Großer Bedarf rechts der Ems: Nächster Kita-Neubau auf den Weg gebracht
Träger und Grundstück gesucht

Greven -

22 zusätzliche Betreuungs-Gruppen hat die Stadt Greven in Kooperation mit den Kita-Trägern seit 2017 neu eingerichtet. Und noch ist kein Ende des Kinderbooms in Sicht. Deshalb steht nun der Bau einer weiteren neuen Kita für sechs Gruppen an. Und womöglich ist auch das noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Sonntag, 22.09.2019, 13:43 Uhr aktualisiert: 22.09.2019, 13:46 Uhr
Man kommt mit dem Zählen der Kita-Neubauten in Greven kaum hinterher: Möglichst zum Kindergartenjahr 2021/22 soll die nächste neue Einrichtung an den Start gehen.
Man kommt mit dem Zählen der Kita-Neubauten in Greven kaum hinterher: Möglichst zum Kindergartenjahr 2021/22 soll die nächste neue Einrichtung an den Start gehen. Foto: Oliver Hengst

Bedarf gibt es insbesondere rechts der Ems. Das haben die Berechnungen mit dem Hildesheimer Tool ergeben, das die Stadt seit einiger Zeit für diese Prognosen einsetzt. Rechts der Ems werden rechnerisch zwölf (!) weitere Kita-Gruppen benötigt. „Ich habe es auch dreimal nachrechnen müssen. Aber es stimmt“, sagte Cordula Beinker vom Jugendamt, die den Vorschlag der Stadt (Neubau einer weiteren Kita) am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss vorstellte. Im jüngsten Anmeldeverfahren habe man weiter steigende Kinderzahlen registriert, vor allem sei der Bedarf nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren weiter angestiegen. Für unter Drei- und unter Zwei-Jährige nehme die Nachfrage nach Plätzen weiter zu. „Diese Zahlen steigen jährlich“, erläuterte die Fachfrau. Teilweise meldeten sich Eltern bei der Stadt, deren Kinder noch gar nicht geboren seien, die aber schon auf den künftigen Betreuungsbedarf hinwiesen.

Vor allem rechts der Ems gibt es Bedarf. Dort vor allem im Süden, wo sich die Wöste und der draus resultierende Zuzug weiter bemerkbar machen. Interessanterweise aber auch nördlich der Königstraße. Dort gebe es Nachverdichtung, einige größere Neubauprojekte sowie in vielen Vierteln einen Generationenwechsel, der junge Familien mit Kindern in die Stadt führe.

All das löst die Notwendigkeit aus, eine weitere neue Kita zu bauen, und zwar mit sechs Gruppen gleich eine sehr große. „Wir sind gerade auf der Suche nach einem Grundstück“, erläuterte Cordula Beinker. Das gestaltet sich nicht ganz einfach.

Gleiches dürfte für die Suche nach einem Träger gelten. Natürlich hat die Stadt bereits einige Vorgespräche geführt. Ergebnis: Es könnte nötig werden, erstmals von der bisherigen Praxis abzuweichen, nur die schon in der Stadt tätigen Träger anzusprechen. Eventuell muss der Kreis der Adressaten erweitert werden auf jene, die bislang noch nicht in Greven präsent ist. Zum Knackpunkt wird mehr und mehr die Arbeitsmarktsituation. Immer mehr Träger kommen an die Grenzen des machbaren, weil sie keine passenden Fachkräfte mehr finden, die die Stellen in den neu gebauten Kitas übernehmen könnten.

Also noch eine neue Kita – und danach? Zunächst mal soll das nächste Anmeldeverfahren abgewartet werden. Dann will die Stadt die Situation neu bewerten. Nicht auszuschließen ist, dass noch ein Neubau her muss – dann reicht womöglich einer, der „nur“ drei oder vier Gruppen aufnimmt.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses segneten den Vorschlag der Stadt einstimmig ab. Ein sechsgruppiger Kita-Neubau soll „so zeitnah wie möglich“ errichtet und in Betrieb genommen werden – frühestens ist jedoch zum Kindergartenjahr 2021/22 damit zu rechnen. Weil schon früher Betreuungsplätze gebraucht werden, sollen Übergangsgruppen in den roten Pavillons hinter der Gesamtschule eingerichtet werden – wieder mal.

Ob der Neubau als Investorenprojekt oder als Eigentümermodell realisiert wird, hängt laut Beschlussvorlage der Verwaltung entscheidend davon ab, welches Grundstück für die neue Kita genutzt werden kann.

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