Kommunikation heute – so halten wir Kontakt
„Einer schreibt immer“

Greven -

Wie, wofür und wie oft nutzen die Grevener ihr Smartphone? Eine Umfrage hat gezeigt: Große Unterschiede zwischen junge und ältere Grevener gibt es kaum.

Donnerstag, 18.07.2019, 08:55 Uhr aktualisiert: 19.07.2019, 16:04 Uhr
Ein Leben ohne Smartphone? Nicht nur für die jungen Grevener ist das unvorstellbar.
Ein Leben ohne Smartphone? Nicht nur für die jungen Grevener ist das unvorstellbar. Foto: Pia Witthinrich

WhatsApp, Instagram, Snapchat – Katharina Boldt (17) ist auf allen Kanälen erreichbar. „Es ist ein Vorteil, dass man durch diese Medien mit Leuten, die weit weg sind, kommunizieren kann“, sagt die Grevener Schülerin. Schade nur, sagt sie, dass wegen der „Sozialen Medien“ weniger gesprochen werde.

„Tipp tipp tot“. Jeder kennt die Warnplakate an den Autobahnen. Das Smartphone kann tödlich sein. Es lenkt ab. Selbst in der Fußgängerzone ist der Blick stets auf das Display gerichtet. Aber für die meisten Grevener, zeigte eine Umfrage dieser Zeitung, gehört es einfach zum Alltag.

Auch das ganz normale Telefonieren ist in den jüngeren Generationen noch nicht „out“. Ben Branse (16) telefoniert, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Vor allem aber kommuniziert er über WhatsApp.

„Länger als 30 Minuten offline bin ich eigentlich nie“, sagt er. Dennoch steht bei Branse der persönliche Kontakt im Vordergrund: „Das finde ich am schönsten.“ Und Postkarten? Die verschickt er, wenn überhaupt, nur virtuell.

In der jüngeren Erwachsenen-Generation sieht die Kommunikation gar nicht so viel anders aus. Sandra Niesing (34) ist eine junge Mutter. Sie hält vor allem durch WhatsApp Kontakt zu Freunden und Familie.

„Aus dem Urlaub gibt es immer eine Postkarte an die Familie und Fotos über WhatsApp an Freunde“, sagt Niesing. Der persönliche Kontakt ist ihr sehr wichtig geworden, seitdem sie Mutter ist. „In Spielgruppen oder auf Spielplätzen habe ich oft Kontakt zu anderen jungen Müttern mit ihren Kindern“, berichtet sie.

Auch Janine Tillmann , ebenfalls 34 und Mutter von zwei Kindern, kommuniziert vor allem über WhatsApp; „Theoretisch ist man dadurch immer erreichbar“, sagt sie.

Postkarten schreibt die vierköpfige Familie nur aus dem Urlaub. „Briefkontakt ist ausgestorben, es sei denn, man schickt eine Einladung oder anderes“, sagt sie.

Tillmann findet toll, dass man durch das Smartphone stets informiert ist. „In Notfällen kann ich schneller helfen und Hilfe rufen“, sagt sie. Praktisch findet sie auch, dass man Musik und Fotoapparat immer dabei hat. Der Nachteil: „Es wird erwartet, immer erreichbar zu sein, die Dauererreichbarkeit dringt oft in die Privatsphäre ein.“

Zudem erzählt sie von Menschen, die nicht mehr ohne ihr Handy können und selbst in der Nacht erreichbar sein wollen. „Gespräche via Messenger werden oft falsch interpretiert, wodurch Streitigkeiten ausgelöst werden können“, weiß Tillmann.

Patricia Schmöckel (40) benutzt ebenfalls WhatsApp und das Telefon, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben. Postkarten oder Briefe schreibt sie nicht. „Ich finde, durch die Möglichkeit über WhatsApp schnell zu kommunizieren, gehen intensive und tiefgängige Gespräche verloren. Das finde ich schade. Auf der anderen Seite ist es natürlich einfach, schnell und praktisch“, sagt sie.

Die 61-jährige Cornelia benutzt WhatsApp und telefoniert, um mit ihren Freunden Kontakt zu halten. „Einer schreibt immer“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Eine 83-jährige gebürtige Amsterdamerin erzählt von langen und tiefgründigen Telefonaten: „Ich habe zwar nicht mehr viele Freunde dort, aber die Freunde, die ich habe, sind meine wahren Freunde.“

Sie zog vor Jahren mit ihrem Mann aus den Niederlanden nach Deutschland, um in der Nähe ihres Sohnes sein zu können. „Es beruhigt mich, wenn ich aus dem Fenster schaue und die Wohnung meines Sohnes sehe“, sagt sie. Wirkliche Freundschaften konnte sie in Greven nicht schließen, jedoch konnte sie über die Jahre hinweg viele Bekanntschaften zu den Leuten aus den Geschäften in Greven aufbauen. Es geht auch ganz analog: „Es bereitet mir immer wieder Freude, die Leute in den Läden zu kennen und mit ihnen reden zu können.“

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