Quote der Bezieher von Sozialleistungen steigt
Jedes siebte Kind lebt in Armut

GReven -

Dreimal im Jahr in den Urlaub? Immer das neueste Handy und teure Markenklamotten? Viele junge Menschen in Greven können davon nur träumen. Mehr noch: Ihnen fehlt es nicht nur an Wohlstand, sondern bisweilen sogar am Allernötigsten.

Freitag, 16.08.2019, 10:52 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 11:00 Uhr
13,7 Prozent der unter 15-Jährigen in Greven leben von Sozialgeld nach SGB II.
13,7 Prozent der unter 15-Jährigen in Greven leben von Sozialgeld nach SGB II. Foto: dpa / Gero Breloer

Jeder zehnte Grevener Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren lebt in Armut (9,6 Prozent). Bei den unter 15-Jährigen ist der Anteil mit 13,7 Prozent sogar noch etwas höher (Stand 2017). Zwei Jahre zuvor lag dieser Wert gar noch bei 14,1 Prozent. Sprich: Fast jedes siebte Kind lebt in Armut.

Das geht aus Zahlen hervor, die die Bertelsmann-Stiftung auf dem SDG-Portal im Internet veröffentlicht hat. SDG steht für „Sustainable Development Goals“, zu Deutsch etwa „nachhaltige Entwicklungsziele“. Eines der Ziele: keine Armut. Wie nah Greven diesem Ziel ist (oder eben nicht) lässt sich auf dem Portal einsehen.

Armut liegt laut Definition der Statistiker dann vor, wenn Menschen von Sozialleistungen nach SGB II (Arbeitslosengeld II) oder nach SGB XII (Sozialhilfe) leben. In Greven traf dies im Jahr 2017 (das sind die aktuellsten vorliegenden Daten) auf immerhin 8,5 Prozent der Bevölkerung zu. Zum Vergleich: In Emsdetten sind es 7,0 Prozent, in Steinfurt 10,9 Prozent und im Oberzentrum Münster 9,3 Prozent.

Der Anteil der über 65-jährigen, die in Greven Leistungen zur Alterssicherung nach SGB II erhalten und somit als arm gelten, liegt bei „nur“ 2,9 Prozent. Der Wert steigt allerdings seit Jahren leicht an. 2012 lag er noch bei 2,0 Prozent.

Auch die anderen Indikatoren weisen steigende Werte auf: Die Kinderarmut stieg zwischen 2013 und 2017 von 13,2 auf besagte 13,7 Prozent, die Jugendarmut von 8,2 auf 9,6 Prozent. Die Gesamtquote der Bezieher von Sozialleistungen stieg binnen zehn Jahren von 6,4 auf 8,5 Prozent.

Etwas überraschend angesichts dieser Zahlen: Die Anteile der Haushalte mit geringem (45 Prozent), mittlerem (35 Prozent) und hohem Einkommen (20 Prozent) sind in Greven seit Jahren nahezu konstant. Dagegen stieg die Kaufkraft (Summe aller Nettoeinkünfte) in den zurückliegenden zwei Jahren von gut 52 000 auf gut 55 000 Euro pro Haushalt an. Eine mögliche Erklärung: Vermögende Grevener verdienen immer mehr, der Großteil der Bevölkerung aber nicht. Folge: Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch in Greven immer weiter auseinander.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6851373?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Bahnsteig zu kurz für lange ICE
Zu kurz für lange ICE: Bahnsteig 4 im Hauptbahnhof
Nachrichten-Ticker