Niederlassungsleiter Ingo Kutsch ist Chef von 5100 Postlern
Der Dauerläufer setzt aufs Team

Reckenfeld -

Der Marathonläufer hat schon erstaunlich viele Kurzstrecken absolviert. Ingo Kutsch ist 41 Jahre jung und hat im DHL-Konzern schon mehr Stationen mit Leitungsfunktionen hinter sich, als manche im ganzen Berufsleben. Zuletzt war er drei Jahre Niederlassungsleiter in Magdeburg – eine vergleichsweise lange Zeit. Seit Mai diesen Jahres ist er in gleicher Funktion in Greven-Reckenfeld tätig und somit der Boss von rund 5100 Mitarbeitern, die im Brief- und Paketzentrum vor Ort und in den Zustellbasen in der Fläche arbeiten.

Freitag, 23.08.2019, 09:16 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 09:20 Uhr
Ingo Kutsch (41) ist seit Mai Niederlassungsleiter der Deutschen Post in Greven-Reckenfeld und damit zuständig für 5100 Mitarbeiter im Zustellbereich.
Ingo Kutsch (41) ist seit Mai Niederlassungsleiter der Deutschen Post in Greven-Reckenfeld und damit zuständig für 5100 Mitarbeiter im Zustellbereich. Foto: Oliver Hengst

Und die Fläche hat es in sich: 14 000 Quadratkilometer, von Drensteinfurt bis kurz vor Papenburg. Die Briefzustellung teilt man sich mit Osnabrück, die Pakete dieses riesigen Bereiches werden dagegen komplett in Reckenfeld umgeschlagen.

Ingo Kutsch ist seit 1998 im Unternehmen und startete einst mit einer klassischen, kaufmännischen Ausbildung, der er später ein BWL-Studium (berufsbegleitend) folgen ließ. Er lernte die Arbeit in der Konzernzentrale in Bonn kennen und übernahm diverse Funktionen in Niederlassungen in Köln, Düsseldorf, Dortmund und Magdeburg. „Ich habe von der Pike auf alles gelernt. Ich hatte die Chance, immer mehr Verantwortung zu übernehmen. Mir hilft diese Erfahrung.“

Der Duisburger pendelt täglich 130 Kilometer nach Greven. Im Vergleich zu Magdeburg ist die Distanz zwischen Duisburg und Greven ein Katzensprung. Deutlich näher an der Heimat zu arbeiten – das schafft etwas mehr Freiräume, um sich in der Freizeit dem Laufsport zu widmen.

Im Jahr kommen zigtausende Kilometer zusammen. „Für mich ist Autofahren keine Belastung.“ Der Arbeitsweg ist noch der geringste Teil, denn Kutsch ist viel in der Fläche unterwegs, gerade in der Startphase, um Standorte und Mitarbeiter kennenzulernen. Er hat viele Hände geschüttelt und noch mehr Gespräche geführt. Auch weil ihm klar ist, dass die Mitarbeiter natürlich wissen wollen, wie der Neue so tickt. Aber auch, weil er weiß, dass es nur im Team geht. Die ersten rund 100 Tage hat er als sehr wertvoll empfunden: „Die Kollegen hier sind sehr offen und haben mir geholfen, in meine Rolle zu kommen.“

Was ihm wichtig ist in der täglichen Arbeit? Vor allem eines: Wertschätzung der Mitarbeiter. „Die sind das Fundament unserer Niederlassung“, sagt er und meint das auch so. Die Mitarbeiter im Niederlassungsbereich seien „sehr engagiert“ und hätten eine „starke Identifikation und Qualitätsorientierung“. Regelmäßig geht der Boss auch mit auf Zustell-Tour, um zu ergründen, wo der Schuh drückt. „Ich habe großen Respekt vor der Tätigkeit unserer Mitarbeiter.“ Apropos Respekt: „Wenn ich mit dem Zusteller Meyer spreche, nehme ich den genauso ernst wie den Vorstand Meyer.“ Die Mitarbeiter wertschätzen, sie in den Mittelpunkt rücken – für Kutsch ein ganz zentrales Anliegen. Weil der Arbeitsmarkt inzwischen ein Mitarbeitermarkt ist, aber auch, weil er davon überzeugt ist, dass es sich so gehört, mit den Kollegen auch kollegial umzugehen.

Der Briefmarkt schrumpft, aber der Paketbereich wächst zweistellig. Das schafft logistische Herausforderungen, die Kutsch mit seinem Team meistern will. An der nötigen Ausdauer dürfte es dem Chef nicht mangeln.

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