Kuriose US-Cars beim Dinotreff am Vosskotten
Swimmingpool auf vier Rädern

Greven -

„Wir hegen und pflegen Altmetall und fühlen uns dabei richtig gut“, schwärmt Manuel Propp, einer der Organisatoren des „Dinotreff“. Am Wochenende konnten die Gäste hinter der Gaststätte „Zum Vosskotten“ verschiedene US-Cars betrachten.

Sonntag, 11.08.2019, 23:29 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 16:54 Uhr
Der eigens entwickelte Pickup-Swimmingpool.
Der eigens entwickelte Pickup-Swimmingpool. Foto: Sina-Marie Hofmann

Entlang der parkenden amerikanischen Autos ragte eine 21 Meter lange Hüpfburg in Form eines Trucks aus der Menge heraus – in ihr spielende, lachende Kinder. Neben dem blubbern der Motoren war aus unterschiedlichen Richtungen verschiedene Musik zu hören. Den Weg, der von den parkenden US-Cars freigehalten wurde, befuhr ein Dodge Ram Pickup aus dem Jahr 2000 – dessen Ladefläche diente als Swimmingpool.

Der Dinotreff hat Tradition: 25 Jahre lang fand er in Ibbenbüren statt. Bis zum vergangenen Jahr trafen sich die Autoliebhaber dann in Tecklenburg. Doch wieso jetzt Greven? Auf der Veranstaltungsfläche in Tecklenburg gab es einen Pächterwechsel – die Voraussetzungen wurden geändert. Für die Organisatoren waren die Änderungen nicht tragbar, weshalb sie innerhalb von zwei Wochen eine neue Fläche finden mussten. Der Grevener Thorsten Grabautzki, Inhaber von „Mad Butcher Tattoo“, hatte die Idee: Wieso nicht der Vosskotten? So kam eins zum anderen, und die Autoliebhaber fanden ihren Platz. „Wir müssen Guido Temme wirklich sehr danken dafür, dass er uns die Fläche so kurzfristig bereitgestellt hat“, erzählte Propp . Innerhalb der zwei Wochen wurden Toilettenwagen, Strom und vieles mehr besorgt. Mit Blick auf den Campingplatz sagte Propp stolz: „Ich würde sagen, das sieht ganz professionell aus.“

Die 21 Meter lange Hüpfburg.

Die 21 Meter lange Hüpfburg.

Doch die kurzfristige Neuplanung hatte auch ihre Schattenseiten: Schon Freitagabend war auf dem Gelände kein Platz mehr für Camper. „Für nächstes Jahr müssen wir noch mehr Fläche haben“, meinte Propp dazu. Ebenso reiste die „Burgerbude“ vorzeitig ab, da nicht genügend gekauft wurde. Auch die Händler konnten nicht so viel einnehmen wie im Vorjahr – es waren weniger Eintagsfahrer und Tagesgäste anzutreffen.

Trotz dessen hatten die Camper ihren Spaß und jeder war herzlich Willkommen, die ausgelassene Stimmung lud einen auf ein Kühles ein. Der Dinotreff ist eine Veranstaltung für die ganze Familie. Das ist Propp ganz wichtig: „Das ist so eine Männerdomäne, und wir versuchen, auch Kinder und Frauen mit einzubeziehen.“

Die ausgestellten Autos hätten nicht verschiedener sein können: Auf der einen Seite sah man einen Mottowagen zum Thema Hamburg. In diesem eine Pole-Dance-Stange und eine Bar – gefühlt ein kleines Stück Reeperbahn.

Unweit davon entfernt eines der am lautest blubbernden Autos der Veranstaltung. „Ich nenne ihn immer liebevoll Eisenschwein“, meinte Besitzer Mario Domning. Er und seine Frau Sandra Domning haben die Veranstaltung mit organisiert.

Petra Hetkamp mit ihrem Wohnzimmer auf vier Rädern.

Petra Hetkamp mit ihrem Wohnzimmer auf vier Rädern.

Einige Meter weiter blitzte einem ein roter Plymouth Savoy aus dem Jahr 1958 ins Auge. Er gehört Holger Döpke, der aus Warmsen angereist ist. Den Plymouth Savoy kaufte er 1989, als er in Kanada lebte und restaurierte ihn anschließend drei Jahre lang. Der gelernte Automechaniker hat diverse Blechteile des Autos selbst gefertigt und geschweißt. Er schlief das Wochenende über im Auto – „die gemütliche Sitzbank muss ich schamlos ausnutzen.“ Bei dem Treffen kannte er kaum jemanden, doch es sei einfach, neue Menschen kennenzulernen. „Ich habe mich einfach mit an den Tisch gesetzt und schwupp, fertig.“

Entlang der Chevrolets, Motorräder und Wohnwagen stand Petra Hetkamps Dodge Ram Van B250 aus dem Jahr 1992: „Der fährt sich wie ein Wohnzimmer.“ Die aus Oberhausen stammende Lkw-Fahrerin ist den ganzen Sommer auf verschiedenen US-Car-Treffen unterwegs. Über sich selbst sagte sie: „Ich bin ein bisschen südstaatengeschädigt.“

Am Samstag stellten alle ihre Wagen vor und gegen 20 Uhr fand eine Pokalverleihung in verschiedenen Kategorien statt. Die Camper ließen den Abend mit einer „Open Stage“ ausklingen – dafür hatten sie extra verschiedene Instrumente besorgt. Am Sonntag reisten dann alle ab.

Die Pokale

Die Pokale

Für nächstes Jahr planen die Organisatoren den Vosskotten wieder ein – „und dann haben wir mehr als zwei Wochen Zeit die Veranstaltung zu organisieren“, sagte Propp. Bis zum nächsten Jahr.

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