Modelleisenbahn-Treff-Greven: Fünf Jahre nach dem Hochwasser
Eine Fantasiewelt in Klein

Greven -

Die Welt in Miniatur: leicht flackerndes Licht der Straßenlaternen – wie alte Gaslampen. Gras in verschiedenen Grüntönen, Menschen, die vor dem Bahnhof stehen und warten, bis der nächste Zug einfährt. Eine Kleingartenanlage nebenan. Auf der anderen Seite der Straße ein Rettungsmanöver der Feuerwehr. Das ist die Welt des „Modelleisenbahn-Treff-Greven“.

Samstag, 10.08.2019, 07:50 Uhr aktualisiert: 10.08.2019, 10:11 Uhr
 
  Foto: Sina-Marie Hofmann

14 Modulbauer tüfteln gemeinsam an der neuen Anlage herum – in feinster, akribischer Arbeit. An diesem Abend sind es Jochen Zeranka , dessen Sohn Malte Zeranka, Hans Riepe und Stefan Hensmann. Durch Magnetbänder und Sensoren schaffen sie es, Busse, Lastkraftwagen oder auch die Feuerwehr fahren zu lassen. „Diese Kleinigkeiten sind es“, erklärt Hensmann „die es ausmachen.“

Unter den Hobby-Bastlern herrscht ein freundschaftlicher Ton geprägt von vielen Witzen und kleinen, gemeinen Neckereien. Sie sind befreundet, fahren zusammen in den Urlaub und helfen sich, wenn bei der heimischen Eisenbahn mal etwas nicht so funktioniert, wie es soll.

Schaden von circa 30.000 Euro

Alle sind sich einig: „Wir wollen gemeinsam etwas schaffen.“ Zeranka meint: „Für uns Rentner ist das ein Hobby.“ „Das macht einen wieder zum Kind“, erklärt der gebürtige Niederländer Riepe. „Und wenn das Kind im Mann weg ist, dann ist man auch kein richtiger Mann mehr.“

Am 28. Juli 2014 war die Gefühlswelt jedoch ganz anders – die Anlage fiel dem Hochwasser zum Opfer. Vor fünf Jahren arbeiteten sie im Keller des Gymnasiums an der Anlage. Als Malte Zeranka, der mit der Feuerwehr, nach dem Auspumpen der Räume diese als erster betrat, sah er das Unheil: „Das Wasser stand bis zur Decke. Plastikteile sind einfach überall hingeschwemmt worden.“ „Die ganze Pappe war wellig, das Holz aufgequollen und der größte Teil der Elektronik hin“, beschreibt Zeranka. Riepe: „Das war ein Haufen Wasser – und Tränen.“

Wiederverwendet werden konnten nur fünf bis zehn Prozent der gesamten Anlage. Es entstand ein Schaden von circa 30.000 Euro. Leider hatte der Treff keine Versicherung abgeschlossen. Malte Zeranka findet noch Bilder vom Feuerwehreinsatz in der Schule und den Tagen danach. Darauf zu sehen: nicht das Fantasieland, das die Grevener vom Weihnachtsmarkt kannten. Sondern ein Container voller Müll. „Mach das weg, das tut immer noch weh“, sagt sein Vater Jochen Zeranka. „Zehn Jahre Arbeit und auf einmal war alles kaputt.“

Idee zum Spendensammeln

Zwei Jahre vergingen – im Oktober 2016 startete der Neubau einer Anlage. „Die Idee für einen Neustart gab es schon lange, nur fehlte uns der Raum.“ Die Örtlichkeit haben Sie jetzt – sie ist ihr geheimes Tüftlerversteck geworden. Dort finden sie sich jeden Donnerstag zusammen. Sie kommen Schritt für Schritt weiter. Die Grundbausteine müssen noch fertig gebaut werden, denn wie Hans Riepe erläutert: „Wir wollen ja auch ab und zu mal spielen.“

Aus den vorherigen Fehlern der früheren Anlage lernen sie: die Qualität wird immer besser. Die Module werden so gestaltet, dass sie verschieden eingesetzt werden können. Über die jetzige Räumlichkeit können sich die Modulbauer nicht beschweren. Doch ein größerer Raum würde heißen: Noch mehr Module, ein größeres Fantasieland und mehr Arbeit. „Wenn uns jemand einen ganz großen Raum bereitstellt“, scherzt Riepe, „dann sagen wir nicht nein.“

Schweres Unwetter in Greven

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    Foto: Peter Beckmann
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    Foto: Ulrich Reske
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    Foto: Gunnar A. Pier

Bereitstellen, denn: Modelleisenbahnbau ist eine kostspielige Angelegenheit. Der bisherige Wiederaufbau hat den „Modelleisenbahn-Treff-Greven“ bisher zwischen 3500 und 4000 Euro gekostet. Wieso so viel? Allein eine einzige Lok könne von 400 Euro bis über 1000 Euro kosten – nach oben gebe es keine Grenzen. Viel wird durch den Mitgliederbeitrag von zehn Euro pro Monat finanziert. Spenden gab es bisher vereinzelt – die meisten von den Mitgliedern selbst. „Nur, solange die Ehefrauen das nicht mitbekommen“, sagt Riepe mit einem Zwinkern. Um Spenden zu sammeln haben die Tüftler eine Idee: Ein personalisierter Zug mit Werbewagons: Unternehmen, sowie Privatpersonen können ihren eigenen Wagen mit Beschriftung herstellen lassen - für eine kleine Spende. Dieser fährt dann bei Ausstellungen und Events mit.

Tüfteln und Probleme lösen

Geld sparen die Modulbauer durch Eigeneinsatz: Malte Zeranka hat einen eigenen 3-D-Drucker. Mit dem druckt er verschiedene Bauteile und Sensoren – billiger als im Einkauf.

Hensmann: „Was man selber machen kann, macht man selber.“ „Und wenn ich so viel Geld habe, dass ich mir alles fertig kaufen kann“, meint Jochen Zeranka, „dann macht es ja auch keinen Spaß mehr.“ Im Endeffekt ist es das Tüfteln und Probleme lösen, das die Modulbauer besonders begeistert.

Zum Ziel setzen sie sich: „Wir wollen bis zum Weihnachtsmarkt am Ballenlager mit den Modulen fertig werden. Auch wenn die Gestaltung der Landschaft bis dahin sicher noch nicht abgeschlossen sein wird.“

Zum Thema

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter: http://www.modelleisenbahn-treff-greven.de

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Für Spenden- und Mitgliederanfragen wenden sich Unterstützer an Jochen Zeranka unter  0157/52153523 oder per Mail an: jochen@zeranka.net

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