Wasserstand historisch niedrig: 69,9 Zentimeter
Jede Menge Fahrräder gefischt

Greven -

Vorgestern Nachmittag meldete die Messstelle in Greven einen historisch niedrigen Wasserstand der Ems von 69,6 Zentimetern. Wobei Andreas Winnemöller von der Bezirksregierung als zuständige Wasserbehörde sagte: „Wir haben noch einmal im elektronischen Gewässerjahrbuch recherchiert. 2013 hat die Ems den Wert einmal unterschritten: mit 68 Zentimetern.“

Freitag, 02.08.2019, 10:17 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 14:50 Uhr
Die Ems in Greven hatte in den letzten Tagen einen extrem niedrigen Wasserstand. Kurze Gewitter sind aus Sicht der Naturschützer dabei wenig hilfreich.
Die Ems in Greven hatte in den letzten Tagen einen extrem niedrigen Wasserstand. Kurze Gewitter sind aus Sicht der Naturschützer dabei wenig hilfreich. Foto: Melina Laubrock

Was den Wasserexperten allerdings Sorgen bereitet, ist die lang anhaltende Trockenheit. „Der Gesamtzustand der Ems ist unbefriedigend“, erklärte der Sprecher der zuständigenden Wasserbehörde. Er meint dabei die Struktur des Flussbettes und der Uferzonen. Ein naturnaher, renaturierter Flussabschnitt wie in Hembergen sei stabiler als ein gerades Gewässer.

Für die Fische gut ist aber, dass die Belastung mit sauerstoffzehrenden Substanzen „sehr gering“ ist. „Das ist bei dieser Hitze besonders wichtig“, sagte Winnemöller . Die Wasserexperten wünschen sich jetzt einen dauerhaften Landregen. Kurze, heftige Gewitter sind dagegen kritisch. „Sie spülen nur den Staub und Dreck in die Gewässer.“

Brenzlig wird es für die Fische bei einer Wassertiefe von unter 40 Zentimetern. „Große Fische wie Karpfen oder Brassen können ihren Standort nicht mehr verlagern“, erklärte der Sprecher der Bezirksregierung.

Die Gewässerwarte des ASV Emsdetten sind jeden Tag unterwegs, um die Gewässer zu begutachten, die von den Petrijüngern beangelt werden.

„In der Ems wird das Wasser ziemlich flach, besonders im renaturierten Bereich in Hembergen“, stellte der zweite Vorsitzende des ASV, Willi Ascheberg, gestern fest. Aber zum Glück gebe es noch ein paar tiefe Stellen, in denen sich die Fische aufhalten könnten. Auch der Hermeler See sowie der Badesee in Saerbeck seien in Ordnung. Auch die Angler wünschen sich jetzt einen Landregen über drei, vier Tage.

Probleme haben die Gewässerwarte an einer ganz anderen Stelle. „Der Partymüll am Hermeler See hat gewaltig zugenommen“, sagte Ascheberg. Alufolien und Flaschen lägen überall herum, die Holzkohle sei weggekippt worden. „Das ist schon sehr ärgerlich, zumal wir unseren Mitgliedern verbieten, bei der Trockenheit überhaupt einen Grill anzuwenden“, so der ASV-Verantwortliche.

Die ungebetenen Badegäste – Baden ist im Hermeler See nebenbei bemerkt verboten – parkten obendrein ihre Autos direkt vor der Absperrung, obwohl sie als Feuerwehrzufahrt unbedingt freigehalten werden müsse. „Wir sehen schon mit Sorge aufs nächste Jahr, wenn das Freibad geschlossen wird“, sagte Ascheberg.

Der niedrige Wasserstand der Ems wird von den Mitarbeitern der Bezirksregierung genutzt, um mal auf ihre Weise im Emsbett zu fischen. „Wir haben schon 2,5 Tonnen Schwemmgut abgefahren“, erklärte Andreas Winnemöller. Mehrere Fahrräder, die sie rausgefischt haben, haben sie dem Grevener Ordnungsamt übergeben.

Trockenlaufen kann die Ems übrigens nicht. „Denn durch Infiltration gelangt immer Grundwasser in die Ems“, erklärte Winnemöller.

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