Guido Höppener und seine Verbindung zu Greven
Rheinländer in Reckenfeld

Greven-Reckenfeld -

Guido Höppener hat sich schon als junger Mann in der Feuerwehr seines Heimatortes engagiert und führte dies auch fort, als er nach Reckenfeld zog

Samstag, 10.08.2019, 12:51 Uhr aktualisiert: 10.08.2019, 13:00 Uhr
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. Foto: Rosemarie Bechtel

„Ich komme aus dem größten Loch Europas“, scherzt Guido Höppener . Seine Erklärung: Er stamme aus einem Kohleabbau-Gebiet. Gemütlich trinkt er sein alkoholfreies Feierabendbier und erzählt von seinem Leben:

Geboren 1964 in Jülich und aufgewachsen in Gereonsweiler – ein Dorf mit etwas über 1000 Einwohnern – sei er ein echter Rheinländer. Eine Ausbildung zum Feingeräte-Elektroniker schließt er in Aachen ab. Es folgten Fachabitur und Studium. „Ich habe die Vorteile des Studentenlebens zu sehr ausgenutzt.“ Nach drei Jahren exmatrikulierte er sich – er habe sich zu sehr für seine Vereine eingesetzt: „Wenn mich jemand nach etwas gefragt hat, habe ich immer ja gesagt.“

Bis 1993 arbeitete er dann in Köln bei einem Hard- und Software-Hersteller für Steuerberater. Im selben Jahr heiratete er seine Ehegattin Dagmar .

Durch Ermutigung seiner Frau begann er als Registerkassentechniker in Aachen und Köln zu arbeiten.

Doch wie kam nun der karnevalliebende Rheinländer nach Reckenfeld? 1998 begann er für den Kassensystem-Hersteller Vectron in Münster zu arbeiten. Zwei Jahre später zog Höppener mit seiner Frau nach Wolbeck.

2003 nahm Dagmar Höppener einen Job in Reckenfeld an. „Und da ich einen Firmenwagen hatte, sagte sie: ‚Besser du fährst mit dem Firmenwagen zur Arbeit, als ich mit dem privaten Auto‘“, erklärt Höppener. Deswegen zogen sie im selben Jahr nach Reckenfeld. „Seit 2008 haben wir hier auch unser Eigenheim.“

Höppener war immer schon ein Freund von gemeinschaftlichen Aktivitäten. Seine Hobbys aus dem Rheinland konnte er in Reckenfeld weiter führen.

Seine Gesangskarriere begann im Kleinkindalter beim Kirchenchor in Gereonsweiler und führte ihn zum Männergesangsverein Liedertafel in Reckenfeld.

Mit ungefähr 18 Jahren trat er der Freiwilligen Feuerwehr seiner Heimat bei. Auch das führte er weiter: Er ist Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr in Reckenfeld. Und nicht nur das: Er begründete den Förderverein des Löschzuges Reckenfeld mit und war Vorsitzender bis zu diesem Jahr. „Ich habe den Vorsitz jetzt glücklicherweise in jüngere Hände geben können.“ Ihm sei es wichtig, auch für die Jugend und Nachfolge zu sorgen.

Während der Gründung des Fördervereins lernte er den Ortsvereinvorsitzenden der SPD kennen. Dieser sprach ihn an: „Mensch, es wird Zeit, dass du auch zur SPD kommst.“

Es gab nur eine klare Regel seiner Frau Dagmar: „Nur zwei Vereine, nicht mehr.“ Sonst werde er sein Helfersyndrom wohl zu sehr ausleben. Kommunalpolitisch aktiv ist er deswegen seit diesem Jahr – nachdem er den Vorsitz des Fördervereins abgetreten hatte.

Einleben konnten sich Höppener und seine Frau sehr einfach. „Reckenfeld ist einfach anders“, erklärt er und weist auf die 100-jährige Geschichte Reckenfelds hin „dementsprechend ist es halt bunt.“ Er beschreibt seine Mitbürger als offen und herzlich und ist begeistert von dem Vereinsangebot, das der Ortsteil zu bieten hat. „Reckenfeld ist nicht zu klein und nicht zu groß. Alles, was man im Grunde braucht, hat man in Reckenfeld. Deswegen waren wir auch so entschlossen, uns hier ganz niederzulassen. Das ist ein Ort, um Alt zu werden.“

Einmal im Monat kehrt Höppener mit seiner Frau zurück in die „alte Heimat“ – um der Schwiegermutter einen Besuch abzustatten. „Wenn wir dann wieder nach Reckenfeld fahren, dann geht‘s für uns nach Hause.“

Was jetzt für ihn Lebensnormalität geworden ist, war vor einigen Jahren unbegreiflich. Auch wenn Gereonsweiler nur etwa zwei Stunden Autofahrt entfernt ist, so gab es einige Umstellungen: Es fing mit der einfachen Bestellung beim Bäcker an. Er wollte einen Rollkuchen haben – gab es nicht. Denn hier ist das eine Rosinenschnecke. Auch diverse alkoholische Mischgetränke kannte er zuvor nicht. So wie etwa die „Altbierbowle“. Auch die Bauerschaften verwunderten ihn: „Weniger als 200 Einwohner pro Dorf kannte ich zuvor nicht.“ Ebenso war die Kneipenverteilung Neuland für Höppener, der fragte sich: „Wie komme ich da denn hin? Wobei, das ist ja nicht mal das Problem: Wie komme ich da wieder weg?“ Ebenso musste er sich erst an die „Radfahrerkultur“ im Münsterland gewöhnen. Dass Radfahrer fast überall Vorrang haben und man niemals auf dem Radweg stehen bleiben dürfe, war ihm vorher auch nicht bekannt.

Die größte Umgewöhnung für ihn und seine Frau: das „Helau“ beim Karneval. Denn in seiner Gegend hieß das ganz typisch: „Alaaf“. Seine Frau meine dazu „Ich werde mich nie daran gewöhnen.“

Er fühle sich jetzt eher als Reckenfelder als Westfale. Doch manchmal schwappt der heimische Dialekt über, und die Menschen entlarven ihn: „Du kommst aber nicht von hier.“ Einige meinen sogar: „Ihr sprecht ja nicht, ihr singt ja.“

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