Marktgespräch zur Rolle der Frau in der katholischen Kirche
„Die Geduld ist aufgebraucht“

Greven -

Nein, Maria Wagner ist keine Utopistin. Ob die katholischen Frauen zeitnah wirklich Weiheämter besetzen? Gar als Priesterinnen werden predigen können, wie es sich viele, wie auch sie es sich wünscht? „So naiv zu glauben, dass das übermorgen im Vatikan beschlossen wird, bin ich sicher nicht“, sagt die Frau, die eigentlich als Pastoralreferentin für die Martinusgemeinde arbeitet.

Sonntag, 22.09.2019, 20:17 Uhr aktualisiert: 26.09.2019, 10:19 Uhr
Maria Wagner (r.) und Daniela Evels sammelten in Greven Unterschriften, die sie dem Kfd-Bundesverband zuschicken wollen.
Maria Wagner (r.) und Daniela Evels sammelten in Greven Unterschriften, die sie dem Kfd-Bundesverband zuschicken wollen. Foto: Jannis Beckermann

Aber die „ Maria 2.0.“-Bewegung, die viele katholische Frauen (und Männer) im Frühjahr für echte Gleichberechtigung in der Kirche auf die Straße brachte, hat auch hier Hoffnung gemacht. Darum ist Wagners Devise klar: „Wir müssen weiter Druck machen, auch mit kleinen Schritten. Sonst wird sich nie was ändern.“

Deshalb stehen sie und ihre Mitstreiterin Daniela Evels an diesem Samstagmorgen mit Kampagnen-Flyern der Kfd in der Hand auf dem Marktplatz und sammeln Unterschriften für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche. „Frauen, worauf wartet ihr noch?“, steht auf den Flugblättern, die Wagner hier unter die Leute bringt. Oder Slogans wie „Für eine Kirche, die Frauen nicht mehr ausschließt“. Die Unterstützerliste füllt sich rasch. „Eine ganze war schon nach kurzer Zeit voll“, berichtet Wagner.

Und auch die Zustimmung im Gespräch stimmt, findet ihre Kollegin Daniela Evels. Denn: „Die Geduld ist bei vielen einfach aufgebraucht.“ Die Gründe liegen für beide klar auf der Hand: Die Frauen wollten endlich wirkliche Mitbestimmung in ihrer Kirche.

Weiheämter wie Diakonat und Priestertum für Frauen zu öffnen, ist dabei nur eine Forderung, die sie wichtig findet. „Ganz allgemein geht es auch darum, die Lebenserfahrung von Frauen zu nutzen, etwa bei Themen wie der Schwangerschaftskonfliktberatung.

„An der Basis würde ohne Frauen ja schon heute vieles brach liegen.“ Auf diese „Kernarbeit“ in Pfarreirat, Messdienerschaft und Co. wollen sich Wagner und Evels und mit ihnen viele Frauen aber nicht mehr beschränken lassen. Das zeigt letztlich auch die Unterschriftenaktion, für die Wagner und Evels ihren Infotisch an der Kirchenmauer aufbaut haben. Mehrere Seiten mit Unterschriften nehmen sie am Ende mit, um sie dem Kfd-Bundesverband zuzuschicken. Der will den deutschen Bischöfen bei ihrer nächsten Konferenz eine Sammlung aus dem ganzen Land überreichen.

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