Streitereien zwischen Kommunalpolitik und Stadtverwaltung
Konfliktmoderation soll helfen

Greven -

Es knirscht zwischen Verwaltung und Politik. Der Verwaltungsvorstand der Grevener Stadtverwaltung hat deshalb hat einen Konflikt-Moderations-Prozess initiiert.

Mittwoch, 14.08.2019, 11:09 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 11:20 Uhr
Nein, die Fäuste sollen eben nicht fliegen. Eine Konflikt-Moderation soll dafür sorgen, dass sich das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung wieder bessert.
Nein, die Fäuste sollen eben nicht fliegen. Eine Konflikt-Moderation soll dafür sorgen, dass sich das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung wieder bessert. Foto: Ralf Steinhorst

Wenn es in der Ehe immer wieder kracht, die Stimmung mies, der eine sauer auf den anderen ist – dann kann im besten Fall ein Eheberater helfen. Der schaut von außen auf die Probleme. Und wenn alles gut läuft, können diese gelöst werden, und es kehrt wieder Frieden ein. Aber: Klappt das auch auf anderen Ebenen? Zum Beispiel dann, wenn es zwischen Kommunalpolitikern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung nicht mehr rund läuft? Der Verwaltungsvorstand der Grevener Stadtverwaltung glaubt jedenfalls daran und hat einen Konflikt-Moderations-Prozess initiiert. Morgen soll es losgehen.

„Die Idee ist auf oberster Leitungsebene entstanden“, bestätigt Wolfgang Jung , Pressesprecher der Stadtverwaltung. Im Sinne der weiteren Stadtentwicklung erhoffe man sich eine Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Politik. „Da kann ein professioneller Blick von außen durchaus hilfreich sein“, verdeutlichte Jung die Intention.

Eine professionelle Moderatorin aus Duisburg wird sich demnach in den kommenden Tagen und Wochen mit jeweils zwei Personen aus den Fraktionen oder der Verwaltung zusammen setzen und Problemanalysen durchführen. „Das soll unter der Fragestellung laufen, woran es in der Beziehung zwischen Politik und Verwaltung hakt“, erklärt Jung.

Nach Abschluss der Einzelgespräche soll dann gemeinsam überlegt werden, wie es weiter geht. „Ziel und oberstes Interesse ist es natürlich in der Stadtentwicklung voran zu kommen.“

Konflikte hat es zwischen den beiden Parteien immer gegeben. Besonders der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Jürgen Diesfeld (CDU), wurde von vielen Seiten angegangen. Ihm wurde sogar die Schuld am Weggang des Fachbereichs Stadtentwicklung, Matthias Herding, vorgeworfen.

Was Diesfeld als völligen Quatsch bezeichnet. „Eine Anstellung in führender Position in der Stadtverwaltung in Münster wird nicht mal eben so vergeben, weil der Kandidat angeblich Probleme mit der Politik in Greven hat. Da muss ein langwieriges Auswahlverfahren durchlaufen werden, da muss sich ein Kandidat lange vorher bewerben“, verdeutlichte Diesfeld.

Er selber werde an dem Moderationsverfahren nicht teilnehmen. „Aus terminlichen Gründen“, wie er auf Anfrage erklärte. Außerdem stehe er dem Verfahren eher skeptisch gegenüber. „Es ist eine gut gemeinte Idee der Verwaltung mit einem hohen Anspruch, es ist nur fraglich, ob das funktioniert.“ Trotzallem würden zwei Vertreter seiner Fraktion daran teilnehmen.

Und er kann sich nicht verkeifen, Tacheles zu reden. „Die Ursachen für all die Probleme liegen vor allem darin, wie sich der Bürgermeister verhält. Der betreibt keine Politik auf Augenhöhe.“

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