Martin Engelien steht hinter der Go-Music-Band beim 50-Jahre-Woodstock-Festival
Aufgebot der Profi-Rocker

Greven -

„1001 Nacht“ war Martin Engeliens Superhit als musikalischer Leiter der Klaus-Lage-Band. Der Bassist aus Essen-Steele hat mit Musikern wie Lage, Helge Schneider und Toto Blanke zusammengespielt. Drei Goldene und eine Platin-Platte heimste er ein. Gemeinsam mit dem Brochterbecker Günter Dowidat organisiert er das 50-Jahre-Woodstock-Festival am 10. August am Max-Klemens-Kanal.

Freitag, 19.07.2019, 18:00 Uhr
Martin Engelien mit Bass und Band bei einem Konzert seiner Go-Music-Reihe in Ibbenbüren.
Martin Engelien mit Bass und Band bei einem Konzert seiner Go-Music-Reihe in Ibbenbüren. Foto: Günter Benning

Mit dem Musiker sprach unser Redaktionsmitglied Günter Benning.

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Woodstock in Greven am Kanal nachzuspielen?

Engelien : Der Günter Dowidat aus Brochterbeck hat mich schon vor zwei Jahren darauf angesprochen. Er hätte da so eine Idee und ob wir die nicht in die Tat umsetzen sollten.

Die Tat? Es gibt da eine Playlist der Woodstock-Stücke. Wollen Sie das alles spielen?

Engelien: Alles geht ja nicht, Woodstock hat drei Tage gedauert. Wir haben nur einen Tag. Aber wir haben uns vorgenommen, von so vielen Bands wie möglich Stücke zu spielen. Und zwar von denen, die die bekanntesten waren.

Wie viele Stücke werden das sein?

Engelien: Im Moment sind wir bei 35 bis 40. Allein von der Go-Music-Band. Aber wir haben auch noch drei andere Bands, die komplett ihren eigenen Set spielen. Das ist der Leo Lyons, der Bassist von Ten Years After. Der wird den kompletten Woodstock-Auftritt nachspielen. Miller Anderson war der Sänger und Gitarrist der Keef Hartley-Band. Und dann haben wir Randy Hansen, der Jimi Hendrix spielen wird. Also: Diese bekannten Sets kommen komplett auf die Bühne. Und für den Rest der Zeit steh ich mit der Go-Music-Band mit 13 Musikern parat. Wir spielen Musik von Janis Joplin bis Joan Baez, von Credence Clearwater Revival bis Santana, Joe Cocker und so weiter...

Sie sind mit der Go-Musik-Reihe seit wie vielen Jahren unterwegs?

Engelien: Seit 23 Jahren. Von Club zu Club, von Bühnen zu Bühne von Inland bis nach China und Kanada. Von Ibbenbüren bis Krefeld – da ist alles dabei.

Einfach nicht totzukriegen?

Engelien: Nä, es gibt sehr viele Leute, die handgemachte Rockmusik immer noch zu schätzen wissen. Obwohl die Entwicklung der Zeitmusik dagegen spricht. Heute ist ja wenig handgemacht und live. Aber wir machen das genau wie früher. Und ich sag mir immer, solange die Rolling Stones auf Tour gehen und es vormachen mit über 70 Jahren, dann können wir das auch.

Sie sind 62. Wie haben Sie Woodstock mitbekommen?

Engelien: Für mich war das der Anfang mit der Musik. Mein Lieblingsstück war „With a little help from my friends“ von Joe Cocker, aber auch die Santana-Stücke.

Die Band hat sich eine ordentliche Bandbreite vorgenommen. Das kann man ja nur machen, wenn man echter Profimusiker ist?

Engelien: Ja klar, wir haben alle unsere Produktionen hinter uns. Ich habe über 100 CD-Produktionen gemacht mit über zehn Millionen Verkäufen. Auch die Musiker, die dabei sind, sind Profis. Da ist Peter Bursch, der Gitarrenlehrer der Nation. Manni von Bohr, eine deutsche Drum-Legende. Pitti Hecht von den Scorpions an den Percussions. Dann haben wir viele super Gitarristen. Thomas Blug als einer der Besten Deutschlands, Victor Smolski als Hardrock-Edelgranate. Dirk Edelhoff als einen der versiertesten Gitarristen, die wir in Deutschland überhaupt haben. Der hat auf Mordsproduktionen mitgespielt. Vanesa Harbeck, eine argentinische Gitarristin, ist dabei und Jürgen Dahmen an den Keyboards, der lange Zeit in der Harald Schmidt-Show-Band war. Der Mann mit der Glatze.

Also muss schon mal auf der Bühne gewechselt werden?

Engelien: Ja klar, die stehen nicht alle gleichzeitig da. Vom Gesang her haben wir Jutta Weinhold dabei, David Reedmann, ein Mördersänger aus England, Gil Edwards, ein Amerikaner, der in Norwegen lebt. Und Chuck Plaisance, ein Ami aus Chicago, der in Ibbenbüren lebt. Es werden immer zwischen vier bis acht Musiker auf der Bühne sein. Und am Ende gibt es ein Finale mit allen.

Haben Sie schon mal was in der Größe gemacht?

Engelien: Es gab schon mal Sachen in dieser Größenordnung. In den 80er-Jahren haben wir mit der Klaus Lage-Band zum Beispiel bei Rock gegen Atom gespielt, eine SPD-Sache. Da war sogar Willy Brandt unser Moderator. Der ist mit uns auf Tour gegangen. Da waren Leute wie Peter Maffay, Udo Lindenberg, Klaus Lage, Heinz Rudolf Kunze und Inga Rumpf dabei. Da stand die Mauer noch, und wir haben Nase gezeigt gegen Atomwaffen. Dann gab es mal eine Stern-Aktion für krebskranke Kinder mit Constantin Wecker, Lage, Lindenberg, auch da wurden viele Stücke von zwei Bands gespielt. Bertram Engels, Steffi Stephan, Wolf Simon, Jean-Jaques Kravetz und ich wir waren den ganzen Abend die Bühnen-Band.

Eigentlich wollten Sie ja auf der Tecklenburger Bühne spielen. Mit ordentlichen Sitzen und Dach überm Kopf. Jetzt geht es zum Kanal auf eine große Wiese. Warum?

Engelien: In Tecklenburg hatte ich sogar schon das Gelände besichtigt, aber dann haben die Leute von der Bühne einen Rückzieher gemacht. Aus welchen Gründen auch immer. Die haben vielleicht gedacht, da kommen Rocker und hauen alles kaputt. Aber, diejenigen, die 1969 Rocker waren, sind auch nicht mehr die Jüngsten. Das läuft zivil ab. Der Günter Dowidat ist dann auf das Gelände in Greven gekommen. Ähnlich wie Woodstock. Woodstock sollte in Woodstock sein und wurde aus Angst der Bewohner, dass da 100 000 Hippies kommen könnten, verschoben nach White Lake im US-Bundesstaat New York. Es kamen eine halbe Million.

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