Ökumenischer Gottesdienst auf der Freilichtbühne
Über Spinner und Querdenker

Reckenfeld -

In der Predigt von Pfarrer Uwe Vökel ging es beim ökumenischen Gottesdienst auf der Freilichtbühne um Toleranz gegenüber Querdenkern und Menschen, die eben anders sind. Damit nahm das geistliche Team auch Bezug auf das Stück „Ein Käfig voller Narren“.

Dienstag, 16.07.2019, 06:19 Uhr aktualisiert: 19.07.2019, 16:06 Uhr
Theo Vincent Siepert, zarte neuneinhalb Monate alt, wurde im Rahmen des Gottesdienstes auf der Freilichtbühne getauft
Theo Vincent Siepert, zarte neuneinhalb Monate alt, wurde im Rahmen des Gottesdienstes auf der Freilichtbühne getauft Foto: ros

„Den mag ich nicht, der ist so frech“, war eine Aussage, die Uwe Völkel früher schon mal von seiner Mutter über Freunde hörte. Offensichtlich waren die Freunde nicht wirklich frech, sondern eher andersdenkend. „Das sehe ich oft positiv, es heißt selbstaufbauend und widerstandsfähig. Die haben oft einen spitzenmäßigen Humor. Spinner sind Querdenker. Kreative die gegen den Strom schwimmen“, brach Völkel eine Lanze für die Toleranz. Das Lied „Spinner“ von Revolverheld passte da wie die Faust aufs Auge. Als das Lied zu Ende war und Völkel sagte „Spinner sind Gewinner“ quickte der kleine Theo Vincent Siepert (neuneinhalb Monate alt) vor Vergnügen. Er wurde im Laufe des Gottesdienstes von Diakon Werner Gerling getauft und auch der wünschte dem Täufling, dass er später im Leben ruhig ein wenig „spinnen“ soll.

Deutlich wurde : Spinnereien und Träume sind nicht nur ein Privileg der Jugend. Allgemein werde den Menschen vermittelt, dass es besser sei, ein Realist zu sein. Doch da bleibe die Frage: Wo ist da noch Platz für eigene Entfaltung?

Wie schwer es ist, gegen den Strom zu schwimmen, zeigte die Geschichte, die Pastoralreferentin Andrea Antikowiak über einen kleinen Krebs erzählt, der entgegen seiner Artgenossen mühsam lernte vorwärts zu gehen. „Er ist stolz auf seine Leistung, doch er wird aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.“

Mariele Albermann bereitete den ökumenischen Gottesdienst vor und stellte einen kleinen Chor zusammen, der von Uta Rodenberg am Klavier begleitet wurde. Trotz des unsicheren Wetters kamen viele Besucher, und die wurden nach der Taufe alle mit dem Rest des geweihten Wassers, das für den Täufling bereitstand, besprengt. Vor 22 Jahren wurden zum fünfzigjährigen Bühnenjubiläum zum ersten Mal mit Lea Meinecke und Tabea Niepel, ebenfalls Kinder von Bühnenmitgliedern, getauft. Da Theo Vincent oft mit seiner Mama Christina an der Bühne aktiv ist, lag es nahe, diesen Bühnengottesdienst für seine Taufe zu nutzen. „So etwas ist heutzutage kein Problem mehr, in der katholischen Kirche hat sich viel gewandelt“, erklärt der Pastoralreferent.

Im Anschluss blieben noch viele auf dem kleinen Bühnenmarktplatz zum Gedankenaustausch.

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