinzu und verändern auch noch vieles.

Wie erklären Sie sich diesen Andrang?

Es-Sanewi: Ich glaube, Greven hat lange auf ein solches Konzept gewartet. Und wir haben mit dem Niederort den perfekten Standort gefunden.

Wie ist die Rückmeldung der Kundschaft?

Es-Sanewi: Geteilt. Es gibt einige, die sagen, am Anfang ging es gar nicht, weil es zum Beispiel im Service zu lange gedauert hat. Das hing mit dem Andrang zusammen und das tut mir auch leid. Wir lernen, versuchen die Abläufe zu verbessern, stocken Personal auf. Auch wenn ich schon seit zehn Jahren das Spontan betreibe, ist das Täglich auch für mich Neuland. Ich versuche mein Bestes. Und wenn es konstruktive Kritik oder Ideen gibt, freue ich mich, wenn mir das direkt zugetragen wird. Das hilft uns weiter.

Die Speisekarte erinnert an eine bekannte System-Gastronomie. Wie viel davon steckt im Täglich?

Es-Sanewi: System-Gastronomie heißt ja, dass bestimmte Schritte vorgegeben werden, so dass immer alles gleich aussieht. In dem Sinne sind wir keine System-Gastronomie wie ein Extrablatt oder ein „Hans im Glück“, sondern wir sind ein Kooperationspartner der Bitburger-Brauerei. Hinter uns steht niemand, der sagt, so und so muss es sein. Wir sind nur an die Inneneinrichtung und an die Getränkeauswahl gebunden. Alles andere müssen wir uns selbst anlernen.

Welche Rolle spielte bei der Standortwahl die Lage?

Es-Sanewi: Eine sehr große. Hier im Niederort gibt es viele Vorteile: Eltern können ihre Kinder laufen lassen, es gibt kaum Autoverkehr und das gesamte Ambiente mit der Form und den Gebäuden stimmt. Nach der Umgestaltung ist der Niederort zur 1A-Lage geworden, von der wir sehr profitieren.

Mit dem Täglich sind Sie Ihr eigener Mitbewerber. Wie wirkt sich der neue Betrieb auf das Spontan aus?

Es-Sanewi: Die ersten Wochen war es im Spontan schon weniger. Viele Gäste waren ja einfach neugierig. Aber ich bin lieber mein eigener Mitbewerber, als dass es jemand anderes ist. So können wir mit den beiden Standorten auch ein bisschen spielen.

Auf der Alten Münsterstraße eröffnet in Kürze mit dem Mezzomar ein weiteres Restaurant. Rechnen Sie mit einem Verdrängungswettbewerb?

Es-Sanewi: In den ersten Wochen werden wir das sicherlich zu spüren bekommen, doch dann wird es sich einspielen. Ich bin davon überzeugt, dass ein weiteres Restaurant für Belebung und nicht für Verdrängung sorgen wird. So sehen auch die Grevener, dass sich etwas tut, die Stadt etwas zulässt und Greven insgesamt attraktiver wird.

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