Die Masche mit den ominösen Werbeanrufen
Betrugsvorwurf ist schwer nachzuweisen

Greven -

Nicht alles ist Betrug, was sich so anfühlt wie Betrug. Das macht die Geschichte etwas kompliziert, die der Grevener Rechtsanwalt Hubertus Bange berichtet. Zwei seiner Mandaten in Greven und Emsdetten erhielten nämlich in der vergangenen Woche Anrufe einer Medienagentur aus Bad Kreuznach.

Montag, 09.09.2019, 21:00 Uhr

Es gelte, habe eine weibliche Stimme erklärt, einen bestehenden Werbevertrag zu kündigen, um zu verhindern, dass dieser automatisch um zwei Jahre verlängert werde.

die Betrugsmaschen sind vielfältig. Hier ein Fake-Eintrag für das Handelsregister.

die Betrugsmaschen sind vielfältig. Hier ein Fake-Eintrag für das Handelsregister.

Klingt mitfühlend, aber hat doch einen Haken: Denn gleichzeitig wurden die Mandaten aufgefordert, einen einmaligen neuen Werbeauftrag zu erteilen, um die Vertragsverlängerung des alten Vertrags zu verhindern. Was der neue Vertrag allerdings versprach, so Rechtsanwalt Bange, „ist unklar und schwammig formuliert“.

Die Methode ist bekannt. In Internet-Foren wird sie die „Kölner Masche“ genannt. Für die am Telefon abgeschlossenen Werbeverträge, die teilweise zwei Jahre Gültigkeit hatten, konnten anderswo schon mal Kosten von 3744 Euro anfallen.

Aus Sicht der Polizei ist die Sache nicht so einfach. „In vielen Fällen“, spricht Polizeisprecher Johannes Tiltmann die Diskrepanz zwischen gefühltem und realem Unrecht an, „dann kann man nicht von einem Betrug sprechen.“

Ein Beispiel dafür seien die bekannten Schlüsseldienste, die am Wochenende kommen und häufig überzogene Summen abkassieren. Der Preis ist möglicherweise zu hoch, aber es wurde eine reale Leistung erbracht. Und der Kunde hat die ja bestellt.

„Einer meiner Mandanten“, sagt Rechtsanwalt Bange aus Greven, „ist leider auf die Anruferin reingefallen. Er fühlte sich unter Druck gesetzt und hat einen Auftrag unterschrieben.“ Zwar sei noch kein Geld geflossen, dennoch müsse man jetzt sehen, wie man aus dem Vertrag herauskomme.

Im Internet schildern Betroffene und ihre Anwälte ähnliche Fälle. Der Ansatzpunkt ist aus ihrer Sicht, dass die von der Agentur aus Bad Kreuznach versprochene Leistung sehr unklar ist.

Viele Betroffene scheinen, heißt es auf einer Beratungsseite im Netz, zu zahlen: „Einige, weil sie vom Schmu nichts merken. Andere, um ihre Ruhe zu haben. Sie tragen so dazu bei, dass solche Werbegeschäfte kein Ende finden“, heißt es im Blog einer Fachanwaltskanzlei aus Berlin.

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