Team Jugendarbeit Reckenfeld wünscht sich mehr Räume und Geld
Neues Team – neuer Schwung

Reckenfeld -

Personell neu aufgestellt und mit frischen Ideen unterwegs – die Mitarbeiter der Jugendarbeit Reckenfeld wussten durchaus zu überzeugen, als sie sich am Donnerstagabend im Jugendhilfeausschuss vorstellten.

Sonntag, 22.09.2019, 08:35 Uhr aktualisiert: 22.09.2019, 08:50 Uhr
Aleeza Hämmisch, Paul Middendorf und Jessica Böker als Leiterin (von links) sind die Gesichter der Jugendarbeit Reckenfeld.
Aleeza Hämmisch, Paul Middendorf und Jessica Böker als Leiterin (von links) sind die Gesichter der Jugendarbeit Reckenfeld. Foto: Oliver Hengst

Die Leitung hat Anfang des Jahres Jessica Böker übernommen (sie ist seit zwölf Jahren in der Jugendarbeit Reckenfeld tätig), ihr zur Seite stehen Paul Midendorf und Aleeza Hämmisch sowie Honorarkräfte, Praktikanten und Ehrenamtliche.

Es sei „gut gelungen, Stellen nachzubesetzen“, freut sich Beate Tenhaken, im Rathaus für den Bereich Jugend zuständig – auch deshalb, weil sie das Personal zuversichtlich stimmt, „inhaltlich gut anzukommen mit den Themen in Reckenfeld“.

Die Jugendarbeit wird gemeinsam getragen von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde sowie der Stadt Greven. Zu den „Kunden“ zählen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen sechs und 27 Jahren. Für diese gibt es verschiedene, passgenaue Angebote. „Wir arbeiten lebensweltorientiert und akzeptierend. Wir wollen mit unserer Arbeit erreichen, dass unsere Adressaten gesellschaftlich Mitverantwortung tragen“, erläuterte Jessica Böker. Auch außerschulische Bildung und den Abbau von Benachteiligungen habe man sich auf die Fahnen geschrieben.

Die offene Arbeit (im Schnitt 35 Besucher am Tag) geschieht an zwei Standorten in den jeweiligen Kirchengemeinden. Einer davon, nämlich der Standort Moorweg, wird gerade zusammen mit den Jugendlichen umgestaltet, genau wie eine Bauwagen, der als Cliquentreff dienen soll. Partizipation heißt hier das Zauberwort. „Für die Jugendlichen hat es den Charme, dass es so echte Jugendräume werden. Für uns hat den Charme, dass es günstiger wird“, sagte Pfarrer Uwe Völkel. Er dankte ausdrücklich für die Kooperation mit der Stadt. Damit ermögliche die Stadt vielen Jugendlichen die Teilhabe an Bildungsveranstaltungen sowie Ferienerlebnisse für Jungen und Mädchen aus sozial schwächeren Familien.

In Reckenfeld gibt es neben den offenen Angeboten aufsuchende Formen der Jugendarbeit, Projekte, Sportangebote, Cliquentreffen und Ferienangebote. Ein wichtiger Baustein ist auch die Arbeit mit geflüchteten in der so genannten „Glücksbox“ an der früheren Hauptschule. Hier macht die Finanzierung Sorgen, die Fördermittel sind schwer abschätzbar.

Um mit den Kindern und Jugendlichen zu kommunizieren, setzt das Team der Jugendarbeit natürlich vorwiegend auf digitale Medien. „Wir versuchen, mit den Kids auf dem gleichen Stand zu bleiben – was gar nicht so einfach ist“, räumte Middendorf schmunzelnd ein. Instagram hat sich als Kommunikationsmittel Nummer eins etabliert.

„Wir erkennen jetzt auch mit neuer Teamkonstellation deutlich das Potenzial der Jugendarbeit in Reckenfeld“, fasste Jessica Böker zusammen. „Wir wissen um die Stärken dieser Arbeit – und merken, dass uns Räumlichkeiten fehlen.“ Es gibt Bedarf und viele Ideen für weitere Angebote: etwa Musik, Training, Werken, Bauen. „Es fehlt aber auch an Cliquenräumen.“ Und es fehlt, na klar: an Geld. „Wir könnten noch soviel mehr bespielen. Dafür bräuchten wir aber mehr Honorarmittel.“ Diese seien aktuell „sehr knapp“.

Anmerkungen, die durchaus als direkter Wunsch an die im Jugendhilfeausschuss sitzenden Kommunalpolitiker zu verstehen sind. Die sind offenkundig erstmal froh, dass der personelle Umbruch so gut gelungen ist und er frische Ideen auslöste. Nachdem in der Vergangenheit beim Thema Jugendarbeit Reckenfeld manchmal „die Stirn ein bisschen gerunzelt wurde, scheinen sie ja auf einem neuen und sehr guten Weg zu sein“, sagte Monika Erben (SPD) als Ausschussvorsitzende. Sie freut besonders, dass es „ein motiviertes Team mit vielen Ideen“ gebe.

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